Bewegende musikalische Begegnung mit Geschichte

mona_klavier_kids1.jpg
Foto: Heinz Wagner Mona Golabek bei ihrer bewegenden musikalischen Geschichtsstunde

Mona Golabek spielte im Musikverein Lieder, die ihre Mutter hier gern gespielt hätte. Die musste 1939 als 14-Jährige mit einem der Kindertransporte flüchten.

Eine beeindruckende, immer wieder auch zu Tränen rührende hautnahe Geschichtsstunde in Form einer musikalischen bewegenden Stunde zauberte Mona Golabek Dienstag Vormittag für rund 400 Kinde rund Jugendliche in den Brahmssaal des Wiener MusikVereins. Sie erweckte die Geschichte ihrer Mutter, Lisa Jura, die nun fast eineinhalb Jahrzehnte nach er amerkianisch-englischen Originalfassung auch auf Deutsch erschienen ist zum Leben: „Die Pianistin von Wien“ (siehe Buchhinweis unten).

mona_buch_klavier.jpg Foto: Heinz Wagner Die meisterhafte Pianistin erzählte die Geschichte von „Lisele“ wie ihre Mutter von den Schwestern und Eltern genannt worden war. Die war in Wien-Leopoldstadt aufgewachsen, legte Wert auf modisches Styling, ihr wöchentliches Highlight aber war die Klavierstunde bei einem Professor nahe der Mahlerstraße. Die dann 1938 nicht mehr so heißen, nicht mehr nach einem jüdischen Komponisten benannt sein durfte. Auch durfte ihr Lehrer, der Lisa für sehr begabt hielt, sie nicht mehr unterrichten. Was Lisa in der letzten Stunde spielte, wie sie ihre Mutter Malka, die Oma der Autorin, zu Hause doch zu trösten versuchte – „Musik wurde Lisas ganze Welt… zu einem Zufluchtsort vor den Nazis“.

Jugendliche Flüchtlinge 1938

mona_sarah1.jpg Foto: Heinz Wagner Wie der Vater nach der Pogromnacht (oft verharmlosend als Reichskristallnacht wegen der vielen zerbrochenen Fensterscheiben) eine Fahrkarte für einen der Kindertransportzüge nach England auftrieb, die schwere Entscheidung, welche der drei Töchter damit auf die Flucht geschickt wurde… die Ankunft in London, die Unterbringung in einem Heim für minderjährige Flüchtlinge, ihr Klavierspiel dort nach monatelanger Zwangspause, das Vorspielen zur Aufnahme in die Royal Academy for Music in der britischen Hauptstadt… All das erzählt Mona Golabek in kurzen (englischen) Sätzen. Sie lässt es vor allem aber erleben, in dem sie jeweils jene Lieder in den Saal schickt, mit denen auch ihre Mutter zu diesen historischen Zeitpunkten auf den weißen und schwarzen Tasten ihre Mitmenschen und die Umgebung sprichwörtlich verzauberte: Beethovens Mondscheinsonate, Nocturne von Frédéric Chopin, Stücke von Edvard Grieg …

Musik als Zufluchtsort

mona_yousof_sarah.jpg Foto: Heinz Wagner Wie Lisa von Malka, so lernte Mona zunächst von ihrer Mutter das Klavierspiel von sehr jungen Jahren an, um es später weiter zu professionalisieren, zu künstlerischer Meisterschaft zu bringen. Mona Golabek hat ihr rund einstündiges Programm aus Erzählung und Klavierspiel – samt eingeblendeten historischen Fotos und Videos schon in vielen Ländern vor zehntausenden vor allem Kindern und Jugendlichen gespielt – aber erstmals im Wiener Musikverein – was ihre Mutter als Kind immer erträumte und ihr nicht vergönnt war. Deshalb, so die Pianistin in dritter Generation und Autorin der Biographin ihrer Mutter, sei dieser Auftritt ein ganz besonderer gewesen, einer bei der der eleoquenten Autorin bei der ersten Probe am Tag davor sogar die Stimme versagt hätte, wie sie auf eine der vielzähligen Fragen aus dem jungen Publikum gestand. Spontan und freudig sagte sie zu, als der 15-jährige Yousof El Sayed sie um ein Selfie – mit dem gesamten Auditorium im Hintergrund – bat.

Schnappschüsse vom Konzert und der Buchpräsentation

Mona Golabek und besonders interessierte Schüler_innen Mona Golabek und besonders interessierte Schüler_innen Mona Golabek und Yousof El Saed sowie Monas Nichte Sarah bei ihrem Selfie im Brahms-Saal Mona Golabek und Yousof El Saed sowie Monas Nichte Sarah bei ihrem Selfie im Brahms-Saal Mona Golabek und Yousof El Saed bei ihrem Selfie im Brahms-Saal Mona Golabek und Yousof El Saed bei ihrem Selfie im Brahms-Saal Mona Golabek nach ihrer bewegenden musikalischen Geschichtsstunde - mit auf der Bühne ihre Nichte Sarah, Anwältin und auch begeisterte Klavierspielerin Mona Golabek bei ihrer bewegenden musikalischen Geschichtsstunde Mona Golabek mit dem Buch beim Flügel auf der Bühne des Brahms-Saales im Wiener Musikverein Mona Golabek - und ihr Buch, bei der Präsentation im Museum "Für das Kind" Mona Golabek - und ihr Buch Mona Golabek - und ihr Buch Jungschauspielerin Paula Nocker liest Passagen aus Mona Golabeks Buch über deren Mutter Lisa Jura oberhalb des Museums „Für das Kind“ in der Pfefferhofgasse 5 (Wien-Landstraße) Jungschauspielerin Paula Nocker liest Passagen aus Mona Golabeks Buch über deren Mutter Lisa Jura oberhalb des Museums „Für das Kind“ in der Pfefferhofgasse 5 (Wien-Landstraße) Die Autorin und die Schauspielerin Mona Golabek signiert ihr Buch für den KiKu Mona Golabek mit einem Bild aus der Hand ihrer Mutter

Das Buch

Buchcover "Die Pianistin von Wien" Foto: Elisabeth Pirker/OFFBEAT, Amalthea Signum Verlag Wien Mona Golabek, Lee Cohen
Die Pianistin von Wien
Eine Geschichte von Überleben, Liebe und Musik
250 Seiten
Amalthea
25 €

Videos (1) ...

... aus dem Musikverein

Videos (2) ...

... von der Buchpräsentation im Museum "Für das Kind"/Galerie BellArTi

(kiku) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?