Szenenfoto aus Dumpfbacke

© Rainer Berson

Schräg und sehr fantasievoll
03/08/2017

Schräg und sehr fantasievoll

„Dumpfbacke“: Fantasie als Hilfe gegen den Leistungs-Stress schon ganz junger Kinder im Dschungel Wien. Interviews mit den beiden Kinder-Hauptdarsteller_innen.

von Heinz Wagner

„Dumpfbacke“ - ist ja nicht gerade DER Begriff mit dem du einen Freund bedenken willst. Irgendwie ist dieser Typ, auch wenn er Leni anfangs mehr als nervt und immer wieder in peinliche Situationen bringt, alles andere als das, was du dir unter Dumpfbacke vorstellst. Ein frecher, vorlauter, immer wieder auch witziger und vor allem fantasievoller Typ, für jeden Schabernack gut. Und dieser „Dumpfbacke“ ist auf einmal im Leben der super-perfekten, ehrgeizigen Schülerin da. Einfach so. Lässt sich von Leni nicht aus ihrem Zimmer vertreiben, bringt sie zuerst bei Mama – von einem Papa ist zwar kurz mal die Rede, doch der scheint nie da zu sein – in Schwierigkeiten.

Gefallen an Fantasie

Und dann in der neuen Schule. Dort ist er zwar für niemanden zu sehen, aber von Ben, dem neuen Zwangs-Sitznachbarn und von der Lehrerin für ein gemeinsames Referat verordneten Kumpel Lenis, zu hören – und das mit Lenis Stimme. Später hört ihn auch die Lehrerin. Und die Mutter beginnt einen Schatten des eigentlich unsichtbaren Freundes – zu dem ist Dumpfbacke für Leni mittlerweile geworden – wahrzunehmen. Der erfolgsge- und verwöhnten Leni vermasselt er zwar beispielsweise den Orientierungslauf-Bewerb. Das macht ihr nicht mehr ganz so viel aus, weil sie dank seiner Anregung einfach stehen bleibt und Natur und Tiere beobachtet und das sichtlich genießt.

Verfeindet - angefreundet

Ben und Leni sind anfangs spinnefeind - fast wie Gil und Rokko aus den Geggis von Mira Lobe halten sie einander für blöd bzw. stinkend, wie den Sumpf- bzw. Berg-Geggis Tante auf der einen und Onkel auf der anderen Seite eingetrichtert haben. Doch auch die beiden Kinder-Hauptfiguren in „Dumpfbacke“ kommen schließlich drauf, dass der eine nicht stinkt und die andere nicht verrückt ist – beide finden zunehmend Gefallen an den Fantasiereisen, zu denen sie „Dumpfbacke“ animiert.

Schräge Side-Kicks

Noch schräger drauf sind sozusagen zwei Side-Kicks, Freebert und Siegbert, die aus den wenigen auf der Bühne herumstehenden Requisiten – vor allem aufklappbare Würfel – alles mögliche „zaubern“ - bis hin zu einem Klo bei dem das Seil der anderen zur Runterlass-Kette wird. Die beiden „abgeschrägten“ Typen sorgen auch als Träger_innen der bei den Kinder für eine witzige, Persiflage-Kampfszene in super-Zeitlupe – in der Phase natürlich als Ben und Leni noch verfeindet sind.

Neben den vier Bühnenprofis brauchen sich die beiden Kinder gar nicht zu verstecken, sie brillieren, du nimmst ihnen die dargestellte Streberin, die schön langsam Fantasie zulässt, auch wenn sie dann nicht mehr die Super-duper-Vorzugsschülerin, Top-Sportlerin und Spitzen-Cellistin ist, ebenso ab wie ihrem Kollegen den Wandel vom Ekel zum coolen Best-Friend.

... mit den beiden Kindern

Für beide Kinder waren es übrigens, wie sie dem Kinder-KURIER nach der Premiere berichteten, „die ersten wirklich großen Rollen“. Johannes Brandweiner (9)spielt zwar immer wieder am Volkstheater unter anderem eines der getöteten Medea-Kinder. „Aber da kann ich ja nichts machen, nur über der Schulter der Tänzerin hängen. Und bei den „Physikern“ bin ich nur einmal kurz auf die Bühne gekommen. Natürlich war hier viel mehr Text zu lernen, aber ich hab mich sehr gefreut und es war cool, endlich einmal eine große Rolle spielen zu dürfen. Leicht war's nicht, am Anfang böse zu Paula sein zu müssen, aber das gehört ja zur Rolle. Verwirrend, so gesteht er auf eine KiKu-Frage, „war es schon, immer die Paula/Leni anschauen zu müssen, wenn der Dumpfbacke hinter ihr redet, weil ich ihn ja am Anfang sozusagen nicht sehe.“

Paula Fraunbaum (10)hat „bisher nur so bei kleineren Stücken bei den Pfadfindern gespielt, aber noch nie in einem richtigen Theater. Und jetzt hab ich wirklich viel Text, aber dabei tu ich mir nicht schwer. Schwierig war nur, dass bei den proben manchmal Text weggestrichen worden und dafür anderer dazugekommen ist.

Am schwierigsten“, so meint sie auf eine KiKu-Frage „war nur, dass ich bei manchen Szenen lachen hätte müssen, aber das nicht gepasst hat, zum Beispiel wenn der Dumpfbacke Luft-Schlagzeug spielt.“

Und wie ist es dir dann doch gelungen, nicht zu lachen? „Ich hab mir bei den proben innerlich immer wieder vorgesagt: Das ist nicht lustig! Das ist nicht lustig! Das ist nicht...“

Und auf den Kollegen bös zu sein spielen zu müssen, war das einfach? „Das war nicht so schwierig!“

Ob sie eine Lieblingsszene habe, wollte der Kinder-KURIER noch wissen. „Es gibt so viele Szenen, die mir sehr gefallen, aber ….. - oh ja, doch: die am Schluss, als wir beide rauslaufen und den Dumpfbacke mit den Kartonflügel auf der Straße wieder finden.“

Was? Wer? Wann? Wo?

DumpfbackeTheaterFOXFIRESchauspiel, 60 Minuten, ab 6 Jahren

Autorin: Alexandra Ava Koch Regie: Stephan Witzlinger Darsteller_innen: Ben: Johannes Brandweiner Leni: Paula Fraunbaum Lehrerin, Mutter, Psychologin: Alexandra Ava Koch Dumpfbacke: Franz Quitt Freebert: Richard Schmetterer Siegbert: Iris Schmid

Bühne: Markus Schabbing Kostüme: Afra Kirchdorfer Musik/Sound: Roland Scheibenreif Licht: Hannes Röbisch, Markus Schabbing Assistenz: Sandra Feiertag

Wann & wo? Bis 7. April Dschungel Wien, 1070, MuseumsQuartier Telefon: (01) 522 07 20-20www.dschungelwien.at

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