Kiku
12.04.2012

Freche Fledermaus

Junge Burg spielt eine "Raubkopie" nach Johann Strauß' Operette flott, mit Stromgitarre und ein wenig Augenzwinkern

Ach wie verlogen ist doch diese Welt, wie betrügen einander die "Liebenden". Und wie lustig kann das sein! Eine dieser Welten in der sich das abspielt ist jene der Operetten. "Die Fledermaus" ist eine der bekanntesten dieser Gattung. Traditionelles österreichisches Silvesterspektakel – auf der Bühne und im Fernsehen. In einer knapp eineinhalbstündigen, flotten, witzigen, teils fetzigen Version spielen junge Schauspieler_innen im Vestibül des Burgtheaters eine Parodie, Raubkopie im Untertitel genannt, um gleich von Anfang augenzwinkernd an beim nicht ganz ehrlichen Umgang zu bleiben. Einer, wenn nicht der Hit der "Fledermaus" scheint ja nicht selten beliebtes Motto hierzulande zu sein: "Glücklich ist, wer vergisst..."

Doppelmoral

Ob Eisenstein (Samuel Simon), der für sich in Anspruch nimmt, als Mann einfach betrügen zu müssen und seine Freundin für gleichartiges Vorgehen "Schlampe" schimpft, ob sie, Rosalinde (Sophie-Christine Behnke), nur drauf hofft, dass er endlich seine einwöchige Strafe absitzen muss, um den Ex Alfred (Fabian Bürkin) ins Haus zu lassen, den wiederum der Polizei ausliefert, …sie ebenso wie alle anderen Beteiligten – inszeniert von Falke (Robert Läßig) beim Grafen Orlofksy (Moritz Beichl) auftauchen, um eine rauschende Party zu feiern. Bei der sich auch der Gefängniswärter Frosch ( Florian Appelius) wie so manch andere als was Besseres ausgeben. Das knüpft an der Johann Strauß’schen Version an. Ebenso wie die Songs, die von den Originalmelodien ausgehen. Matthias Jakisic komponierte sie um für E-Gitarre und neue dazu. Zebo spielt sie live, mal auf in einer der seitlichen, erhöhten Nischen im Vestibül, mal mitten im Geschehen.

Schauspielerisch beeindrucken vor allem die ziemlich doppelbödig agierende Sophie-Christine Behnke und Florian Appelius, der DIE Rolle der "Fledermaus" schlechthin, den Gefängniswärter Frosch verkörpert, die schon von vielen "alten Hasen" und Größen der Schauspielkunst gespielt wurde.

Infos

Junge Burg: Die Fledermaus ( Raubkopie)

Rosalinde: Sophie-Christine Behnke
Adele: Marie Nest
Partygast: Vera Rupp
Ida: Magdalena Wabitsch
Frosch: Florian Appelius
Orlofsky: Moritz Beichel
Alfred und Partygast: Fabian Bürkin
Falke: Robert Läßig
Eisenstein: Samuel Simon

Regie: Peter Raffalt
Bühnenbild: Vincent Mesnaritsch
Kostüme: Sabine Ebner
Musik: Matthias Jakisic
Musiker: Sebastian Adam, Zebo
Korrepititor: Anton Gisler
Choreographie: Daniela Mühlbauer
Dramaturgie: Claudia Fressner

Termine
21., 22., 25., 26. April
19 Uhr
Burgtheater Wien, Vestibül

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