Im Jahr des Affen ab durch die Mitte

Workshops zur Ausstellung des chinesischen Künstlers Ai Weiwei im 21er Haus. Lokalaugenschein des Kinder-KURIER mit mehr als 100 Fotos.

Tiere aus Papier gefaltet: Zhé zhĭ. Tiere aus Papier gefaltet: Zhé zhĭ. Mauerbau aus Holzbausteinen Drachen malen und basteln

Vor, rundum und mittendrin in einer aus uralten Baumstämmen gebauten Halle sitzen bzw. tummeln sich junge und jüngste Besucher im Museum, das sich eigentlich zeitgenössischer, moderner Kunst widmet und daher 21er-Haus heißt. Auch das mehr als 400 Jahre alte Haus ohne Wände ist aber ein neues Kunstwerk.

Der Kinder-KURIER durfte bei zwei verschiedenen Workshops Kinder in der Ausstellung und anschließend bei ihren eigenen kreativen Arbeiten begleiten – dazu viele Fotos in den Bilderstrecken. In der Ausstellung wurde zuerst immer gesammelt, was Susa, Lola, Valentin, Fabian, Amelie, Dimitri, genannt Dima, Lucas, Anton, David, Ioana und Andre bzw. Laurenz, Paulina, Nicolas, Ronja, Viyan, Xaver, Gusti, Zoë und Natalie spontan zu China einfällt. Von „anderes Essen, andere Schrift, großes Land, mehr als eine Milliarde Menschen, Chinesische Mauer, Sternzeichen wie Drache und Affe bis hin zu Ai Weiwei wurden von den Kindern genannt.

Neu aus mehr als 1000 alten Teilen

21er-Haus, Ai Weiwei, Ausstellung Foto: Heinz Wagner Ai Weiwei zählt zu den in Europa wahrscheinlich derzeit bekanntesten Künstlern. Er hat die tragenden Säulen, Querstreben und die wunderschön geschnitzten Verzierungen auf einem Markt in China gekauft und in Wien in der Mitte des 21er Hauses neu zusammen gebaut. Und weil sich nicht alles ausgegangen ist, liegen ein paar Teile auch auf der Seite der Ausstellungshalle am Boden.

Übrigens: Auch das Museum selbst ist vor ein paar Jahrzehnten erst in Wien neu zusammen gebaut worden. Die Teile waren eine Ausstellungshalle bei einer Weltausstellung in Brüssel (Belgien) vor fast 60 Jahren.

Die mehr als 1300 „Puzzle“-Teile der „Ahnen-Halle“ waren mehr als ein Monat mit einem Schiff von Bejing (Peking) aus bis Hamburg unterwegs von wo sie dann nach Wien gebracht wurden. Das Haus ist Teil einer Ahnenhalle, in der eine reiche Teehändlerfamilie namens Wang ihre jeweiligen Vorfahren geehrt hatten. Passend zu Teehändlern hat Ai Weiwei auch noch ein Tee- sowie ein „Schnäbel“-Feld neben der Ahnenhalle. Im Feld aus geschnittenen, getrockneten Teeblättern stehen auch zwei unscheinbare Häuschen – allerdings hat die der Künstler aus gepressten Teeziegeln gebaut, jedes rund eine halbe Tonne schwer. Das zweite Feld ist gefüllt von lauter Teilen zerbrochener Teekannen, vor allem den Ausguss-Schnäbeln – 2500 Kilo!

