© Marianne Marte

Kinder-Musical
05/19/2016

Fanastasia & Mario vs Fadistan

Rund drei Dutzend Kinder und Jugendliche spielen und singen das Musical "Mario" im Wiener Louis-Braille-Haus.

von Heinz Wagner

Gut gegen Böse in Form von bedrohter Fantasie – mit Anklängen an Michael Endes „Unendlicher Geschichte“. Die Bösewichter heißen hier Ödlinge, deren Boss Fadistan. Er will sich Fantasien einverleiben und deren Königin Fanastasia vernichten, wenigstens jedoch auf der Ödsee-Insel gefangen halten. Denn dann würde er sich zum König machen.

Den Ödlingen ist wie ihr Name und der ihres Chefs schon sagt – fad. Aber nicht nur, sie wollen alle und alles zerstören, was Langeweile bedrohen könnte. ... Das ist grob zusammen gefasst die Grundgeschichte des rund eineinhalb-stündigen Musicals „Mario“, das am 20 und 21. Mai 2016 im Louis Braille Haus in Wien-Penzing zu sehen und hören ist. Es singen und spielen rund drei Dutzend Kinder und Jugendliche des im 14. Wiener Bezirk angesiedelten Chores – unterstütz von einer vierköpfigen Band. Es ist das fünfte Musical des Kinderchores Penzing, die erste Eigenproduktion.

Mario, der/die Retter/in

DER Retter ist ein Erdling namens Mario, Schüler der 2b. Er muss einen Aufsatz über Fantasie schreiben. Viel fällt ihm nicht ein. Da steigt aus dem Wäschekorb in seinem Zimmer Fanastasia, die auf die Erde kam, um Hilfe für ihr – von den Ödlingen - bedrohtes Land und seine Bevölkerung zu holen. Gemeinsam mit verrückten Hühnern, rappenden Bade-Enten, einem Feuerwehrmann, einem Dino, einer Krankenschwester, Fischen, Rittern und Astronauten haben beide Abenteuer zu bestehen, nachdem sie schon auf abenteuerliche Weise ins Land der Fantasie gelangen. Wie können sie die sich ausbreitende Seuche der Langeweile aufhalten? Wie die Ödlinge dazu bewegen, sich zu bewegen. Denn ihre Fadesse rührt daher, dass sie fast nur sitzen – mit ihren Handys spielen und wenn sie gehen, dann ohne zu sehen – weil sie erst recht wieder auf die Displays ihrer Smart-Phones starren...

Ödlinge im Interview

Paul, Marie, Klara, Luisa, Raphael und Jonny spielen diese Ödlinge. „Uns ist im Chor aber nie fad“, sagen sie in einer Pause der Generalprobe auf diese Frage des Kinder-KURIERs praktisch im Chor. Im „restlichen“ Leben finden sie Schule mal so und mal so – „das hängt von den Fächern – oder viel mehr von den Lehrkräften – ab“. Nie fad ist für Luisa, Raphael und Jonny „essen“. „Und wenn wir nix zu tun haben, dann is schon fad“. Was sie dagegen unternehmen: „Lesen, ich lese gerne Bücher“, meint Marie – und löst bei anderen ein wenig Kopfschütteln aus. Marie spielt aber auch gern Fußball, andere „lieben es zu zocken“ – und finden das gar nicht langweilig. Klara schaut ihre Lieblings-Serie „Soy Luna“ und Luisa „hör dann eine CD mit Musik“.
Die eher ein wenig auf Pseudo wirkende sogenannte Jugendsprache – von YOLO über „echt voll krass“, „echt fett“ bis „nicht voll der Hammer“ – sprechen sie – hörbar – nicht.

Hauptfiguren

Ihr Anführer – in der Rolle des Fadistan ist in echt eine sie – wie auch Mario. Florentina, die sozusagen nur wie durch einen durchscheinenden Stoff schaut, der wirkt, als wäre es ein Monitor, „bin in echt gar nicht fies und bös, aber ich kann das auf der Bühne gut spielen!“

Von ihrer Gegenspielerin Fanastasia, gespielt von Anna, will der KiKu die sich fast aufdrängende Frage gestellt, ob sie in echt auch so viel Fantasie habe. Die Antwort: „Nicht so arg, manchmal schon!“

Philine schlüpft in die Rolle der Titel gebenden Figur. Als Mario ist sie nun am Ziel ihrer Träume. „Ich hab schon oft bei den Musicals vom Kinderchor mitgemacht, ich weiß gar nicht mehr, wie oft. Beim ersten Mal hatte ich nur eine kleine Rolle, wo ich sogar nichts reden durfte. Aber schon da wusste ich, das ist erst der Anfang, von Mal zu Mal wollte ich mehr und hab dann auch immer größere rollen gekriegt. Als ich dann im Herbst gehört hab, ich darf den Mario spielen, hab ich mich voll gefreut.“ Die Frage, ob sich in die Freude vielleicht auch ein wenig Angst vor der Hauptrolle gemischt hätte, verneint Philine. „Ich hab ja schon gewusst, wie es ist, auf der Bühne zu spielen und zu singen. Das ist ja schrittweise mehr geworden.“

Weitere Darsteller_innen

Dino-Darstellerin Sarah beschreibt ihre Rolle als „Assistentin für die Krankenschwester (Tamika), ich muss ihr Wasser bringen, aber ich darf auch brüllen“, freut sie sich sichtlich.

