© Igor Ripak

Heidi
12/05/2013

Hajdi he, hajdi ho...

"Haydi, Hleb (Brot) & Geißenmöuch (Ziegenmilch)" spielt - vor allem musikalisch - rund um Heimaten, Heim- und Fernweh, Sehnsüchte und Erinnerungen im Wiener Konzerthaus.

von Heinz Wagner

Der kleine Saal im zweiten Stock des Wiener Konzerthauses füllt sich. Kinder strömen klassenweise in den Raum und setzen sich auf den Boden – von einem auf den Boden geklebten weißen, eckigen U vom Spieltraum getrennt.

Auf der „Bühne“ mit grünem Teppichboden stehen ein paar Instrumente und Koffer herum, in den Seitenstreifen stehen und sitzen Musikerinnen, gleich neben der Tür auch eine Geigerin. Die Einzelklänge aus zwei Geigen, einer Klarinette, einer Gitarre und einer Trommel wachsen zusammen zu einem gemeinsamen Musikstück, das ein wenig fremd klingt – ein Mix aus hierzulande Bekanntem und orientalisch Angehauchtem. Der oberste Deckel eines kleinen Kofferstapels geht auf – und heraus springt eine Schauspielerin. Die gibt sich als „Heidi“ zu erkennen, jenes beinahe weltweit bekannten Mädchens aus den Schweizer Alpen. Sie redet auch schwyzerdütsch. Das musste die Schauspielerin nicht lernen, sie stammt aus der Schweiz.

Wo fühlst du dich zu Hause?

Auf dem Weg zum Großvater hoch oben in den Bergen wird sie von ihren Musikerinnen-Kolleginnen begleitet. Zwischendurch entspinnen sich – oft musikalisch ausgetragene - Dialoge über Herkunft, Heimat, Großeltern, verreisen, ankommen, neue Freund_innen finden, Erinnerungsstücke… Und das ist recht abwechslungsreich, wurden für die Produktion „Haydi, Hleb & Geißenmöuch“ doch bewusst Musikerinnen aus verschiedenen Ecken und Enden gesucht – von Oberösterreich bis Plovdiv (Bulgarien), von Bisamberg (Niederösterreich) bis Novisad (Serbien), von Wien bis Rudolfstetten (Schweiz). Neben dem vielfältigen melodiösen Spiel werden auch Bilder aus den Kindheiten der sechs Spielerinnen eingeblendet.

Aha-Erlebnisse

Hin und wieder fallen auch (gesungene) Sätze in den Herkunftssprachen der Musikerinnen – vom schon erwähnten Schweizerdeutsch über oberösterreichischen Dialekt bis zu Bulgarisch. Vor allem bei Serbisch führt das immer wieder bei Kindern „aha, das kenn ich, das kann ich auch“-Effekten. Das meiste jedoch wird über die Sprache der Musik erzählt – bis hin zur Beschreibung der Violin-Spielerin, dass sie ihr Instrument beinahe im ganzen Körper spüre, weil die Vibration der Geige über Arme und Schultern ausstrahle. Um das – kurz – erleben zu können, geht sie mitten ins Publikum, spielt die Violine kurz an und lässt Kinder an deren Finger spüren, was sie meint.

Tua weida!

Übrigens löst die Schreibweise dieser Haydi bei vielen auch die Gedankenkette zu (h)ajde! (Bosnisch/kroatisch/Serbisch) oder hadi! (Türkisch) aus, was so viel wie „tu weiter!“ oder „gemma!“ bedeutet.

Haydi, Hleb & Geißenmöuch
Musik zum Angreifen - Konzerte für Volkschulen in Wien (3. u. 4. Schulstufe)
Bis 11. Dezember
Jeunesse im Wiener Konzerthaus, Schönberg-Saal

Michèle Rohrbach, Schauspiel, Stimme
Ulrike Müllner, Violine
Maria Petrova, Perkussion
Jelena Popržan, Viola, Stimme
Vera Rausch, Saxophon, Querflöte
Beate Reiermann, Gitarre |

Regie & Konzept: Sara Ostertag
Ausstattung: Birgit Kellner
Konzept, Vermittlung: Annemarie Mitterbäck, Maria Tunner

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