Leben | Kiku 14.03.2014

"Zackig und hässlich"

Lia mit ihrem Objekt sowie die Arbeiten einiger Kinder der VS Grunsteingasse - am Plakat zur "kreativ-aktiv"-Ausstellung zur "Bö… © Bild: Heinz Wagner

Kinder und Jugendliche schaffen eigene Kunstwerke, angeregt von der Ausstellung "Böse Dinge" im Wiener Hofmobiliendepot

Wir wollten was, das irgendwie zackig und hässlich ist“, beginnt Lia den Prozess der Arbeit an ihrem Objekt zu schildern, das sie gemeinsam mit Klassenkollegin Ronja angefertigt hat. Nun ist es im Sonderraum des Wiener Hofmobiliendepots gleich beim Eingang zu sehen. So wie fast vier Dutzend weiter Bilder und Objekte, die Kinder und Jugendliche im Atelier dieses Museums in Wien-Neubau einzeln oder in Gruppen gemalt, geklebt usw. haben.

Vor ihren eigenen künstlerischen Arbeiten hatten sie sich durch einen Rundgang durch die Ausstellung „Böse Dinge“ anregen lassen, sich Gedanken über schön und hässlich, die Unterschiedlichkeiten von Geschmack usw. gemacht.

Macht Spaß, Schiaches zu gestalten

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Lia und ihr Objekt, das sie gemeinsam mit Ronja (beide aus der VS Goldschlagstraße) angefertigt hat © Bild: Heinz Wagner

Zurück zur „Marienfigur von Ronja und Lia. (Letztere war auch zur Vernissage der „kreativ – aktiv“-Ausstellung gekommen – so nennt sich die jährlich in einem anderen Museum stattfindende Verbindung von Besuch und Atelierarbeit, die wienXtra-Schulevents organisiert: „Wir haben den Kopf auf einen Körper aus Klopapierrollen geklebt und dann Stoffe zusammen gesucht, um sie eben zackig und doch irgendwie hässlich aussehen zu lassen. Das hat unheimlichen Spaß gemacht.“ Es war, so die junge Künstlerin aus der Volksschule Goldschlagstraße, „aber nicht das erste mal, wir haben auch schon im Hort einmal versucht, möglichst schiache Bilder zu malen“.

Einige Fotos von schönen schiachen Bildern und Objekten findest du in der Bilderstrecke!

Schön klingende Kontrapunkte

kreativ-aktiv, Böse Dinge
Aufgelockert wurde die Eröffnung der Ausstellung durch "königliche Stimmen" in drei kraftvollen Songs von Marlene, Theresa, Laur… © Bild: Heinz Wagner

Vier junge Sängerinnen setzten mit ihren kraftvollen, bewegenden Stimmen vor der Eröffnung dieser kleinen Ausstellung einen schönen Gegenpunkt: Marlene, Theresa, Laura und Vero sangen als „royal voices“ (unverbindliche Übung Vokalensemble im Akademischen Gymnasium) drei schwungvolle, kraftvolle Lieder.

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©Heinz Wagner

kreativ-aktiv, Böse Dinge

©Heinz Wagner

kreativ-aktiv, Böse Dinge

©Heinz Wagner

kreativ-aktiv, Böse Dinge

©Heinz Wagner

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©Heinz Wagner

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©Heinz Wagner

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©Heinz Wagner

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©Heinz Wagner

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©Heinz Wagner

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©Heinz Wagner

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©Heinz Wagner

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©Heinz Wagner

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©Heinz Wagner

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©Heinz Wagner

kreativ-aktiv, Böse Dinge

©Heinz Wagner

kreativ-aktiv, Böse Dinge

©Heinz Wagner

kreativ-aktiv, Böse Dinge

Zauberhafte "böse" Dinge

Eine Deckenlampe aus Hirschgeweih, ein großer Lehnsessel aus Kunststoff, der geformt ist wie ein alter, großer Polster-Fauteuil... Was ist schön, was ist schiach? Hat nicht jede und jeder einen eigenen Geschmack?

Kreativ-aktiv, "Böse Dinge", Ausstellung
© Bild: Heinz Wagner

Damit beschäftigt sich die Ausstellung „Böse Dinge“ im Hofmobiliendepot, einem, Museum in der Wiener Andreasgasse. Vor etwas mehr als 100 Jahren hatte der Kunstgeschichtler Gustav Pazaurek „Guter und schlechter Geschmack im Kunstgewerbe“ geschrieben – samt einer Tabelle, nach welchen Gesichtspunkten das einzuteilen wäre.

