Schüler_innen mit dem Prototyp des Brettspiels "Refugees welcome?"

© Privat

Merkur 2016
05/08/2016

Flüchtlinge willkommen?! - Jugendliche erfinden Brettspiel

Merkur 2016: Auszeichnungen für Projekte und Einzelpersonen der Vienna Business School - viele Sozialprojekte an den Wirtschaftsschulen.

Während sich ein weltbekannter österreichischer Unternehmer wie ein Feudalherr aufführt, lassen fast zeitgleich künftige Führungskräfte der Wirtschaft Hoffnung in Sachen soziales Engagement keimen. Nicht nur in der eigens dafür vorgesehen Kategorie (bestes ethisches und soziales Projekt), sondern auch in den Bereichen Wirtschaft und Innovation der Merkur-Verleihung der privaten Handelsschulen und -akademien der Vienna Business School finden sich in diesem Jahr unter den Nominierten etliche sozial oder/und gesellschaftlich engagierte Projekte.

Bei der Auswahl der besten Jugendlichen wird ohnehin Jahr für Jahr neben herausragendem schulischem Erfolg Wert auf Hilfsbereitschaft und Einsatz für Mitschüler_innen (Klassen, Schul-vertretung) gelegt.

Bestes Wirtschaftsprojekt

Der Sieg in der Kategorie bestes ökonomisches Projekt ging an ein Trio der HAK Augarten (Wien-Leopoldstadt). Valentin Slowak, Alexander Veverka und Philipp Tuma haben eine völlig neue und sehr übersichtliche Homepage für die Wiener Handelsakademien gestaltet. Die Vernetzung zwischen den öffentlichen und den privaten der VBS, die die Merkur-Awards – heuer zum 19. Mal – ausrichten könnte vielleicht ein nächster Schritt sein ;)

In dieser Kategorie schafften es aber auch eine Unternehmensanalyse für den sozialökonomischen Betrieb „Michl’s Café Restaurant“ (VBS Akademiestraße) und eine Fairtrade-Aktion (VBS Schönborngasse) auf die Liste der Nominierten und damit der Besten ihrer eigenen Schule.

Innovativstes Projekt

Das innovativste Projekt wurde in derVBS-Floridsdorferarbeitet. Es handelt sich um einGesellschaftsspielnamens„Refugees welcome?!“. Die ganze 4B war sich schnell einig, ein Brettspiel zum Thema Flucht zu entwickeln, erzählen die Jugendlichen dem Kinder-KURIER. „Gemeinsam haben wir zuerst ein Brainstorming gemacht, dann die Arbeit in Gruppen aufgeteilt. Es sollte eine Mischung aus Wissen – über die Länder der EU – sein und Glück sein, das viele Flüchtlinge ja in der Realität leider brauchen. Dafür haben wir Ereigniskarten, wo du vielleicht mehrere Runden aussetzen musst.“ Laudator Andreas Salcher würdigte das Projekt unter anderem damit, dass „Sie sich an ein sehr komplexes Thema herangewagt haben und mit Ihrer Arbeit den Mitschülern und Mitmenschen auf spielerische Art wichtige Inhalte vermitteln, die weg von extremen Positionen hin zu einem differenzierten Denken in der Migrationsfrage führen“.

Auch in dieser Kategorie finden sich weitere gesellschaftlich engagierte Arbeiten: Die Akademiestraße nominierte die Arbeit eines Schülertrios, das eine „Social Return on Investment“-Analyse für das Obdachlosenprojekt Vinzi-Dach-Salzburg durchführte. Die Schüler untersuchten damit nicht nur eine per se soziale Einrichtung, sondern sie griffen auch auf ein relativ junges Instrument in der Wirtschaftlichkeitsberechnung, die erst seit knapp mehr als einem Jahrzehnt verwendete Sozialrendite, um gesellschaftlichen Mehrwert von Einrichtungen, Unternehmen und Maßnahmen zu berechnen.

