Die erfolgreichen Teilnehmer_innen aus Österreich mit einer Vertreterin des Wissenschaftsminsiteriums und einem Vertreter des Patentamtes

© Österreichischer Erfinderverband

Drei Mal Gold und ein Mal Silber für Österreich
10/31/2016

Drei Mal Gold und ein Mal Silber für Österreich

Vier Teams des österreichischen Bewerbs Jugend Innovativ holten Erfolge bei der internationalen Erfindermesse iENA in Nürnberg.

von Heinz Wagner

Vier Teams aus Österreich fuhren zur 68. Erfindermesse iENA ins deutsche Nürnberg, wo sie mit ihren Projekten im Bewerb mit 700 Aussteller_innen aus 28 Ländern standen. Alle vier konnten sich im absoluten Spitzenfeld platzieren: Drei Goldmedaillen und eine Silbermedaille brachten die Jugendlichen von dieser bedeutenden Drehscheibe des internationalen Erfindungswesen mit nach Hause – nach Kärnten, Niederösterreich (2 Mal) und Salzburg.

GOLD: „CareBed – CareGood“

Petra Proprenter, Christian Leitner und Josef Rampitsch

HTL Wolfsberg, Kärnten

Dass da bisher noch niemand drauf gekommen ist...!?!?!? Ein neuartiges Pflegebett haben Josef Rampitsch, Petra Proprenter und Lukas Rieger von der HTL Wolfsberg (Kärnten) erfunden. Das hölzerne Bettgestell besteht aus zwei Hälften, die wie Finger ineinander greifen und über eine Achse auseinander gedreht werden können. Damit kann die Patientin, der Patient ohne Beeinträchtigung liegen bleiben, die „Finger“ einer Hälfte werden rausgedreht, die Pflegekraft kann die Bettwäsche tauschen usw.. Danach kommt die zweite Seite dran. „CareBed – CareGood“ nannte das Trio die eigene Erfindung.

Rampitsch war einst Tischlerlehrling, hatte einen Unfall und musste ein Jahr lang mit einer schweren Wirbelverletzung im Krankenhaus liegen – „das ist also nicht nur was für Ältere, es kann jeden treffen. Ich “, meint der (Mit-)Erfinder. „Nach dem Unfall musste ich meinen Traumberuf aufgeben, das konnte ich körperlich nicht mehr, wollte aber eine höhere Ausbildung machen, die nicht so weit davon entfernt ist. Und aus der eigenen Erfahrung heraus, dass Patient_innen während des Bettenmachens oft in eine „ungemütliche“ Hängevorrichtung gelegt werden oder für die Pflegekraft mühsam auf eine Seite gerollt werden müssen, kam die Grundidee. Von der ausgehend konnte der Projektleiter sein Holzbe- und verarbeitungs-Know-How nutzbringend einsetzen. Zirben- oder Lerchenholz ist außerdem besonders gesund. Auf den Holz„fingern“ liegt eine Schaumstoffauflage.

Über Petra Proprenters Schwester, die Krankenpflegerin ist, kam auch fachliches Wissen aus der Spitalspraxis ins Projekt. Der dritte im Bunde, Lukas Rieger, wird übrigens seinen Zivildienst in einem Senior_innen-Heim leisten.

Übrigens: Übrigens: Zirben- sowie Lärchenholz sind „nebenbei“ für Allergiker gut. Und: Berechnung des Projektteams ergaben, dass dieses für alle bessere Bett auch kostengünstiger wäre.

GOLD: Automatisch schnell spannen: Slackline Tensioning System

Daniel Höllerer und Jonathan Reisinger

HTBLuVA Waidhofen/Ybbs, Niederösterreich

Die „Ratschen“ aus Baumärkten sind zum Spannen der seit Jahren beliebten Slacklines nur ein notdürftiges Hilfsmittel. Bei langen Leinen äußerst mühsam und zeitaufwendig. Läuft die Leine nicht kerzengerade durch die Spannvorrichtung, franst sie bald an den Rändern aus. Die mechanischen Teile der Spann-„Ratschen“ brechen mitunter, Metallteile springen weg – was immer wieder zu Verletzungen für dann verhinderte „Seiltänzerinnen und „Seiltänzer“ führt.