„Lotosblüten“ aus Schwimmwesten von Flüchtlingen

Am Rande des Rundgangs wird auch noch auf andere Arbeiten Ai Weiweis hingewiesen – auf Tonnen von Sonnenblumenkernen aus Porzellan, die der Künstler von einem ganzen Dorf anfertigen und bemalen ließ und die in London zu sehen war, wo der ganze Boden der Ausstellungshalle ungefähr zehn Zentimeter hoch mit diesen „Kernen“ belegt war – zum Durch- und Draufgehen. Viel näher und jederzeit – noch dazu kostenlos – zu sehen sind die schwimmenden „Lotosblüten“ im Teich des Oberen Belvedere: 201 Ringe aus jeweils fünf gebrauchten Schwimmwesten von Kriegsflüchtlingen, die auf der griechischen Insel Lesbos gelandet sind. Dort stehen auch Nachbildungen von den zwölf Tieren der Sternzeichen, die von französischen und britischen Soldatentrupps aus dem Garten des kaiserlichen Sommerpalastes Yuanming Yuan in Bejing/Peking vor rund 150 Jahren gestohlen – und nie zurückgegeben worden sind. Darum hat Ai Weiwei die bronzenen Tierköpfe auf Holzpfähle aufgespießt.

Affe, Schwein, Büffel, Hahn...

21er-Haus, Ai Weiwei, Sternzeichen, Workshop Foto: Heinz Wagner Im Workshop „im Jahr des Affen“ drehte sich dann eine Zeitlang alles um die – ebenfalls zwölf – chinesischen Sternzeichen, elf Tiere und der Drache. Jedes Zeichen gilt immer für ein Jahr, aber nach dem chinesischen Kalender. Das Neujahr in China beginnt immer mit dem zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende - zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar. Xīnnián kuàilè heißt übrigens Frohes Neues Jahr.

Mit einem wunderbaren Kalligrafie-Pinsel – der fast wie ein Mittelding aus Filzstift und Pinsel zum Zeichnen und Malen gleichermaßen funktioniert – schreiben Susa, Lola, Valentin, Fabian, Amelie, Dimitri, genannt Dima, Lucas, Anton, David, Ioana und Andre die alten chinesischen Schriftzeichen für ihre Sternzeichen im Atelier im Keller.

Mensch, groß, Himmel, Berg, Freunde

Ai Weiwei-workshop - ab durch die Mitte Foto: Heinz Wagner Mit denselben Werkzeugen malen im anderen Workshop „Ab durch die Mitte“ Laurenz, Paulina, Nicolas, Ronja, Viyan, Xaver, Gusti, Zoë und Natalie auf dem Steinboden hockerlnd, sitzend, knieend oder liegend neben der Ahnenhalle Schriftzeichen – manche die für ein Sternzeichen, andere die für Mensch, groß oder Himmel – die verwandt sind. Ersteres erinnert an zwei lange Beine beim Gehen. Zweiteres hat einen, Letzteres zwei Querstriche. Zur Auswahl stehen aber auch noch die Vorlagen für die Zeichen für Freunde oder Berg.

Origami - zhé zhĭ

21er-Haus, Ai Weiwei, Sternzeichen, Workshop Foto: Heinz Wagner Einige aus der erstgenannten Gruppe greifen nach dem Malen chinesischer Schriftzeichen zu einer auch aus China kommenden, bei uns aber vor allem mit dem japanischen Begriff dafür bekannten Kunst: Papierfalten (Japanisch: Origami). Im Chinesischen heißt es: zhé zhĭ. David, der auch Mandarin-Chinesisch kann, faltet einen Hahn – sein Sternzeichen. Ioana hat sich für ein Schwein entschieden, obwohl sie ein Büffel ist. „Aber das Schwein geht leichter!“ Valentin, Lucas und Andre machen sich an den doch eher komplizierten Kranich – ein Friedenssymbol einer japanischen Legende nach.

Falt-Zieh-Drache

Ai Weiwei-workshop - ab durch die Mitte Foto: Heinz Wagner Beim Workshop „Ab durch die Mitte“ bauen Laurenz, Paulina, Nicolas, Ronja, Viyan, Xaver, Gusti, Zoë und Natalie nach dem Betrachten eines Fotos der Chinesischen Mauer selber kleine Mauern aus Holzbausteinen. In Kleingruppen werken sie neben den auf dem Boden liegenden „übrig gebliebenen“ Teilen der Jahrhunderte alten Ahnenhalle. Spannend: Obwohl sie alle das selbe Foto gesehen haben, schauen die vier entstandenen Holzmauern alle anders aus.

