© Isidor Dietrich

Kiku
12/05/2011

Ein Strichmaxerl wird "lebendig"

Beste Medienprojekte von Kindern und Jugendlichen wurden ausgezeichnet

von Heinz Wagner

Einsam steht es da. Hingezeichnet. Eine Strichfigur auf der Tafel. Doch dann - geht der Figur ein Licht auf. Selbst aus Kreide erschaffen könnt es sich doch in dieser Welt alles, was sie selber zum Leben hier braucht auf dem selben Weg erschaffen. Ein Strich und schon hinaufsteigen. Allein? Neue Mitfiguren zeichnen…
Mit der Animation "Nur Kreide", die es auch schon eine Woche zuvor ins Programm der Wiener Video- und Filmtage geschafft hatte, gewann Isidor Dietrich einen der preise in der Kategorie Video des Media Literacy Awards. Zum zehnten Mal zeichnete das Bildungsministerium damit Medienprojekte, die in Schulen entstehen aus. Dietrich besucht den Audi-Visuellen Zweig des Oberstufen-RealGymnasiums in der Wiener Hegelgasse 12.

"Nicht aufnehmen da!"

"Ich wollte schon lange eine Animation machen, die auf einer Tafel spielt. Mit einfachen Mitteln lässt sich da sehr viel machen, finde ich. Eigentlich ergeben sich da unbegrenzt Möglichkeiten", deutet der junge Filmkünstler bereits eine mögliche Fortsetzung an. Der Dreh selber - Schüler zeichnet in der Klasse die Figur an die Tafel und Aufnahme der einzelnen Bilder ("ungefähr 2100") hat er in den AV-Stunden erledigt. Der Schnitt erfolgte großteils in der Freizeit.
In seiner Klasse entstand noch ein zweiter preisgekrönter Film. "Nicht aufnehmen da!" wurde von der Jury vor allem dafür ausgezeichnet, dass er den Sounds und der Tonebene den mindestens ebenbürtigen Stellenwert beimisst wie den Bildern.

"ooops!"

Von einem kurzen Spielfilm, den die Schüler_innen der 7. und 8. Schulstufe des Sonderpädagogischen Zentrums in der Wiener Diehlgasse drehten, erzählen Stefan, Hamza, Nikola, Süleiman, Nenad und Nabil dem Online-KiKu. "oops!" spielt sich in einer Disco ab. Mittendrin stellt sich ein Schreihals hin und ruft: "Tschetschenen raus!" Erschreckt und betroffen reagiert ein Mädchen. Alle paar Sekunden fordert der Typ Angehörige einer anderen Nationalität auf, zu verschwinden, ob Russen, Türken, Kurden…

Gemeinsam

Bis ihm zuletzt dämmert: "oops! Wer tanzt jetzt mit mir?"
"Wir haben uns das gemeinsam ausgedacht", erzählen die Schüler, deren Namen schon unterschiedlichste Herkünfte andeuten. "Die Lehrer haben uns aber auch ein bisschen geholfen", gestehen die Jungfilmer und -darsteller.