┬ę Petra Schmidt

Mahabharata

Am Anfang war das Wort, der Sinn oder die Tat?

Indisches Epos "Mahabharata" gespielt von zwei Schauspieler_innen und vielen Kartonfiguren.

von Heinz Wagner

04/17/2015, 02:50 PM

Mit deutlich weniger Aufwand und lediglich einem Duo auf der B├╝hne sowie keinem Pseudo-Bollywood-Brimborium vermag die kleine Produktion ÔÇ×MahabharataÔÇť derzeit im Dschungel Wien durchaus mehr Flair dieses gro├čen indischen Epos zu vermitteln als das Theater der Jugend mit seiner Gro├čproduktion eines anderen Epos dieses Subkontinents, ÔÇ×RamayanaÔÇť.

Vanessa Payer Kumar und Anselm Lipgens schl├╝pfen in fast alle Rollen der vielen handelnden K├Ânig_innen, thornfolger_innen usw. und nicht zuletzt des Gottes Krishna. Runig Gag des Letzteren: ÔÇ×Ich bin doch immer da!ÔÇť

Liebe, Tod und W├╝rfelspiel

Die meiste Zeit dreht sich das nicht ganz zweist├╝ndige St├╝ck um zwei verwandte und nichts desto trotz ÔÇô oder gerade deswegen - verfeindete Adelsgeschlechter: Kauravas und Pandavas. Eifers├╝chteleien, Kriege, Liebe, Tod, ringen umeinander und nicht zuletzt ein W├╝rfelspiel, bei dem einen Land, Schl├Âsser, aber selbst Menschen wie die K├Ânigin Draupadi von den einen an die anderen verspielt werden, Vertreibung der Verliererpartei in 13-j├Ąhriges Exil... all das spielt sich in und um zwei gro├če W├╝rfel-Container ab.

Neben der Action, die meist eher szenisch erz├Ąhlt wird, spielen auch immer wieder angerissene, aufgeworfene Grundfragen eine wichtige Rolle: ├ťber den Sinn des Lebens, Sterben, (m├Âgliche) Wiedergeburt, Karma und Dharma (Auftrag des Lebens), Schmerz und leid einer- sowie Gl├╝ck und Freude andererseits. Und schon zu Beginn die Frage, war am Anfang das Wort, der Sinn oder die Tat?

Kartonfiguren

In die durchaus in einer Erz├Ąhlung schnell m├Âgliche verwirrende Ansammlung von Personen bringt das B├╝hnenduo mit einem einfachen Trick ├ťbersicht und Ordnung: Ob Yudhishthira, Bhima, Arjuna, sowie die Zwillinge Nakula und Sahadava, die f├╝nf S├Âhne der Pandavas oder Dhritarashtra, Pandu und Vidura, Kunti und Madri, Duryodhana oder wer sonst noch vorkommt, die beiden schl├╝pfen f├╝r die eine oder andere Szenen nicht nur in ihre Sollen, sie alle sind Kartonfiguren, die wie auf einem Stammbaum an eine der W├╝rfelseiten gepinnt werden.

Mahabharata - Das Spiel des Lebens
Schauspiel, ca. 1 ┬ż Stunden

Idee, Fassung: Vanessa Payer Kumar, Tilmann Schillinger
Regie: Anselm Lipgens
Darsteller_innen: Vanessa Payer Kumar, Anselm Lipgens
Figuren: Leslie Kleinwaechter
Masken: Antonia Ronninger
B├╝hne: Gunter Thurner
Kost├╝m und Ausstattung: Marianne Schulz
Musik und Sounddesign: Emanuel Schulz
Gesangsstimme: Elisabeth Schulz
Assistenz: Sarah Psibilskis
ÔÇ×Hastinapura Radio 1": Moderator: Emanuel Schulz, Musik: Eliem

Wann & wo?
23. April, 19.30 Uhr
Trib├╝ne Linz
4020, Eisenhandstra├če 4
Tickets: 0699 11 399 844
www.tribuene-linz.at

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