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Satire
11/30/2013

Lachen gegen den Klimawandel

Das ernste Thema wird von Theaterleuten und einer Band bitterböse mit viel Platz zum Lachen gespielt. "Sorry, we're fucked" nach dem Palais Kabelwerk im Jänner 2014 im Pool 7 (1010 Wien)

von Heinz Wagner

Schräg. Dreieckige hohe Spitzen aus Karton – sollen wohl Berge darstellen, können vielleicht aber auch Pyramiden sein. Abgehandelt an Hand eines alpenländischen Gebirgsorts, in dem der Tourismus ausbleibt, weil’s an Schnee mangelt, wird in Sachen Klimawandel in dieser mehr als eineinhalbstündigen Performance in Sachen Klimawandel immer wieder über den engen Tellerrand hinausgeblickt – beispielsweise nach Dubai in die Skihalle. Oder via Videowand auf den Kilimanjaro –Bilder von vor mehr als 100 Jahren verglichen mit heute. Gletscherrückgang.

Schräg sind nicht nur die kitschigen Papptiere, gemalten „Schinken“ von Bildern, auch das Bühnenpersonal sorgt immer wieder für herzhafte und kräftige Lacher – Klischeefiguren vom Berghotelbetreiber Peter (Milan Stodulka), dem Naturburschen Loisl (Stefan Ried), für den seine Kühe Bruni und Heidi seine Familie sind, Peters Schwester Anna (Felicitas Lukas), die vom Bruder als Ökotussi tituliert wird, die nach Jahren von Kanada zurückkommt. Nach anfänglicher Skepsis entwickelt sie ein öko-Touri-Konzept für das in Konkurs gegangene Hotel Ötziworld – Highlight: Für Ruhe, nur den Ausblick, fast das Nichts, Kohle zu verlangen. Irgendwie schwingt immer mit, bis zu einem gewissen Grad ist Nachhaltigkeit, Fotovoltaik, Solarenergie… ein bissl ein Öko-Schmäh und das Kürzel stehe vielleicht mehr für Ökonomie als für Ökologie.

Aba brenna tuat's guat

Zwischen den Szenen spielt das stets im Hintergrund stehende Trio „Florian Zack & Band“ auf –Volksmusik-Rock’n’Roller, aber mit tiefer gehenden Texten. Neben eigenen Songs fällt da natürlich Hubert von Goiserns „Aber brenna tuat’s guat“ auf.

So amüsant war selten ein künstlerischer Act über Klimawandel. Wobei – wie bei Franca Rames und Dario Fos gesellschaftskritischen Komödien das Lachen natürlich immer wieder auch im Hals stecken bleibt.

„Sorry, we’re fucked“
theater-JA.KOMM

Künstlerische Leitung, Regie: Eva Jankovsky
Schauspieler_innen: Eva Jankovsky, Robert Kahr, Felicitas Lukas, Stefan Ried, Jaqueline Sattler, Milan Stodulka ua.
Live-Musik: Florian Zack & Band
Produktionsteam: Sophie Gurresch, Susanne Lässig
Regieassistenz: Almasa Jerlagić
Bühnenraum: Sonja Böhm, Dominique Hölzl, Stella Krausz
Video: Philipp Kerber
Grafik: Julia Bonomeo, Martin Mayerhofer, Veronika Sigl
Sounds: Simon Schmid Tontechnik: Simon Katzböck
Special Appearance: Roland Düringer   

30. Jänner 2014, 20 Uhr
Pool7

1010, Rudolfsplatz 9

Zur Gruppe

www.pool7.at

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