Experimente im Klassenzimmer - mit der Klimaschule

© Heinz Wagner

Klimaschule
04/25/2016

Erderwärmung zum "Be-greifen"

Neben Exkursionen in die Nationalparks bietet die Klimaschule auch Projekt-Unterricht im Klassenzimmer. KiKu-Lokal-Augenschein in einem Wiener Gymnasium.

von Heinz Wagner

Zwei Mal ist der Ballon prall gefüllt. Immer wird ein Zündholz darunter entflammt. Einmal macht’s pffft. Und so schnell kannst du gar nicht schauen, ist der Ballon nur mehr ein kleines Futzerl. Beim zweiten Versuch .... – passiert nix.

Der Unterschied?

Nein, es handelt sich definitiv um gleichartige Ballons. An der „Haut“ liegt’s also nicht, daher muss es am Inhalt liegen. In beiden Fälle ist der Ballon mit etwas anderem gefüllt. Luft beim ersten, Wasser beim zweiten Experiment. Die Luft erwärmt sich, dehnt sich aus und – peng- der Ballon platzt. Auch das Wasser wird natürlich wärmer, dehnt sich aber nur unmerklicher aus speichert die Wärme.

Die beiden Versuche sind Teil des Unterrichts der „Klimaschule“. Dies ist ein Programm, das Rangerinnen und Ranger der österreichischen Nationalparks zu Klima(schutz) und (erneuerbaren) Energien in Schulen abhalten. In mehreren Tagen in der Schule stehen diese Themen auf dem Stundenplan und werden in projektorientiertem Unterricht beackert – von Arbeitsblättern bis zu eigenhändigen Versuchen. Der Kinder-KURIER durfte im (Real-)Gymnasium Phönix in Wien-Favoriten einige Stunden die 3a begleiten.

Be-Greifen

Neben den Ballon-Versuchen war zu erleben, was aus einem Experiment des Vortages geworden ist: Permafrost-Boden wird es genannt. Die Jugendlichen hatten Wasser, Sand, Erde und Kieselsteine in einen Becher gefüllt und ihn über Nacht ins Gefrierfach eines Kühlschranks in der Schule gegeben. Am zweiten Projekttag stürzten sie den Kegel aus dem Becher, stellten ihn auf einen Teller. Und schon nach wenigen Stunden war der feste Boden locker, begann zu bröckeln und zerfallen. Das ist ein Beispiel, wie die Festigkeit und Haltbarkeit von kalten Böden in großen Höhen durch die Klima-Erwärmung nachlässt.
Ein anderes leider beeindruckendes Beispiel zeigte Ranger Andreas anhand von vier Bildern des größten heimischen Gletschers – immer vom selben Blickwinkel aus. Die Pasterze – 1875 noch eine dicke, mächtige Zunge, ist knapp 100 Jahre später an derselben Stelle praktisch nicht mehr zu sehen.
Das Abschmelzen des „ewigen“ Eises heißt natürlich auch – wie einige der Schüler_innen sofort wissen – „weniger Wasser, das da gespeichert ist“.
Sonne, Wind und Wasser als Energie-Quellen gehen nicht zu Ende so wie Öl – auch das wissen alle. Spannend wird’s als der Ranger nach Handys fragt und einem Schüler als Tausch gegen das SmartPhone einen Korb mit Teebeuteln anbietet. „Nicht fair“, ist allen klar. Aber wie schaut’s aus mit der Fairness zwischen Handy-Käufer_innen und jenen Menschen, die sie für wenig Geld unter härtesten Bedingungen herstellen?

Die „Klimaschule“ - vom Verbund unterstützt - kommt nicht nur ins Klassenzimmer, noch viel lieber hat sie Kinder und Jugendliche, die selbst in einem der Nationalparks die reale Natur lebendig erkunden ;)

Fotos vom Lokal-Augenschein

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