Anschließend greifen sie im Atelier – wie noch zwei Dutzend andere Kinder, die an diesem Vormittag das Museum stürmten und in anderen Gruppen durch die Ausstellung wanderten – zu papierenen Drachenköpfen und –schwänzen. Die bemalen sie, die meisten gestalten insbesondere die Köpfe sehr, sehr bunt und fröhlich. Zwischen dann ausgeschnittenem Kopf und Schwanz kleben sie Buntpapierstreifen, die sie vorher hin und her falten – so dass sich dieser Streifen wie ein Ziehharmonika ziehen und zusammenquetschen, aber eben auch biegen kann. Hinten auf Kopf und Schwanz je ein Stäbchen eines chinesischen Essbestecks geklebt – und schon lässt sich der Drache mit den Händen durch die Luft bewegen. Manche verpassen ihrem Drachenmund noch rote Krepppapierstreifen – als würde er Feuer speien.

Viele, viele Fotos...

... Workshops und Ausstellungsrundgang

Einmal in der Ausstellung

Zum Start der Führung durch die Ausstellung sitzen ale im Kreis beim Eingang... ... wo es auch eine informative Tafel über den Künstler Ai Weiwei gibt ... ... im Kreis sammeln zunächst... ... alle, was ihnen ... ... auch immer ... ...  zu China einfällt... ... bekommen  ... ...  Inputs mit vielleich noch nicht ... ... gefallenen Begriffen ... ... und schließlich dreht sich alles um die Sternzeichen des chinesischen ... ... Horoskops, das jeweils für ein ganzes Jahr (nach dem chinesischen Klaender) gilt ... ... dann geht's rein in  ... ... dieses hier vom Künstler  ... ...  neu auf- und zusammengebaute  ... ... mehr als 400 Jahre alte ... ... Ahnenhaus ... ... einer ... ... ... chinesischen  ... ... Teehändler-Familie,  ... ... namens Wang. ... ... angegriffen werden darf nix, aber am alten Holz kann gerochen werden... ...die holzernen Säulen des Ahnenhauses sind von Kampfer-Bäumen... Die Kids des Workshops und ... ... das von Ai Weiwei und seinen Mitarbeiter_innen neu aufgebaute Teil des Wang-Ahnenhauses. An einem der Tische... ... wird über dieses Haus und ... ... Ai Weiweis Projekt erzählt ... ... Auf einer ausgebreiteten Landkarte wird mit Hilfe eines Papier-Dampfers der lange Weg... ... der mehr als 1300 Einzelteile von Peking bis nach Wien - über Hamburg - gezeigt ... Was von Weitem... ... fast wie ein ... ... Knochenfeld wirkt, ... ... entpuppt sich beim Näherkommen ... ... als ein Feld von Tausenden Scherben von Teekannen ... ... aus Porzellan, oft jahrhunderte alter Kannen... Das nächste Feld ... ... riecht... ... hier handelt es sich um ... ... getrocknete geschnittene Teeblätter... ... in der Mitte des Feldes ... ... stehen zwei Häuchen ... ... gepresster Tee, jedes eine halbe Tonne schwer und sehr stabil! ... Tee lässt sich aber auch handlicher pressen, hier als Flade... ... oder als "Ziegel" ... ... an unterschiedlichen Tee-Sorten wird gerochen ... ... eine Tee-Zeremonie ... ...  mit vielen, vielen Aufgüssen ... ... - hier allerdings ohne wirklichen Tee - ... ... durchgespielt durchgespielt. ... Fotos von anderen Kunstwerken Ai Weiweis  ... ... werden gezeigt - vor allem die Flüchtlings-Schwimmwesten-Lotosblüten-Installation im Teich des Oberen Belveders in der Nähe

