Kiku
27.04.2017

Mit spielerischer Deutsch-lern-App ins Finale

Jugend Innovativ: 1611 Jugendliche starteten mit 463 Projekten im Herbst. Nun stehen die 30 Finalprojekte fest.

150 Bilder über Alltagsgegenständen können in dieser App angeklickt werden. Bei jedem Bild poppt die Bezeichnung auf Deutsch auf. Gleichzeitig ist das Wort auch zu hören. Jakub Blakala, Sandra Matković, Schnia Abdullahpour und Manuel Frei von der HTL Ottakring nannten ihre App Amal, das arabische Wort für Hoffnung – www.amal-info.at. Damit erreichten sie am Mittwoch in der „Graphischen“ in der Leyserstraße (Wien-Penzing) eines der vier letzten zu vergebenden 30 Tickets fürs Bundesfinale von „Jugend Innovativ“ (31. Mai bis 2. Juni in der Aula der Akademie der Wissenschaften, Wollzeile mit Vizekanzler Reinhold Mitterlehner und Bildungsministerin Sonja Hammerschmid). Die 26 anderen waren zuvor in einer Bundesländer-Halbfinal-Tour vergeben worden.

1611 Jugendliche starteten mit 463 Projekten

Zum 30. Mal findet in diesem Schuljahr der österreichweite Schulbewerb „Jugend Innovativ“ statt. 463 Projekte – mit 1611 beteiligten Jugendlichen - sind im Herbst gestartet, 60 hatten’s in die Halfinali geschafft. Der Bewerb findet in vier Kategorien plus einem Sonderpreis statt. In die Semifinale schafften es elf Design-, 19 Engineering-, zehn Young Entrepreneurs- und acht Science- sowie 12 Projekte für den Sonderpreis Sustainability der Raiffeisen Klimaschutz-Initiative. Die Halbfinali fanden im Holztechnikum Kuchl (Salzburg), in der HTL Braunau (OÖ) und in Weiz (Steiermark) sowie in der bereits erwähnten Wiener „Graphischen“ statt.

Helfen wollen

Neben dem „AMAL“-Quartett kamen in Wien drei weitere Teams – von zehn, die ihre Projekte vorstellen konnten – weiter ins Bundesfinale. Eines davon ist sogar ein schulübergreifendes. Für das Portal „Spenden verbindet“ arbeiteten Thomas Fertl, Maximilian Seifert, Philip Strobach und Ricco Skombar von der HTL Rennweg mit Lukas Cwikiel von der „Graphischen“ zusammen. Das fünfköpfige Schülerteam kooperierte wiederum mit der Caritas und dem Neunerhaus. Bei dem Portal können sich sowohl mögliche Spender_innen als auch mögliche Bedürftige anmelden. Die Plattform will beide miteinander vernetzen – und so für Spender_innen ihren Geldfluss transparent machen und individuell zuordnen können. Ausgangspunkt war übrigens, so die vier Schüler, die beim Halbfinale dabei waren, ein dramatischer Abend. Die fünf Freunde trafen einander am 13. November 2015 und wollten sich das – geplante - Fußballspiel Frankreich gegen Deutschland gemeinsam anschauen. Fünf koordinierte Terroranschläge in Paris mit insgesamt letztlich 130 Toten und mehr als 350 Verletzten stehen für diesen Abend. „Das hat den Wunsch ausgelöst, irgendwie Menschen helfen zu wollen“, meinen die Jungs. Und gingen die Gründung dieser Plattform als Diplomprojekt an – „das wir natürlich auch nach der Schule weiter führen wollen“, so die „Spenden-verbindet“-Gründer zum Kinder-KURIER -www.spendenverbindet.at/

Trink-Alarm

Ein drittes Projekt, das es in Wien ins Bundesfinale schaffte, nennt sich Smart Cap. Christoph Amon, Christian Janßen und Florian Kristof von der HTL Rennweg erfanden, bauten und programmierten einen „schlauen Flaschenverschluss“ samt Handy-App. Der High-Tech-Verschluss passt auf herkömmliche PET-Flasche und kann über Abstandsmessung zur Oberfläche des Getränkeinhalts messen, wie viel schon getrunken wurde. Ist das zu wenig, so alarmiert das Handy die betreffende Person, es ist dringend an der Zeit, was zu trinken. Gedacht, so das Trio zum Kinder-KURIER, „ist das vor allem für ältere, vielleicht schon vergessliche Menschen aus gesundheitlichen Gründen“.

Datenbank-Sicherungen

Die Menge an Daten und vor allem ihr extremes und schnelles Wachstum veranlassten Kevin Per und Florian Hanko aus der HTL Ottakring dazu, sich mit dezentrale, ausfallsicheren, dokumenten-orientierten Speicherungssystemen zu beschäftigen. Auf einem der beiden Laptops laufen ständig Zahlen- und Buchstabenkombinationen ab. Der zweite Rechner zeigt eine Weltkarte. Die Daten sind in New York, in Singapur und in Indien gespeichert. Die drei Server gleichen ihre Daten immer wieder ab. Einen relativ neuen an der Harvard-Universität entwickelten Algorithmus haben die beiden ihrer Softwarelösung für Datenbank-Speicherungen zugrunde gelegt und ein Speicherungssystem entwickelt, das eben ausfallsicher ist. Ihre Programmierung erfolgte als Open-Source, kann also kostenfrei verwendet werden:www.paenkodb.at/

www.jugendinnovativ.at

... von den weiteren sechs Wiener Halbfinal-Projekten

Schnappschüsse von Bühnenauftritten