Sichtlich Freude bereiten – trotz „versperrten“ Gesichtern – auch Precious, Matthias und Frederik ihre Rollen als Ritter – mit einer Art Nummerntafeln Ritter 1, ... bis 3. Die Freude ist schon im Spiel auf der Bühne zu sehen, noch viel mehr, wenn sie in der Pause, das vergitterte visier öffnen oder gar den Helm abnehmen.

Lebo und Marlene haben „schwer“ an ihren ausgestopften Bäuchen zu tragen. Die gelb gewandeten rappenden Bade-Enten „wollten was Lustiges machen“ – und das gelingt ihnen auf der Bühne voll. Lebo verrät dem Kiku auch, „dass ich schon ganz gern ein bisschen rappe so manches Mal nur für mich, ich würde aber gern mehr machen.“

Witzige sind – auch schon von ihrem Outfit her – die Crazy Chickens, die verrückten Hühner Rosa, Mira, Vy An, Paulina, Katharina und Loan. Letztere ist mit ihren sechs Jahren die Allerjüngste im Ensemble und ihre Schwester gehört Vy an gehört auch zur bunt gefiederten Crew. „Wie ist das so als Schwester – noch dazu in der gleichen Gruppe?“
„Na, da geht’s eh, da nervt sie nicht so wie zu Hause!“, meint Loan. Vy An nickt dazu verständnisvoll, merkt aber sanft an, dass es ihr umgekehrt nicht anders gehe.

Und Clara, Darstellerin von Supergirl, die Anführerin einer Reihe von Figuren wie Krankenschwester, Dino, Feuerwehrmann & Co., findet ihre Rolle – und sich auch – „fantasiefähig“ ;)

Spielfreude

Auch wenn vielleicht ein bisschen zu stark ein erhobener Zeigefinger mitschwingt und Elemente von Pseudo-Jugendsprache aufgesetzt wirkt, dürfte der Funke der Spielfreude am Freitag und Samstag bei den vier Vorstellungen auf das Publikum überspringen.

Einige Szenenfotos - von der Generalprobe

Mario, das Musical

Mario, das Musical

Mario, das Musical

Mario, das Musical

Mario, das Musical

Mario, das Musical

Mario, das Musical

Mario, das Musical

Mario, das Musical

Mario, das Musical

Mario, das Musical

Mario, das Musical

Mario, das Musical

Mario, das Musical

Mario, das Musical

Mario, das Musical

Mario, das Musical

Mario, das Musical

Was? Wer? Wann? Wo?

Mario - Das Musical
Zentrum für Musikvermittlung Wien 14
Kinderchor Penzing

Mario Philine Pils
Fanastasia: Anna Wigelbeyer
Fadistan: Florentina Futterknecht
Bodyguards: Lilia Bouhafa, Anna Frost, Franziska Höller, Clara Suppin, Norina Tarmann
Rappende Badeenten: Marlene Forgber, Lebohang Lechmann
Ödlinge: Marie Kay Koppelhuber, Jonathan Daul, Raphael Bühler, Paul Holluger, Luisa Dantine, Klara Kovačić
Crazy Chicken; Rosa Czernohorszky, Mira Schüchner, Vyan Phan Quoc, Paulina Kirnbauer, Katharina Frost, Loan Phan Quoc
Astronauten: Valerie Herzog, Friedrich Futterknecht
Supergirl: Clara Wigelbeyer
Ritter: Frederik Varga, Precious Edobor, Matthias Melzer
Krankenschwester: Tamika Böhler
Feuerwehrmann: Felix Holluger
Dino: Sarah Fichtinger
Fische: Magdalena Haussteiner, Antonia Helm, Valentina Ovsenjak, Sofie Reichert
Mutter: Marlene Forgber

Band
Violine: Helene Gerzabek
Querflöte & Akkordeon: Antonia Länger
E-Gitarre: Finn Schöler
Klavier: Leonhard Vohla
Perkussion: Bernhard Höchtel

Leitung: Beate Länger-Oelz, Nicole Marte
Text & Buch: Alexandra Schöler-Haring, Nicole Marte
Musik: Bernhard Höchtel
Regie: Alexandra Schöler-Haring
Kostüm- und Bühnenbild: Stefania Compagni und Michaela Pils (Assistenz)
Ton: Bao Vu Phan Quoc
Licht: Werner Pils
Organisation: Thomas Ladstätter, Beate Länger-Oelz, Nicole Marte

Wann & wo?

20. Mai 2016, 8.45 und 11 Uhr - für Schulklassen
21. Mai 2016, 10.30 und 15.30 Uhr

Louis Braille Haus, 1140, Hägelingasse 4-6
Telefon: 0 676 30 989 33
www.musikvermittelt.at

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