© Heinz Wagner

Kiku
12/05/2011

Drei neugierige Burschen im Hörsaal

Experimentieren und Schnuppern: Drei Schüler dürfen an der Technik-Fachhochschule Urstein (Salzburg) bei den Großen mitmachen.

Das ist ein Modell von unserem Sonnensystem", beginnt der neunjährige Marcus Edlinger zu schildern und steigt auf einen Hocker vor dem Piano in dem kleinen Häuschen in Salzburg-Süd. Und schon versinkt er in seine (Gedanken-)Welten), schildert den Mechanismus dieses metallenen, glänzenden sich bewegenden Modells und "dass da am Anfang als wir den Teil geschickt bekommen haben, ein Gewindestift nicht ganz gepasst hat. Das war ein Massaker. Wenn der nicht sitzt, dreht sich das Zahnrad unter dem Merkur nicht richtig und damit steht das ganze System…."

Pass und Roboter

Gleich drunter an der Kante des Piano-Oberteils hat er das Periodensystem der chemischen Elemente aufgehängt. "Darüber hab ich bei der Kinderuni der Fachhochschule Urstein ein Referat gehalten. Ich hätt auch eines über das Planetensystem machen können, hab mich dann aber für die Atome und Elemente entschieden", schildert er und setzt begeistert über die Jung-Uni-Station bei der Kinderstadt Mini-Salzburg im heurigen Sommer fort.
Dabei öffnet er seinen Kinderstadt-Pass und zeigt stolz die Eintragungen, die belegen, "dass ich an zwei Tagen 13 Stunden studiert habe. Das war meine Lieblingsstation. Dort hab ich auch einen Lego-Roboter programmiert. Draufgekommen bin ich aber erst, als ich bei der Zeitung gearbeitet habe. Da habe ich einen Bericht über die Station der FH und das Roboter-Programmieren gemacht."

Karton-Mamba

Während dieser Recherche fragt Marcus Edlinger gleich, ob er das auch mal machen können, fand sich anderntags ganz zeitig in der Früh vor der Eishalle, wo drei Wochen lang Kinder ihre Stadt organisierten, bespielten und regierten, bewarb sich um die Arbeitskarte bei der FH, bekam sie und blieb den ganzen Tag.
Doch nicht nur Wissenschaft und Technik ist seine Welt, gleich nebenan in seinem Zimmer zeigt er dem Kinder-KURIER seinen ziemlich voll geräumten Schreibtisch, auf dem er gerade an einer schwarzen Mamba aus Karton- und Pappmaschee-Teilen, die er mit Metallsplinten verbindet, bastelt.
"Und dann strick ich auch noch an einer langen Schnur, jetzt ist sie leider erst ungefähr einen Meter, ich will so lang weiter stricken, bis sie mindestens zehn Meter ist…"

Techniktag

Zwei Tage vor der Auszeichnung als Juniorstudierende der Fachhochschule Urstein trifft der KiKu auch noch Bernhard Schumacher. Der freut sich vor allem auch schon darauf, bei der Feier in der FH-Kollegen wie den Marcus wieder zu treffen.
Der 12-Jährige hatte sich einerseits auf den Roboterbau und dessen Programmierung konzentriert und ging in die Geschichte der Kinderstadt Mini-Salzburg ein, indem "ich einen Tag der Technik ausgerufen habe. Dafür haben wir mit der Elektrowerkstatt zusammen gearbeitet.
Die haben uns ihre Rennbahn geborgt und wir haben die Kinder spielen lassen - für fünf Saletti für zehn Runden, fünf Runden haben drei Saletti gekostet. Das Geld haben wir dem Stadtrat abgeliefert. Die haben das für Arbeitslosengeld verwendet."Mehr als über die Urkunde, die er als Junior-Studierender der FH bekommt, freut sich Bernhard Schumacher, dass er Schnuppertage und -experimente machen darf. In der Musikhauptschule Maxglan spielt er Gitarre, steht auf EDV und zu Hause vor allem aufs Bauen mit Lego, "da hab ich das Glück, dass mir ein Nachbar voll viel Bausteine geschenkt hat".

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