Jonathan Reisinger und Daniel Höllerer von der Höheren Technischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Waidhofen an der Ybbs (aus dieser Schule kamen drei Teams ins Finale) erfanden ein neuartiges Spann- und Klemm-System mit einem Motorteil. Dieses wird mit wenigen Handgriffen hinzugefügt. Ruck zuck kann nun – ein Mensch allein – die Slackline per Knopfdruck rasch spannen. In der Vorrichtung des Duos läuft das Band auch immer ganz gerade, kann also am Rand nicht ausfransen. Und es kann – für Wettkämpfe wichtig – immer gleich gespannt werden.

Mit ihrer Erfindung haben die beiden die Abteilung Maschinenbau/Mechatronik der Kategorie Engineering gewonnen. Darüber hinaus vertreten sie – mit anderen Teams – Österreich bei einem internationalen Bewerb und der Erfindermesse. Und sie bekamen eine Wildcard für aws-first, um zu lernen, wie ein eigenes Unternehmen gegründet werden kann.

GOLD: Flexibler Rolli-Motor

Martin Fohringer und Martin Hinteramskogler

HTBLuVA Waidhofen/Ybbs, Niederösterreich

In Pflegeheimen und Krankenhäusern sind die Patientinnen und Patienten oft nur für die Dauer ihres Aufenthalts auf Rollstühle angewiesen. Diese sind im Regelfall nicht elektrisch betrieben sondern müssen vom Pflegepersonal oder den Angehörigen angeschoben werden. Aus diesem Grund machte es sich das Team „Variabler Rollstuhlantrieb“ zum Ziel, einen abnehmbaren Zusatzantrieb für verschieden Rollstuhltypen herzustellen und so das Befördern von Personen im Rollstuhl vor allem auch bei leichten Steigungen zu erleichtern. Bei Bedarf kann ähnlich wie bei einem E-Bike der Antrieb zugeschaltet und sogar auf die Schrittgeschwindigkeit der Schiebenden eingestellt werden. Die leichte und kompakte Konstruktion ermöglicht eine einfache Montage auf verschiedenen Rollstühlen.

SILBER: Farbverändernde Holzbeschichtungen

Hubert Schwarz, Matthias Wintersteller und Alexander Zeppetzauer

Holztechnikum Kuchl, Salzburg

Holz verblasst mit der Zeit, wenn die Sonne drauf scheint. Was, wenn sich ein Lack so verdunkeln könnte wie so manche (Sonnen-)Brille? Das war die Grundidee von Matthias Wintersteller, Hubert Schwarz und Alexander Zeppetzauer aus dem Holztechnikum, einer HTL mit Schwerpunkt Holz, im Salzburger Kuchl.

Gedacht, getan: Das Trio tüftelte und fand, dass Silberjodid für die Verfärbung von Sonnenbrillen zuständig sind. Wie lässt sich das verflüssigen, lösen und einem Holzlack hinzufügen? Nun, das bleibt vorerst noch das Geheimnis der drei Jungs, denn sie haben ihr Verfahren zum Patent angemeldet. Holzbretter mit verschiedenen ihrer neuen Mischungen haben sie in einer sogenannten Bewitterungskammer ausprobiert.

Zu einem Artikel über alle Jugend-Innovativ-Finalprojekte 2016

Auf zur nächsten Runde

Derzeit läuft die Anmeldefrist für die neue, die mittlerweile 30. Runde des Wettbewerbs „Jugend Innovativ“ in Österreich. Teilnehmen können Schüler_innen und Lehrlinge zwischen 15 und 20 Jahren. Anmeldeschluss ist der 22. Dezember 2016. Insgesamt werden die erfolgreichsten Projekte in den Kategorien Engineering, Science, Design und Young Entrenpreneurs sowie dem Sonderpreis SoustainabilityAnfang Juni mit 33.000 Euro belohnt. Die vielleicht noch viel wichtigeren Preise sind die Einladungen zu internationalen Bewerben wie dem oben genannten.

www.jugendinnovativ.at

www.iena.de

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