Bronzemedaille für Welser HTL-Schüler

Duo gewann beim internationalen Bewerb EUCYS mit Software-Baukasten für künstliche Intelligenz einen dritten Platz UND eine Woche im Forschungszentrum CERN.


Michael Plainer und Florian Cäsar bei ihrem Stand bei EUCYS in Tallinn Alle Gewinner_innen des diesjährigen Wettbewerbs jugendlicher Wissenschafter_innen

89 Teams Jugendlicher präsentierten drei Tage lang in der estnischen Hauptstadt Tallinn ihre wissenschaftlichen Projekte, darunter drei Gruppen aus Österreich. Eine davon errang einen von drei dritten Preisen – und damit 3500 Euro.  Florian Cäsar und Michael Plainer, Absolventen der HTL Wels (OÖ), hatten mit ihrem Projekt „Sigma – Computer lernen Lernen“ die Kategorie Science beim österreichischen Bewerb Jugend Innovativ im Frühjahr gewonnen. Das brachte dem Duo auch die Teilnahme beim EU Contest for Young Scientists ein, der zum 29. Mal stattfand und dieses Jahr in der estnischen Hauptstadt Tallinnn ausgetragen wurde. EUCYS geht übrigens weit über die EU hinausgeht – von Kanada über Ägypten, Israel und die Türkei bis China und Südkorea.

Künstliche Intelligenz leicht gemacht

Jugend Innovativ 2017 Foto: Jürg Christandl Selbst fahrende Autos, Roboter, Smartphones, die auf „Zuruf“ reagieren – das und noch so manch anderes sind schon längst nicht mehr Science Fiction, sondern real. Die beiden mittlerweile Absolventen der HTL Wels haben einen Software-„Baukasten“ programmiert. Mit „Sigma“ sollen sowohl Laien als auch Fachleute ihren Computer beibringen können, selbsttätig dazulernen zu können. Als Beispiel nennen die beiden Jugendlichen etwa Handschriftenerkennung. Nach der Eingabe von Basisbeispielen könnte Sigma selber mit weiteren Beispielen dazu lernen und immer besser handschriftlichen Text erkennen und in Computertext umwandeln.

In der Zwischenzeit haben sie, die nun wenige Tage vor ihrer Bundesheerzeit stehen, „weiter gearbeitet. Wir haben das Programm verfeinert und es schneller gemacht und manches automatisiert“, erzählen sie nach der Preisverleihung am Dienstagmittag dem Kinder-KURIER in einem Telefoninterview aus Tallinn. Vor allem aber haben wir begonnen, eine Plattform aufzubauen. Wir sind ja nicht die einzigen die an künstlicher Intelligenz arbeiten, aber die meisten sind inkompatibel“, so Cäsar und Plainer. „Wir wollen mit unserer gemeinsamen Plattform Schnittstellen und eine Suchmaschine verknüpfen, so dass jeder, der sich für Künstliche Intelligenz interessiert, nach passenden Lösungen suchen  kann. Mit dem Preisgeld können wir auch die Serverkosten zumindest am Anfang bezahlen.“ Nach der Bundesheerzeit „werden wir weiter an unserem Projekt arbeiten“, kündigen die beiden im KiKu-Gespräch an, die Wert darauf legen, dass ihr leicht verständlicher Baukasten für Künstliche Intelligenz frei zur Verfügung steht. „Wir haben selbst auch viel von open source gehabt, also wollen wir auch, dass jede und jeder mit Sigma arbeiten und neues schaffen kann“, meinten sie im Frühjahr beim Jugend-Innovativ-Finale.

Stressig, aber großartig

Friedensflotte Mirno more 2017 Foto: EUCYS „EUCYS war zwar schon stressig, aber auch so, ohne den Gewinn von Platz 3, toll, super und großartig, weil wir doch viel mit Teilnehmerinnen und Teilnehmer anderer Projekte reden und Erfahrungen austauschen konnten – auch aus ganz anderen Bereichen: Wie die an die Aufgabe herangehen, wie sie ihr Projekt organisieren und durchführen.  Und du hast den Austausch mit Jugendlichen aus anderen Kulturen, Sprachen und Wissenschaftsdisziplinen.“

Viel mehr noch als über den dritten Platz selbst freuten sich die beiden über den Gewinn eines einwöchigen Aufenthalts im internationalen Kernforschungszentrum CERN. „Das ist richtig geil!“

https://sigma.rocks/

https://eucys2017.eu/

(kiku) Erstellt am
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