Den Roboter aus genoppten Bausteinen in die rechte untere Ecke des Spielfeldes gestellt, Knopf gedrückt und schauen, ob er den Weg fährt und das macht, was ihm vorher „beigebracht“ wurde. Zittern. Anspannung. Der Aufbau auf dem Roboter stößt kräftig an den Querbalken einer Art Brücke. Gut so. Kleine durchsichtige, bläulich schimmernde Tonnen fallen ins Spielfeld. Die Teile stellen Regentropfen dar.

... "Regentropfen" aus der Wolke schüttelt ... © Bild: Heinz Wagner

Ein befreiendes „Jaaaahhh“ aus vielen Kehlen – jener der Fans, vor allem aber der jeweils beiden Spieler_innen – ertönen. Diese Aufgabe gelöst. Zurück mit dem Lego-Mindstorms-Roboter in die Base, neuer Aufsatz, neuer Weg, neue Herausforderung. Vom Gießen einer Blume über den Austausch einer kaputten Rohrleitung... In diesem Jahr steht die First Lego League im Zeichen von Wasser. „Hydro Dynamics“ heißt das nicht ganz zweieinhalb Meter lange und knapp mehr als ein Meter breite Spielbrett auf dem die Roboter herumkurven und vorbereitete Teile bewegen, heben, drücken oder sonst noch was ausführen sollen. Dies ist der praktische Programmierteil des Bewerbs, in dem es für jede bewältigte Aufgabe Punkte gibt.

Seit 20 Jahren

... Schnappschüsse von anderen Stationen, die die Roboter auf dem Spielfeld absolvieren mussten ... © Bild: Heinz Wagner

Die First Lego League, die es seit fast 20 Jahren gibt (1998 gegründete) und an der aktuell in Zentraleuropa rund 1000 Teams Jugendlicher aus vielen Teilen der Welt teilnehmen, umfasst immer auch eine theoretische Forschungsaufgabe zum Jahresmotto. Diesmal also Überlegungen zum sorgsameren Umgang mit Wasser. „Wir haben zum Beispiel ausgerechnet, dass wir in unserer Schule ungefähr zwei Millionen Liter kostbares Trinkwasser für die Klospülung verschwenden“, beginnt Reshad Mohammad Nasim vom Team SAPhir aus der Neuen Mittelschule Aspern/Eibengasse den Ansatz seiner Gruppe auf den Punkt zu bringen. „Dann haben wir uns überlegt, wir könnten ja einfach Regenwasser sammeln – auf dem Dach der Schule und in acht 5000-Liter-Tanks unter der Erde speichern für die Klospülung.“ Andere ergänzen, dass sie ursprünglich auch noch Abwasser von Badewannen und Waschbecken der Nachbarn der Schule sammeln hätten wollen, das sei aber rechtlich nicht möglich. Aber vielleicht die Hälfte der Klospülung könnte so Regen- und nicht Trinkwasser sein, so die jungen Forscher_innen.

Regenwasser für Klospülung

Roboter-Teams im Einsatz © Bild: Heinz Wagner

Die Vorbereitung auf die First Lego League erfolgte in dieser Schule in einem Modul der naturwissenschaftlichen Übungen. In anderen Schulen, beispielsweise dem Wienerwald-Gymnasium ist die mehrwöchige intensive Vorbereitung auf den Bewerb eine eigene unverbindliche Übung. Michi, Katja, Patrik, Benni, Hanna, Elena, Mathilda und Clemens aus dieser Schule haben neben dem Programmieren und der Forschungsaufgabe auch einiges Gehirnschmalz ins Finden eines ausgefallenen Gruppennamens und des Designs ihrer T-Shirts gelegt. Für ihr Outfit haben die „The Nerd Herd“, deren Schriftzug sich dem der berühmten Bausteine aus Dänemark anglich, einen Sonderpreis bekommen. Die Buben und Mädchen (größter Anteil aller Mittelstufen-Teams) erwiesen sich am Ende des aufregenden, spannenden Bewerbs-Tages überhaupt als die Abräumer_innen: Neben dem erwähnten Sonderpreis wurden sie Gesamt-Zweite und belegten in den Kategorien Robot-Game – also dem eingangs beschriebenen Programmierspiel, dem eigentlichen Kern der First Lego League, sowie bei Teamwork und beim Roboter-Design weitere zweite Plätze.

Zwei Mal Stechen

Roboter-Teams im Einsatz © Bild: Heinz Wagner
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