Kiku
14.03.2016

Zocken überwindet Grenzen

PlayStation-FIFA16-Turnier in Brigittenauer Pfarrheim, organisiert von Lasen (südkaukasische Volksgruppe aus der Türkei).

Sonntag Mittag in der Brigittenauer Burghardtgasse, schräg gegenüber einer Kirche im Pfarrheim. Zu ebener Erd‘ spielen einige Tischtennis, andere „wuzzeln“ (Wienerisch für Tischfußball spielen). Kurz stoppen alle, die Aufmerksamkeit ist auf einen kleinen Tisch mit Laptop gerichtet. Von dem aus wird eine – noch leere – Tabelle an die Wand projiziert. Aus einer Kappe werden der Reihe nach orangefarbene Zettelchen mit Nummern gezogen. Es ist die Auslosung des FIFA 16-Turniers.

Oben im ersten Stock stehen auf zehn Tischen PlayStation4-Konsolen und große Monitore. Wer so eine Konsole zu Hause hat oder bei Freunden auftreiben konnte, hat sie in der Früh mitgebracht. Am Vormittag spielten die Zocker Trainingsspiele. Dabei schaute der Kinder-KURIER einigen über die Schulte. Valentino (13) und Emre (11) spielen als Real Madrid gegen Bayern München. Letzterer mit dem Schriftzug von Galatasaray ( Istanbul) auf dem Rücken seiner Jacke. „Ja, das ist meine türkische Lieblingsmannschaft, aber international mag ich Bayern lieber.“

Türkische Teams nur zweit-liebste

Obwohl viele derer, die zum Konsolenspiel-Turnier kommen, Eltern oder Großeltern aus der Türkei haben, stehen sie mehr auf international bekannte Teams. Necati und Marcin spielen als Zenit Petersburg und Tottenham. Ein sehr enges Match. Am Ende der regulären Spielzeit steht’s 1:1, in der Verlängerung erzielt Necati mit Zenit noch den Siegestreffer zum 2:1. Dabei spielt er „erst“ seit 12 Jahren, sein Gegenspieler schon fünf Jahre länger. „Aber immer nur am Wochenende.

Die beiden Youngsters Valentino und Emre „spielen zu Hause jeden Tag ungefähr eine halbe Stunde, aber meistens jeder bei sich und miteinander online“.

LAZ- Lasen

Organisiert wurde dieses erste Turnier samt Spieletag von Samet „und meinen Brüdern. Wir wollen das jedes Monat einmal machen, das nächste Mal ist am 17. April.“
Die Organisatoren haben auf ihren Trainingsjacken groß LAZ stehen. „Das steht für Lasen“, erklärt Samet. „Wir kommen aus der Provinz Trabzon aus der Türkei das liegt direkt an der Küste vom Schwarzen Meer.“ Dieses südkaukasische Volk mit einer eigenen Sprache, die dem Georgischen verwandt ist, haben ihre Wurzeln im antiken Kolchis.

Egal woher...

Wichtig für die Organisatoren ist: „Jeder Mensch kann bei uns mitmachen, egal welcher Herkunft, Religion, Hautfarbe, ob dick oder dünn. Wir machen klar, dass kein Weißer besser ist als ein Schwarzer und umgekehrt genauso bzw. Moslems / Christen ... Und es funktioniert auch einwandfrei. Jeder der mitmacht, hat jede Menge Spaß und alle verstehen sich gut“, so Samet. Alle haben dasselbe Hobby, Fußball spielen auf der PlayStation.

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