Kiku
02.05.2017

Müll trennen, Bio-Apfelsaft, Gemüse und Obst anbauen

Wiener Mittelschule ist seit zehn Jahren aktiv in Sachen Klimaschutz. Lokalaugenschein des Kinder-KURIER.

Jonas, Robert und Antonio bereiten ein Stück Erde im Schulgarten mit Schaufel und Rechen auf. Hier soll eine Weide gepflanzt werden. In anderen Stücken dieses Stück Ackerlandes werden unter anderem Paradeiser (Tomaten) angepflanzt. Auf der anderen Seite des Schulhauses in der Carlbergergasse (Wien-Liesing) haben andere Schülerinnen und Schüler dieser Junior High School ein Hochbeet angelegt, in dem Zwiebel, Knoblauch und Kräuter wachsen werden. In einer Klasse stehen Blumentöpfe – „hier ziehen wir Setzlinge vor“, berichtet Mia dem Kinder-KURIER.

Schwerpunkt Ökologie

Der Lokalaugenschein in dieser Schule erfolgt zum „Geburtstag“ – seit zehn Jahren ist diese eine Klimabündnis-Schule. Rund um das Jubiläum gab es auch Gastvorträge, u.a. der bekannten Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb. Wie aber wirkt sich der Schwerpunkt Klimaschutz im Alltag der Schule aus – das wollte der Kinder-KURIER wissen. Einiges war schon im Garten zu sehen. „Außerdem pflanzen wir (außer den genannten essbaren Pflanzen) noch Karotten und Obst – Ribisel und Himbeeren – an“, berichten die jungen Klimaschützer_innen. Eifrigst zu Wort meldeten sich vor allem Justin, Lisa, Niki, Lara, Valerie, Mia, Elli, Yadi, Zeyneb, Caroline, Marisa, Chantal, Marie, Esma, Vanessa, Lois, Amy und Alexander.
Zur Gesprächsrunde in der Aula – vor der von Kindern und Jugendlichen gestalteten einschlägigen Ausstellung – waren Vertreterinnen und Vertreter aller 12 Klassen der Schule zusammen gekommen. Die eigenhändig gesetzten genießbaren Pflanzen werden auch verspeist – legen also den kürzestmöglichen Weg zurück, verbrauchen bei ihrem Transport kein CO2.

Wie das mit dem Klimawandel vor sich geht, erfahren die Kinder ebenso wie die möglichen katastrophalen Auswirkungen der Abholzung von Regenwäldern, oder wenn das Grönland- und das südpolare Eis noch mehr abschmelzen sollten. „Das liegt nämlich auf Land und würde den Meeresspiegel sehr stark steigen lassen.“ Eine weitere Folge zunehmend trockenerer Gegenden „wäre noch mehr Hunger und noch mehr Klimaflüchtlinge“.

Viele Aktivitäten

Neben den Pflanzungen im Garten, dem Bau bzw. Kauf von Insektenhotels und Vogelhäusern nennen die Kids aber noch eine Reihe weiterer Aktivitäten: „Wenn wir auf Sprachreise fliegen, dann spenden wir Ausgleichszahlungen“, um den Flug klimaneutral zu gestalten. Die 4. Klassen verbringen Projekttage in Obergurgl, um den Gletscher zu erforschen und zu markieren bis wohin er sich schon aufgrund der bisherigen Klima-Erwärmung zurückgezogen hat. „Beim Getränkeautomaten verwenden wir Mehrwegbecher, damit nicht nach jedem Mal ein Becher weggeschmissen werden muss.“ Außerdem gibt es keine stark zuckerhaltigen Getränke, „sondern Bio-Apfelsaft und wir trinken oft auch nur Wasser oder in der Mittagspause Kakao“. „Natürlich“, so eine der Jugendlichen ganz ehrlich, „kann’s schon vorkommen, dass du zu Hause einmal einen Cola-Anfall kriegst!“, „aber ansonsten schmeckt der Apfelsaft gut und wir haben uns hier schon an Wasser und diesen Saft gewöhnt“, ergänzen andere.

In jeder Klasse stehen auch jeweils drei Mistkübel – für Papier, Kunststoffflaschen und Restmüll. „Wenn die Kübel voll sind, bringen die Klassenordner/innen sie zu den großen Sammelbehältern neben der Aula. Dort gibt’s auch Container für Glasflaschen.“

„Wir verwenden auch Hefte aus Recycling-Papier (CO2-neutrales Altpapier). Dafür haben wir sogar jedes Jahr einen Wettbewerb für ein eigenes Cover“, berichten die Schüler_innen. An einer der Ausstellungswände hängen die drei erstplatzierten Entwürfe fürs kommende Schuljahr. Jede Klasse wählt selber den besten Vorschläge. Dann können alle Schüler_innen für ihren Favoriten stimmen.

Selber was tun!

„Es geht aber immer auch um die „kleinen“ Dinge, zum Beispiel Licht abschalten, wenn’s nicht gebraucht wird, Ladegerät nicht in der Steckdose lassen oder auch die ganze Stromschiene abschalten, wenn keines der angesteckten Geräte benötigt wird.“ Am Wochenende werde auch der Getränkeautomat in der Schule abgesteckt, ergänzt Christine (Rath), koordinierende Lehrerin des Klimaschutz-Schwerpunkts der Schule.

Eine weitere Aktivität wird genannt: „Am Elternsprechtag sammeln wir auch alte Handys ein – für das Jane-Goodall-Institut.“ Die weltberühmte Schimpansenforscherin hat diese Aktion ins Leben gerufen, damit aus den alten Handys die wertvollen Metalle wieder verwendet werden können. Die werden oft in Gegenden abgebaut, die den Lebensraum unter anderem von Schimpansen kaputt machen.

„Wenn wir nichts gegen den Klimawandel tun, dann werden vielleicht Tiere und Menschen aussterben. Und viele Erwachsene verwenden oft als Ausrede, dass der Staat oder irgendwer anderer was tun muss, aber wir alle müssen uns selber darum kümmern, auch was für den Klimaschutz zu tun!“

www.klimabuendnis.at/

www.juniorhighschool.at

... vom Lokal-Augenschein in der Junior Highschool Carlbergergasse (Wien-Liesing)