Kiku
22.07.2017

"Wir geloben, nie aufzuhören, Fragen zu stellen!"

Urkunde wird "Fernrohr" ;) © Bild: Heinz Wagner

Die 15. Kinderuni Wien ging am Samstag mit vier Sponsions-Durchgängen zu Ende. Bericht und sechs Dutzend Fotos.

Vier Mal füllte sich am Samstag der große Festsaal der Universität Wien – vorne auf dem Boden sitzend die jüngsten Absolvent_innen der Kinderuni, dahinter auf den Sesseln die stolzen Angehörigen. Mit der Sponsion – in vier Durchgängen – fand die Jubiläums-Kinderuni Wien ihren festlichen Abschluss. Zum 15. Mal studierten bis zu 4000 Kinder in Hunderten Lehrveranstaltungen die unterschiedlichsten Fachrichtungen – auf vielen Wiener Unis und Fachhochschulen.

Wissbe- und neugierig

... bei der Frage, wer nie aufhören wird, Fragen zu stellen, gehen die Kinderhände in die Höhe ... © Bild: Heinz Wagner
Und sie erwiesen sich – wie in den all den Jahren zuvor – als wissbe- und neugierig, löcherten die Lehrenden mit vielen Fragen. Das müssen sie übrigens auch immer versprechen/geloben ( Sponsion ist übrigens das lateinische Wort für Gelöbnis.) „Wer niemals aufhören wird, Fragen zu stellen, die bzw. der erhebe die Hand?“ fragten die in Talaren gewandeten (Vize-)Rektor_innen der Uni Wien ( Christa Schnabl), der Veterinärmedizinischen Uni ( Petra Winter), der Uni für BodenKultur (Barbara Hinterstoisser), der Wirtschaftsuni (Harald Badinger), der Technischen Uni (Kurt Matyas) und der Medizin-Uni-Vertreter (Franz Kainberger). Die Kinderhände – teils mit den zusammengerollten Urkunden gingen spontan in die Höhe. Und gleich noch ein zweites Mal bei der Frage, wer verspricht/gelobt, nie Antworten auf diese Fragen zu finden.

Trotz Wissbegierde und Neugier sollten (Groß-)Eltern ihren (Enkel-)Kindern in den Ferien aber auch genug Freiräume für „Nichtstun“ und Langeweile lassen, appellierten die Uni-Vertreter_innen, den Zeitplan der Kinder nicht zu sehr zu verdichten. Gerade Wissenschaft und Forschung funktioniere nicht immer nur nach Plan, sondern brauche auch die Muße, Gedanken nachhängen zu dürfen!

Haie

Anstellen im Arkadenhof © Bild: Heinz Wagner
Als die 10-jährige Kathrin Wachutta die Fotograf_innen sah, erzählte sie, „auch viel und gern zu fotografieren – alles was mir gefällt“ – „auch meine Modelleisenbahn“, warf ihr siebenjähriger Bruder Tobias ein. Bei der diesjährigen, bereits ihrer vierten, Kinderuni war sie bei einer Lehrveranstaltung über Pferderöntgen, im Aufbaukurs Chirurgie, aber am besten gefallen habe ihr „Leben retten, Haien helfen – dahat uns die Vortragende erzählt, dass Haie so bedroht sind, weil sie viel gejagt werden, aber gar nicht so böse sind. Sie selbst ist schon mit Hainen getaucht und hat einen von einem Parasiten befreit. Und wenn man sie an den Kiemen berührt, schwimmen sie gleich weg.“ Bruder Tobias ist noch voll begeistert von „Gips und Grips. Da haben wir selber am Fuß und an der Hand einen Gips bekommen, den dann aufgeschnitten und durften ihn mit nach Hause nehmen.“

Hockey

... John-Christopher Fischl, der Laut- und Gebärdensprache kann, zeigt seine Lieblings-Gebärde - die für Hockey ... © Bild: Heinz Wagner
Johann-Christopher Fischl gehörte zu jenen Kinderuni-Studierenden, die auch die Gebärden-Dolmetscherin, die live und simultan die erste Sponsion übersetzte, verstand. Er beherrscht gleichzeitig aber auch die Lautsprache und verrät dem Kinder-KURIER seine Lieblings-Gebärde: „Das ist die für Hockey, weil ich das spiele und das ist mir das liebste. Bei der Kinderuni haben mir vor allem zwei Lehrveranstaltungen gut gefallen, eine über Computer und Internet und eine über Europa.“

www.kinderuni.at

... von der und rund um die Sponsion