Ein zweites Mal mit einer anderen Gruppe

Im Kreis geht's los... Was fällt euch zu China ein? Einige chinesische Schriftzeichen werden gezeigt... ... und ein Foto vom Künstler ... Sitzkreis in der Ahnenhalle der Teehändler-Familie Wang ... Sitzkreis in der Ahnenhalle der Teehändler-Familie Wang ... Sitzkreis in der Ahnenhalle der Teehändler-Familie Wang ... Sitzkreis in der Ahnenhalle der Teehändler-Familie Wang ... Sitzkreis in der Ahnenhalle der Teehändler-Familie Wang ... Besuch beim Teekannen-Schnäbel-Feld ... Besuch beim Teekannen-Schnäbel-Feld ... Besuch beim Teekannen-Schnäbel-Feld ... Besuch beim Teekannen-Schnäbel-Feld ... Besuch beim Teekannen-Schnäbel-Feld ... Besuch beim Teekannen-Schnäbel-Feld ... Besuch beim Teekannen-Schnäbel-Feld ... Besuch beim Teekannen-Schnäbel-Feld ... Besuch beim Teekannen-Schnäbel-Feld ... und beim Tee-Feld samt "Teehaus" ... und beim Tee-Feld samt "Teehaus" ... einzelne Teile des Wang'schen jahrhunderte alten Hauses ... einzelne Teile des Wang'schen jahrhunderte alten Hauses ... einzelne Teile des Wang'schen jahrhunderte alten Hauses ... ein wenig erinnert die bunte Leiter an das chinesische Schriftzeichen für Freund ... Alle betrachten ein Foto der Chinesischen Mauer, bevor sie gleich darauf selber Mäuerchen bauen ... Alle betrachten ein Foto der Chinesischen Mauer, bevor sie gleich darauf selber Mäuerchen bauen ... Alle betrachten ein Foto der Chinesischen Mauer, bevor sie gleich darauf selber Mäuerchen bauen

Und Bilder aus den Workshops im Atelier

Chinesische Schriftzeichen von Friede über Liebe bis Wasser und Feuer Die einen ... -- versuchen's ... ... mit einem  Spezialstift, ... ... einer Art Mischung ... ... aus Pinsel und ... ... Filzstift fein säuberlich ... ... abzumalen,... ... andere greifen zum "Trick" des Abpausens... Antonia schrieb das Zeichen für Tiger, ihr Sternzeichen im chinesischen Horoskop... ... und Lucas seinen Namen. Die bei uns fast nur unter dem Japanischen Begriff Origami... ... bekannte Kunst des Papierfaltens... ... kommt eigentlich aus China ... ... - dort heißt sie zhé zhĭ.... ... im Workshop ... ... falten Kinder... ... meist Tiere, ... ... die einen das ihres Sternzeichens, ... ... andere eines, ... ... das ihnen gefällt. Bei einem zweiten Wokshop - "Ab durch die Mitte" - werden Schriftzeichen gleich direkt im Ausstellungsbereich ... auf große Bögen Papier gemalt - ... ... jene für Mensch, groß und Himmel sind miteinander verwandt, dazu noch Berg und ... ... das eine oder andere für das eigene Sternzeichen - vom Affen bis zum Schwein Auch gleich in der Ausstellung ... ... bauen die Kinder, ... ... - angeregt durch ein Foto von der chinesischen Mauer - ... ... selber kleine ... ... Mäuerchen aus ... ... Holzbausteinen ... ... die sie danach .... ... wieder einräumen.

Infos

Infos

Ab durch die Mitte
6 bis 10 J.
31. August, 11 und 15 Uhr
7 bis 12 J.
25. September, 23. Oktober, 13. November, 15 Uhr

Im Jahr des Affen
10 bis 13 J.
2. September, 11 und 15 Uhr

21er Haus
1030, Quartier Belvedere, Arsenalstraße 1
Telefon: 01/795 57-0
www.21erHaus.at

(kiku) Erstellt am
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