Monster wirft Vorurteile über den Haufen

Monster Monstantin
Foto: lilarum.at

"Monster Monstantin" im Figurentheater Lilarum: Ein Stück über Freundschaft, Sangesfreude und Außenseiter.

Bis Anfang Oktober stellt im Lilarum, dem Figurentheater in der Wiener Göllnergasse, noch das Stück „Kleines Monster Monstantin“ all die Vorstellungen auf den Kopf, die man oft hat, wenn man an ein Monster denkt, oder an andere furchterregende Figuren wie Hexen und Drachen.
Dass es nämlich alles andere will, als Angst zu machen, zeigt das Monstantin ganz am Anfang, als es aus einer Geisterbahn flüchtet, wo es Kinder erschrecken sollte. Sein Wunsch ist es, das Gegenteil zu tun: Es will Menschen glücklich machen und sie mit seinem Gesang begeistern. Sein größter Traum ist es, eines Tages seine Lieder vor einem großen Publikum zu präsentieren.

Als es von einem Gesangswettbewerb hört, den der König des Landes veranstaltet, macht sich das Monster zusammen mit der Hexe Helene und dem Drachen Schluck, der lieber Pizza schluckt als Feuer spuckt, auf den Weg zum Schloss.

Abenteuerliche Reise

Monster Monstantin Foto: lilarum.at Nun beginnt eine abenteuerliche Reise, auf der Vorurteile sich in Luft auflösen, da ein Thema in den Vordergrund rückt, das alle verbindet - die Freundschaft der drei bunten Figuren. „Hier ist jeder von uns richtig, unsere Freundschaft ist uns wichtig!“, singen sie laut und fröhlich, als sie übermütig über weite Landschaften dem Schloss des Königs entgegenhüpfen - durch große, grüne Hügel, die sich über die Bühne ziehen und vor denen die drei Freunde ganz klein wirken – in Mini-Version tauchen die drei als „Kopie“ der großen Figuren auf.

Ihr Gesang steckt alle an: Die Käfer, die mit viel Gesumm und Gebrumm mit ihnen tanzen und die Wiese, die man dazu klingen hört. Mitgerissen werden vor allem auch die vielen Kinder im Publikum, die alles aufmerksam mitverfolgen und für die alles neu und besonders ist. Selbst das Licht, das von hinten auf die Bühne geworfen wird und nach dem sich manche umdrehen, um den Anfang des hellen Strahls zu finden.

Ausgelacht

Monster Monstantin Foto: lilarum.at Als die drei Freunde jedoch das Schloss erreichen, ändert sich plötzlich die lebendige Stimmung. Es fällt nun noch einmal besonders auf wie bunt sie sind, denn die Hexe mit ihrer knallorangen Karottennase, der Drache mit seinem silbrig glänzenden Körper und das Monster Monstantin, mit dem breiten Lachen, den großen Glubschaugen und dem leuchtend blauen Mittel-Haarstreifen, stehen einem schweren eisernen Tor gegenüber.

Nur Monstantin wird schließlich hereingelassen, doch anstatt ihm zuzuhören lacht der König über seine Erscheinung und lässt ihn sofort einsperren.

Das kleine Monster kann nicht glauben was ihm passiert ist. Schließlich hat es nichts getan; „Für den König wollt ich singen, ihm mein schönstes Lied darbringen“, summt es leise, als es verzweifelt und traurig im tiefsten Kerker sitzt. Doch selbst dort ist es mit seinem Singen nicht alleine. Monstantin trifft eine kleine Spinne, die verspricht ihm zu helfen und als der Mond in der Nacht sein Licht zu ihm wirft, erzählt das Monster ihm von seinen Sorgen, ehe dieser langsam weiterzieht.

"Geheimer" Zuhörer

Monstantin wusste nicht, dass er in dieser Nacht noch einen weiteren Zuhörer hatte. Denn auch der König, der nicht schlafen konnte, hat sein Lied gehört und auch sein Herz hat es bewegt. Als der König am nächsten Tag erfährt wer es gesungen hat, lässt er Monstantin frei und bietet ihm an von nun an Sänger an seinem Schloss zu sein.

Der Traum des kleinen Monsters ist also in Erfüllung gegangen, denn am Ende singt es tatsächlich vor einem großen Publikum: Vor dem König, seinen Freunden und den vielen Kindern und Eltern im Saal, die schließlich laut applaudieren.
Rosanna Wegenstein, 18

Infos

Kleines Monster Monstantin
Nach dem Kinderbuch von Christian Berg

Bearbeitung: Karin Koller, Traude Kossatz, Marianne Vejtisek
Regie: Karin Koller
Puppen & Bühne: Andrea Gergely
Figurenspiel: Silke Graf, Johannes Grammel, Silvia Lenz, Werner Malli, Joanna Proksch, Evgenia Stavropoulou-Traska; Licht: Paul Kossatz, Florian Scholz
Stimmen: Daniel Feik, Gilbert Handler, Sven Kaschte, Steffi Paschke,  Andreas Paton, Lilly Prohaska, Michael Smulik, Christian Strasser, Heinz Weixelbraun
Musik: Gilbert Handler
Regiehospitzanz: Katharina Murr

Wann & wo?
Bis 1. Oktober 2017
Figurentheater Lilarum: 1030, Göllnergasse 8
Telefon: (01) 710 26 66
http://www.lilarum.at

Kurs

Willst du selber ein Figurenstück entwickeln?

In diesem Kurs im Musischen Zentrum entwickelst du in 28 Einheiten zusammen mit anderen 9- bis 13-Jährigen ein eigenes Figurentheaterstück. Unterstützt werdet ihr dabei von der Regisseurin Karin Koller und dem bildenden Künstler Lukas Walcher.
Figurentheater vereint viele Künste. Neben deinem dramatischen und darstellerischen Talent ist auch der/die bildende Künstler_in in dir gefragt. Gemeinsam erfindet ihr die Geschichte, baut die Figuren und Kulissen und spielt auch die Puppen selbst. Das fertige Stück bringt ihr am 7. Mai 2018 vor euren Verwandten und Freund_innen auf der großen Bühne im LILARUM zur Uraufführung.

Wann & wo?
Kurszeit: Ab 2. Oktober: Montag, 16 bis 17.40 Uhr im Musischen Zentrum Wien, 1080, Zeltgasse 7
Endproben ab 9. April: 15 bis 18.30 Uhr im Lilarum, 1030, Göllnergasse 8

Anmeldung:
http://musisches-zentrum.at/index.php/theater/figurentheater-backstage

(kiku / R.W.) Erstellt am
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