Der Nachhaltigkeit und der Hebung des ökologischen Bewusstseins hat sich die Übungsfirma #GreenClean“ der Schule Untere Augartenstraße verschrieben. Ebenfalls sozusagen im Finale.

Ethische und soziale Projekte

Von der Schaffung einesSchulsanitätsdienstes (Augartenstraße)über einenGemeinschaftsgartenamHamerlingplatz,Workshopsfür die Bedienung technischer Gerätefür Beschäftigte eines Reinigungsunternehmens(Schönborngasse), dieUnterstützung von Eiskunstläufer_innen mit Behinderungen (Floridsdorf)bis zu konkreterFlüchtlings- bzw. Obdachlosenhilfe (Mödling bzw. Akademiestraße)spannte sich der Bogen der nominierten Projekte in dieser Kategorie. And the winner is: „Außerhalb der Grenzen, innerhalb der Herzen“, wie die acht Jugendlichen der SchuleAkademiestraßeihr Projekt nannten und nennen, das sie schon seit drei Jahren durchführen. Katarina Barać, Chirstian Pichler, Anja Mlakić, Annie Tandara, Daniel Voithofer, Victoria Stutzenstein, Alexandra Dabrowska und Ivona Iličić unterstütz(t)enObdachlose in Ungarn. Aber nicht nur durch Spendensammlungen und Flohmärkte, sondern sie halfen und helfen in zwei Vereinen in Ungarn auch mit, Obdachlose direkt zu betreuen, mit Betroffenen zu reden und Kontakt zu pflegen.

Das oft noch immer von Berührungsängsten gekennzeichnete Verhalten „übersetzten“ die Jugendlichen in einen kurzen, sehr berührenden Spielfilm. Eine Joggerin wird am Bahnhof von einem Obdachlosen um Geld gebeten, sie zieht achtlos ihre Runde vorbei am „Schnorrer“. Zu Hause vernimmt sie in den Nachrichten einen Beitrag von einem am Bahnhof verstorbenen Obdachlosen!

Laudator Klaus Schwertner von der Caritas (Wiener Geschäftsführer) lobte das mehrjährige und grenzüberschreitende Projekt, das mit großer Leidenschaft auch für den Abbau von Barrieren und Berührungsängsten gearbeitet hat und dass die Jugendlichen eine Partnerschule in Ungarn gewinnen konnte, das Projekt künftig fortzuführen.

Die besten der Handelsschulen

Da musste sich die Jury besonders schwer getan haben. Die Auswahl der nominierten besten Jugendlichen der Handelsschulen hat’s in sich:

Da ist die drei- bis viersprachigeTheresa Dibra, die Lerngruppen und Nachhilfe organisiert
der nicht einmal noch vier Jahre in Wien lebende zweisprachigeArlind Sulejmani, der nebenbei Junioren-Boxweltmeister ist
die zweisprachige Vielfach-NachhilfelehrerinZeynep Bayraktar
der klassenbeste, mehrfache Klassensprecher, Fußballer, ehrenamtliche Flüchtlingshelfer und ebenfalls mehrsprachigeMichael Maduba
die perfekt zweisprachige, besonders teamfähige Klassen- und stellvertretende SchulsprecherinBüsra Gürçü Ciftçiund last but not least
Vladimir Batić, ebenfalls zwei-, ja sogar dreisprachig. Der hilfsbereite und sozial engagierte Schüler, der sich sogar Stoff der vierten Klasse HAK aneignet, um Nachhilfe in Rechnungswesen geben zu können, nahm am Fremdsprachenbewerb in Englisch erfolgreich teil.
Letzterer (aus derMödlinger Schule) bekam die bronzene 5-Kilo-Statue.

