Kiku
31.03.2017

Von köstlich bis bitter

Rund 7000 Kids beim 14. Kinder- und Jugend-Buch-Festival im St. Pöltner Kulturbezirk mit Lesungen, Workshops und Theater. KiKu-Lokalaugenschein: Viele Fotos und vier Videos

Bücher bieten weit mehr als Buchstaben auf Papier – oder digital auf verschiedensten Lesegeräten. Sie laden zu Reisen in andere Gegenden der Welt, andere Kulturen oder sogar in Fantasieländer ein. Und sie können Ausgangspunkt für spielerische und andere spannende Workshops sein.

Nicht selten ist vieles davon, selbst Vorgelesenem zuzuhören, spannender, wenn es nicht allein betreiben wird. Noch bis Freitag können Kinder und Jugendliche in vielfältige Welten eintauchen, wie dies insgesamt rund 7000 junge Lesefans beim 14. KiJuBu, dem Kinder- und JugendBuch-Festival im St. Pöltner Kulturbezirk schon seit Samstag getan haben. Autorinnen und Autoren aus Österreich, der Schweiz, Deutschland und den Niederlanden „bespiel(t)en rund sechs Dutzend verschiedene Veranstaltungen. Der (Kinder-)KURIER schaute sich Donnerstag Vormittag bei einigen um.

"Weltreisen"

Bei einer durften die jungen „Welt“-Reisenden sogar Früchte verkosten. Im Vortragssaal der Landesbibliothek wurde bei einer der Wissensstationen klein geschnittene exotische Früchte angeboten. Was davon ist eine Mango, was eine Maracuja, eine Drachenfrucht usw.? Es galt Nicaragua, ein Land der Seen, Vulkane, Regenwälder und von Kaffee geschmacklich zu „entdecken“. Bei einer anderen Station hier ging’s um Tiere und bei einer dritten um ein paar spanische Begriffe, manche besonders typisch für dieses mittelamerikanische Land. Besonders witzig fanden jungen Leserinnen und Leser, die selber viele verschiedene Sprachen und Kulturen mitbrachten, dass „papa“ nicht nur Vater bedeutet, sondern auch Papst, aber auch Kartoffel (Erdapfel). Das Lieblingswort, das einige in der Folge beim Basteln kleiner Piñatas (mit Süßigkeiten gefüllte Figuren, die zerschlagen werden, um an das Innere zu kommen) verwendeten: chunche (Dingsbums).

Zwei Sprachen gleichzeitig

Im Kino des NOE-Museums wurde gleichzeitig zweisprachig gelesen – beides auf Deutsch, einmal in der Laut- und einmal in der Gebärdensprache. Noch bevor die Lesung von Franz-Joseph Huainiggs „Wir sprechen mit den Händen“ begann, war das Finger-Alphabet eingeblendet und die wartenden Kinder begannen ihre eigenen Namen und andere Wörter zu gebärden.

Nach dem Theaterstück „Heidi“ (Theater des Kindes Linz) konnten Kinder mit Theaterleuten in Workshops kleine Übungen ausführen: Ein Namensspiel im Kreis, bei dem sie eine Methode von Textlernen erkannten. Beim Klatschspiel ging es darum, immer konzentriert zu sein, um möglichst rasch zu checken, wer wen anschaut und somit von wo nach wohin das Klatschen weiter gegeben wird. Und schließlich: Die meisten Geschichten – ob in Büchern, am Theater oder in Filmen lassen sich auf drei Sätze runterbrechen: Alltag. Es passiert was, gibt einen Streit/Konflikt... Und zuletzt kommt eine Lösung ins Spiel. Der Reihe nach sprudelten die Kids nur solche 3-Satz-Geschichten raus wie „Ich gehe in den Garten. Ich falle um. Stehe aber wieder auf“ oder „ich bin fröhlich. Falle in eine Gatschpfütze. Habe aber frisches Gewand mit“...

Mit Georg Bydlinski träumten sich die jungen Buch-Fans – auch singend – ein eigenes Land. Und Karin Ammerer brachte bittere Geschichten hautnah als sie aus „Auf der Flucht“ las. Die Geschichten, die ihre ausgedachte Mayssam und ihre Familie erlebten, sind alle wahr, stammen allerdings von vielen verschiedenen echten Flüchtlingen mit denen die Autorin gesprochen hat.

Viele Fotos vom KiKu-Lokalaugenschein bei Lesungen und Workshops weiter unten!

www.kijubu.at

... aus Workshops

... aus Lesungen

"Wir träumen uns ein Land"

"Wir sprechen mit den Händen"