Zu Besuch in der 3 cK

© Heinz Wagner

Digitales Arbeiten
10/10/2016

Heute in der Schule „von morgen“

Lokalaugenschein in der BHAK 22, Polgarstraße (Wien), wo vieles digital läuft, aber auch die Räumlichkeiten modernes Arbeiten erleichtern - bis hin zu kleinen Einheiten für jeweils zehn Lehrer_innen.

von Heinz Wagner

„Wir haben uns zu zweit oder zu dritt jeweils eine Gasse oder Straße ausgesucht und dann begonnen zu recherchieren“, beginnen Lilja Petrović, Christoph Janasik und Stefan Artner aus der 2ck der Handelsakademie Polgarstraße (Wien-Donaustadt) ihr Projekt in einem der Multi-Media-Räume vorzustellen. Dabei präsentieren sie den Klassen-Blog zu diesem Projekt. Selbst Aufschriften auf Fotos in diesem Tool können gelesen werden – was bei der Suche mehr als hilfreich ist.

Ausgangspunkt, so das Trio, „war das Buch von Beppo Beyerl & Rudi Hieblinger Von der Panigl- in die Pinaglgasse. Wir haben uns dann in den Teams immer eine Gasse ausgesucht, zuerst ergründet, wonach die benannt wurde und sind dann in die Gassen und Straßen gegangen und haben die Leute gefragt, was sie wissen und uns über das Leben hier erzählen wollen. Manche ältere Menschen haben bei Straßen, die sich sehr verändert haben, geschildert, wie’s früher ausgeschaut hat, wo es noch Wiesen gegeben hat und so weiter...“

Angenehme Arbeitsatmosphäre

Hier in diesem äußerst modernen Zubau zur Schule mit ihren 45 Klassen, rund 1300 Schüler_innen sowie 120 Lehrer_innen ist es ausnehmend ruhig, der Lärmpegel sehr gering – sowohl in den Klassen als auch auf den Gängen. In etlichen Klassen – ab der 2. – wird mit Notebooks gearbeitet. Drei Dutzend der tragbaren Einheits-Rechner können ausgeliehen werden, um soziale Barrieren zu vermeiden. Ansonsten hat die Schule noch acht EDV-Räume, vieles wird fächerübergreifend in Angriff genommen. Gemeinsam mit dem Sigmund-Freud-Museum entsteht in den Fächern Betriebswirtschaftslehre, Deutsch und Geschichte in einem dreijährigen Projekt eine Ausstellung.

Selbst Schularbeiten werden hier oft digital absolviert. Nur dann und dort ist das W-LAN deaktiviert. Im normalen Unterricht ist es auch kein Problem im Hintergrund auf den Computern anderes als die gemeinsamen Programme für den Unterricht laufen zu haben. Das bestätigt das vielsagende Gelächter auf eine entsprechende kurze Frage nach Facebook oder WhatsApp beim Besuch in der 3c. Nicht Einschränkung und Verbote ist die Maxime hier, sondern den Umgang mit all den digitalen Werkzeugen zu erlernen und zu nutzen, meint Martin Satzl, Lehrer hier, aber auch an der Pädagogischen Hochschule. Vor seinem spätberufenen Lehrer-Dasein war er EDV-Fachmann und Manager in der Privatwirtschaft und ist jetzt auch hier in der BHAK Polgarstraße für Netzwerk usw. zuständig. „Aber irgendwann wollt ich lieber mit Menschen arbeiten als immer nur in Serverräumen mit Maschinen“, begründet er seinen Berufs-Umstieg. Zudem kann er seine ursprünglich erlernten Kompetenzen nun weiter nutzen „und zwar so, dass ich das was ich weiß, auch anderen weiter geben kann“. Neben seinem Fachbereich unterrichtet Satzl auch noch Turnen. „Und weil für den Außenbereich mit Arena und Sportplatz auch einen Access-Point haben, können wir auch draußen W-LAN nutzen. In der schönen Jahreszeit findet hin und wieder Unterricht draußen statt. Im Sportunterricht nehmen wir manchmal auch Tablets oder Smart-Phones mit, filmen zum Beispiel den Weitsprung und analysieren anschließend die Sprünge.“

Neuer Zubau gemeinsam geplant

Der neue Zubau zur Schule wurde übrigens in einem Mitbestimmungsprozess geplant. Viele Lehrkräfte engagierten sich, „wir haben ein 1200-seitiges Pflichtenheft erarbeitet“. Und so gibt es hier kein zentrales, riesiges Großraumbüro-Lehrer-Zimmer in dem eh niemand wirklich arbeiten kann, sondern 12 sogenannte Waben – Räume für zehn Arbeitsplätze für Lehrer_innen, davor große Räume, in denen gemeinsam besprochen und gearbeitet werden kann. Bereiche mit mehreren Klassen, einem EDV-Raum und einem gemeinsamen Gangteil, der auch mit Beamer und EDV-Steckdosen ausgerüstet, kurzer Hand zu einem Arbeitsbereich umfunktioniert werden kann, lassen sich durch Brandschutztüren vom „Rest“ des Schulgebäudes zeitweise abschoten.

Die meisten Lehrer_innen verbessern Hausübungen und andere Arbeiten digital. In OneNote haben die Jugendlichen ihren eigenen Bereich, einen, in dem sie die Arbeiten den Lehrkräften zur Verfügung stellen und dort ihre korrigierten Werke wieder finden usw. In einem der Gangteile treffen wir Jugendliche, die sich auf einen gemeinsamen Theaterbesuch von „Antigone“ im Burgtheater vorbereiten, im Internet gerade die Entwicklung des griechischen Dramas recherchieren...

Internationales Netzwerk

Und weil die Schule, in der damit auch die Schul-Rucksäcke leicht werden, weil Bücher nicht mehr immer hin und her geschleppt werden müssen, jederzeit von überall, wo es Internetzugang gibt, weil alles in der Cloud abgespeichert wird, so modern zugeht, hat Microsoft Vormittag hierher zu einem Mediengespräch eingeladen: Die Schule von Morgen. Schon heute - wobei die Software-Vereinbarung zwischen dem Konzern und dem Bildungsministerium für alle Bundesschulen gilt. Dabei wiesen Manuela Mohr und Yuri Goldfuß von Microsoft Österreich auch auf das weltweite Netzwerk der innovativen Bildungsfachleute in Schulen weltweit hin, das auch für Schulprojekte genutzt werden kann und wird.

www.bhakwien22.at/

www.microsoft.com/de-at/education

... vom Lokalaugenschein in der Polgarstraße

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