Gemalte und fotografierte Fantasie

Vier Frauen betrachten ein farbenfrohes Gemälde mit arabischer Schrift in einer Kunstausstellung.
Als Berufsschülerin mit der Malerei begonnen. Jetzt Gemeinschaftsausstellung mit ihrem Vater und seinen Fotos im Palais Pallfy

Meist runde, kurvige Formen und vorwiegend grüne und blaue Farbtöne dominieren die Bilder von Sonja Mahfoudh. Allesamt sind sie abstrakt. Mehr als ein Dutzend ihrer Bilder sind nach einer kleinen Ausstellung in einer relativ neuen Galerie in Mariahilf nun im berühmten Palais Pallfy am Wiener Josefsplatz zu sehen – gemeinsam mit traumhaften Naturfotos ihres Vaters Aziz Z‘Guem.

Eine Frau präsentiert eine Ausstellung mit abstrakten Gemälden.
Ihre Titel kriegen Mahfoudhs Bilder meist erst nachher. Das können Assoziationen nach dem Betrachten der fertigen Acrylgemälde oder auch Anregungen beispielsweise ihrer Mutter sein. Manche der Bilder „tanzen“ durchaus aber auch der Reihe, so ist „ Unruhen“ in schwarz und weiß gehalten. Eines ist durch fast ausschließ gerade Linien gekennzeichnet, auch mit von der Künstlerin sonst eher weniger verwendeten Farben gelb und rot – Ordnung durch Ideen. Die 24-Jährige begann in der Berufsschule (Einzelhandelskauffrau) nach der Teilnahme an einem Workshop mit der hobbymäßig betriebenen Malerei.

„Ich muss mindestens vier Stunden Zeit haben, sonst zahlt sich’s gar nicht aus, mit dem malen zu beginnen. Und wenn ich dann male, dann vergess ich auch rundherum alles und die Zeit. Das können schon auch zwölf Stunden werden mit nur kurzen Pausen“, erzählt Mahfoudh, die nach der Lehre die Firma wechselte und sich seit mehr als einem Jahr bei einem Kreditkarten/Geldwechsel-Institut am Wiener Flughafen äußerst wohlfühlt.

Vielsprachig

Nach der Matura in Tunesien kam Sonja (damals noch Z’Guem) nach Wien, machte die Lehre und Berufsschule, holte Preise bei Redebewerben, unter anderem dem mehrsprachigen „SAG’S MULTI!“ im ersten Jahr. Neben Deutsch (Mutter-) und Arabisch (Vaterprache) spricht sie noch Französisch und Englisch.

MALEN – steht für Sonja Mahfoud für Motivation, Ausdruck, Leidenschaft, Ehrlichkeit und Natürlichkeit. Stehen ihre Bilder für die erste Hälfte des Ausstellungstitels (Fantasie), so jene ihres Vaters Aziz Z’Guem für Realität.

Eine lächelnde ältere Frau mit traditioneller Kopfbedeckung und Gesichtstattoos.
Wobei manche der großformatigen Fotos des früheren Reiseleiters in Tunesien, der nun mit seiner in Österreich geborenen Frau auch in Wien lebt, trotz der Tatsache, dass er „nur“ Natur fotografiert hat, zu Fantasiereisen einladen. Ob springende Delfine - im Meer und nicht etwa in einem Delfinarium, Licht- und Schattenspiele in Wüstendünen, Sonnenauf- und Untergänge oder Flamingos. Wobei hinter manchen der Fotos stundenlanges Warten steckt – etwa bei jenem Flamingo-Duo, das beim Zusammenstecken seiner Köpfe ein Herz bildet. Oder der Sonnenaufgang, der dank seiner teilweisen Spiegelung im Meer vor Djerba ein großes Schlüsselloch zu bilden scheint.
Eine Frau und ein Mann stehen in einer Kunstausstellung vor drei Bildern.
Fantasie & Realität
Acrylmalerei von Sonja Mahfoudh und Fotos von Aziz Z‘Guem

Bis 16. März
jeweils 10 bis 18 Uhr
Palais Pallfy
1010, Josefsplatz 6
Telefon: 0699 140 33 280 bzw. 0660 413 86 54

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