Böser als schlechter Geschmack

Kreativ-aktiv, "Böse Dinge", Ausstellung
© Bild: Heinz Wagner

Lässt sich über das meiste vielleicht ganz intensiv diskutieren, ja sogar streiten wie beispielsweise, ob eine Stehlampe oder Weinflasche in Form eines Gewehres wirklich nötig ist, so finden sich in dieser Ausstellung nicht nur alte Sammelstücke aus der Originalsammlung von Pazaurek, sondern auch so manche Gegenstände, die erst viel später entstanden sind. Und bei so manchen geht’s gar nicht um schön oder hässlich, sondern um ganz andere Dinge: In Kinderarbeit hergestellt, rassistisch („Negerküsse“) oder sexistisch (wie Salz- und Pfefferstreuer als Frauenbrüste).

Markttisch

Zurück zu Objekten, über deren Geschmack sich streiten lässt: In der Eingangshalle steht ein langer Tisch mit Dingen, die Besucherinnen und Besucher mitgebracht haben. Jede und jeder kann was mitbringen. Beim „Markt der bösen Dinge“ Anfang Juli werden die Gegenstände verkauft – die Einnahmen gehen an das „neunerhaus“ für obdachlose Menschen in Wien.

Selber machen

Kreativ aktiv; "Böse Dinge", Ateliers
Blumenkreise © Bild: Heinz Wagner

Zwei Wochen lang besuchten Schulklassen nicht nur die Schau, sondern ließen sich durch das eine oder andere ausgestellte Objekt auch zu eigenen Arbeiten im Atelier anregen. Der Kinder-KURIER begleitete die 1c der Volksschule Am Schöpfwerk ( Wien-Meidling) durch die Ausstellung und durfte den jungen Künstler_innen über die Schultern schauen.

Obstschalen

Auf schwarzem Papier malten Idris, Marko, Kardelen und Salma mit bunten Ölkreiden Früchte und verzierten ihre Obstschüsseln mit goldenem Papier, das an gestickte Deckchen erinnert.

Löwenkopfklingel

Inspiriert von einer Klingel in Löwenkopfform malten Yasemin, Elanur, Hossam und Irem wilde Löwenmähnen. An die Stelle der Nase klebten sie jeweils eine Scheibe eines Korkstopels. „Das ist die Klingel“, meinte Hossam.

Blumen

Sofija, Anastasia, Celine, Fatima und Kit malten farbenfrohe Blumenkreise.

Gleich am Nachbarstisch malten auch Kathi, Iva, Zeena und Rauda Blumen – allerdings ließen sie die aus einem Topf wachsen, den sie in Form eines Stiefels aus einem Stück Tapete ausgeschnitten und rot angemalt und mit ein bisschen Erde versehen hatten. Die Blüten ihrer Blumen tupften sie meist gleich direkt aus der Farbtube.

Drucken

Kreativ aktiv; "Böse Dinge", Ateliers
Eisenbahn © Bild: Heinz Wagner

Schließlich und endlich ritzen – angeregt von Spielzeugzügen in de Ausstellung, die von der Herstellerfirma zurückgerufen werden mussten, weil die Farben giftig waren, Emre, Seif, Orhan und Justice Züge in styroporartige dünne Platten. Die färbten sie dann mit Hilfe einer Walze ein und konnten so Abdrucke auf Papier fabrizieren.

Ausstellung

Kreativ aktiv; "Böse Dinge", Ateliers
Löwenkopfklingel © Bild: Heinz Wagner

Übrigens: Einige der Arbeiten, die von insgesamt mehr als 650 Kindern und Jugendlichen in Dutzenden Workshops in den zwei „kreativ – aktiv“-Wochen angefertigt worden sind, können im Museum – kostenlos - angeschaut werden (siehe Infos).

Kreativ aktiv; "Böse Dinge", Ateliers
Obstschüsseln © Bild: Heinz Wagner
Kopie von Kreativ aktiv; "Böse Dinge", Ateliers
Marko, Idris, Salma und Kardelen malen und gestalten Obstschüsseln © Bild: Heinz Wagner
Kopie von Kreativ aktiv; "Böse Dinge", Ateliers
Kathi tupft die Blüten ihrer Blumen, die aus dem Blumentopf-Stiefel wachsen © Bild: Heinz Wagner
Kopie von Kreativ aktiv; "Böse Dinge", Ateliers
Hossam klebt den Stopel auf den Löwenkopf - der stellt die Klingel dar. © Bild: Heinz Wagner
Erstellt am 14.03.2014