Die besten in der HAK

Den Merkur für die/den beste/n der sechs Handelsakademien der VBS bekam der vielleicht bekannteste Schüler Österreichs.Maximilian Gnesda (Schönborngasse)ist gewählter Bundesschulsprecher und damit Vertreter von mehr als einer Million Schüler_innen in Österreich. Selbstironisch meinte er bei der Übergabe des Preises, „dass ich dieses Schuljahr vielleicht mehr im Bildungsministerium bei Verhandlungen und Sitzungen war als in der Schule.

Ins „Rennen“ um die begehrte Trophäe waren von ihren Schulen auch noch folgende Jugendliche geschickt worden:
die ausgezeichnete Schülerin Jacqueline Piplitsch, die Volleyball spielt, tanzt, singt und sich im Tierschutzverein engagiert und Flüchtlings- und Waisenkinder betreut
der zweisprachige Muhammad Kiliçdaği, der nicht nur in den elterlichen Restaurants schon führend mithilft, sondern auch mit seinem Freund Khan Anisur Rahman die NGO JANA tatkräftig unterstützt, mit deren Hilfe mittlerweile ein Kindergarten und zwei Schulen in der Region Faridpur in Bangladesch gegründet werden konnten, die dritte Schule öffnet demnächst
Alexa Binder, Hip-Hop-Tanz-Weltmeisterschaftsteilnehmerin, Nachhilfelehrerin für Rechnungswesen, Mathe und Spanisch, Peer-Mediatorin, ehrenamtliche Helferin beim Arbeiter-Samariter-Bund
die Schulsprecherin und Helferin eines Blinden Denise Michaela Mayer sowie
David Sitek, stellvertretender Schulsprecher, (Mit-)Organisator einer Spendenaktion für Flüchtlinge, Betreuer Hunderter Notebooks seit der 1. Klasse und seit zehn Jahren Kicker beim SV Wiener Neudorf.

Lehrer_inen/Absolvent_innen

Lehrerin des Jahres wurde diesmalMaria Christine Fölhs, die schon ihre Oberstufenzeit an ihrer späteren beruflichen Wirkungsstätte (Schönborngasse) verbracht hatte.
Hervorzuheben ist vielleicht die Nominierung eines Lehrer_innen-Trios von der VBS hamerlingplatz. Die katholische, der evangelische sowie der Islam-Lehrer Doris Huber, Hans Christian Granaas und Mehmet Ihtibar wurden wegen ihres interkonfessionellen Zusammenwirkens vorgeschlagen – leider vergeblich.
Bei den Absolvent_innen nominierte dieses Mal nicht jede Schule eine/n. Damit stand von Beginn an der Sieger fest – mit der weitesten Anreise:Andreas Hauke, der schon während der Schulzeit Filme damals noch im wortwörtlichen Sinn – Filmstreifen mit der Schere – schnitt, gründete in Südafrika sein eigenes Videoproduktionsunternehmen und wurde bereits mehrfach für herausragende Filme ausgezeichnet. Er machte sein Hobby zum Beruf und konnte dabei stets auf sein umfassendes kaufmännisches Wissen setzen, das er als Schüler(VBS Floridsdorf)erworben hat. Auch wenn er der Laudatorin, der Rektorin der Wirtschaftsuni Wien, Edeltraud Hanappi-Egger, auf offener Bühne gestand, seinerzeit zwar auf der WU zu studieren begonnen, aber bald abgebrochen zu haben.

Alle Sieger_innen

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Merkur 2016, Brettspiel "Refugees welcome?"

Merkur 2016, Brettspiel "Refugees welcome?"

Merkur 2016, Brettspiel "Refugees welcome?"

Merkur 2016, Brettspiel "Refugees welcome?"

Merkur 2016, Brettspiel "Refugees welcome?"

Vom Großgruppenfoto bis zu Schnappschüssen

Die "VBS All Stars" on Stage...

Laudation auf das beste Sozialprojekt

Schülerin über das Projekt...

... und eine bleibende Erinnerung

Zu Videos über die siegreichen Teilnehmer_innen

https://www.youtube.com/user/viennabusinessschool

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