Aufführung mit „Geheimnis“

Szenenfoto aus "Der kleine Prinz" von "Kinder- und Jugendtheater Wien"
Foto: Felix Kubitza Szenenfoto aus "Der kleine Prinz" von "Kinder- und Jugendtheater Wien"

„Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint Exupéry in einer szenischen Erzählung in einem kleinen Theater in Wien-Leopoldstadt.


Eine der, wenn nicht vielleicht sogar die genialste Geschichte, die unterschiedliche Sichtweisen von Kindern und Erwachsenen auf die Welt so wunderbar anschaulich zeigt, ist wohl Antoine de Saint Exupérys „Der kleine Prinz“. Derzeit ist sie in einer kleinen, feinen Bühnenfassung in einem kleinen Theater in Wien-Leopoldstadt zu erleben. Rina Juniku als kleiner Prinz und Jakub Kavin in allen anderen Rollen zogen bei der Premiere mit ihrer szenischen Erzählung zumindest die Kinder in ihren Bann – und auch die meisten „großen Leute“, wie der Autor sie in seinem so kleinen und doch so großen Buch nennt.

Geheimnisvolles Gebilde

Szenenfoto aus "Der kleine Prinz" von "Kinder- und Jugendtheater Wien" Foto: Felix Kubitza Schon vor Beginn des Stücks „thront“ in einer Ecke recht groß ein Gebilde unter weißen Tüchern: Das Flugzeug mit dem der Pilot in der Wüste abgestürzt ist. Das wird – so viel sei durchaus verraten – auch am Ende als er es wieder flott kriegt, nicht enthüllt. Passt aber als geheimnisvolles Gebilde hervorragend zur „Zeichnung Nummero 1“, die der Pilot in Exupérys zauberhaftem Fabelmärchen als kleines Kind gemalt hatte: „Ich legte mein Meisterwerk den großen Leuten vor und fragte sie, ob ihnen die Zeichnung nicht Angst mache. Sie sagten: Warum sollten wir Angst vor einem Hut bekommen? Meine Zeichnung stellte aber gar keinen Hut dar. Es war eine Riesenschlange, die einen Elefanten verdaut. Ich zeichnete also das Innere der Boa, damit es die großen Leute genau erkannten, denn sie brauchen immer Erklärungen.“

Und nachdem er das erzählt hatte, taucht wie aus dem Nichts ein kleiner blonder Bub auf. Und der will nun von dem Mann, dem das Zeichnen in der Kindheit durch ignorante Erwachsene abgewöhnt worden war (was heute leider noch immer vorkommt), die Zeichnung eines Schafes. Zufrieden ist er erst, als dieser eine Kiste mit Luftlöchern zeichnet, in der das Schaf lebt.

Szenenfoto aus "Der kleine Prinz" von "Kinder- und Jugendtheater Wien" Foto: Felix Kubitza Es folgen in dieser Version des „Kinder- und Jugendtheaters Wien“ Szenen der meisten – nicht aller – Planeten, die der Außerirdische besucht hatte – vom herrschsüchtigen König, der seine Befehle recht situationselastisch erteilt, über den Säufer, der trinkt, weil er sich wegen seiner Sauferei schämt bis hin natürlich zur exzentrischen, fast tussihaften Rose auf des Prinzen kleinen Stern.

Sein Leben lang

Szenenfoto aus "Der kleine Prinz" von "Kinder- und Jugendtheater Wien" Foto: Felix Kubitza Jakub Kavin, der als Kind von Theatereltern schon mit 4 Jahren erstmals auf der Bühne stand, spielte übrigens zwischen seinem 12. und 14. Lebensjahr im Theaterbrett (Wien-Mariahilf) Ende der 80er-Jahre den Kleinen Prinzen. Hier übernimmt diesen Part verträumt und immer wieder auch ganz entrückt wie fast von einem anderen Stern wirkend Rina Juniku - die geboren wurde, alsihr Kollege als Jugendlicher seine erste Spielserie beendete. Kavin gibt hier nicht nur den erzählenden Piloten, sondern auch alle Bewohner jener Planeten, über die der Kleine Prinz erzählt – also sehr wandlungsfähig. Und er schlüpft auch in die Rolle des Fuchses, der dem Besucher aus dem All ein „Geheimnis“ anvertraut, das zu einem der meistzitierten Sprüche geworden ist: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Und so schließt sich auch der Kreis zum Gebilde unter den weißen Tüchern – wurscht welche Gegenstände darunter stehen. Ein Spiel auf das sich offenbar nicht alle „großen Leute“ einlassen können – manche mussten sogar in dieser Stunde recht oft ihr Smartphone bedienen ;(

Einige Szenenfotos

Der kleine Prinz vor dem geheimnsivollen Gebilde Szenenfoto aus "Der kleine Prinz" von "Kinder- und Jugendtheater Wien" Szenenfoto aus "Der kleine Prinz" von "Kinder- und Jugendtheater Wien" Zeichnung Nummero 1... ... und damit's auch "die großen Leute" erkennen: Zeichnung Nummero 2 Prinz und Flieger ... ... Rina Juniku und Jakub Kavin Auf dem Planeten des Eitlen... ... beim König... ... der befehlssüchtige Regent... ... befiehlt situationselastisch ... beim Säufer ... Auf diesem Planeten zählen nur Zahlen ... ... und Besitz Szenenfoto aus "Der kleine Prinz" von "Kinder- und Jugendtheater Wien"

Infos

Was? Wer? Wann? Wo?

Der Kleine Prinz
von Antoine de Saint Exupéry
Kinder- und Jugendtheater Wien in Koproduktion mit TheaterArche

mit
Rina Juniku und Jakub Kavin

Regie: Jakub Kavin

Wann? & wo?
5. November 2017, 16 Uhr
12./19. November 2017, 17 Uhr
10./17. Dezember 2017, 17 Uhr
Theater Delphin, 1020 Wien, Blumauergasse 24

Karten:
[email protected]
Telefon: 0650 620 45 54

www.kinderundjugendtheater.at

www.theaterarche.at

(kiku) Erstellt am
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