"Keinohrhase" bei Unfall zerquetscht

dpa-Zentralbild/Wolfgang ThiemeDie Praktikantin Sophie Hartig betrachtet am Dienstag (13.03.2012) im Tierpark Limbach-Oberfrohna das Hauskaninchen ohne Ohren. Das kleine Tier wurde im Februar geboren und sollte die Attraktion des Parks werden. Drei Wochen
Foto: dpa-Zentralbild/Wolfgang Thieme Das Kaninchen sollte "Til" heißen. Jetzt wird es eingefroren.

Der kleine Kerl sollte die Attraktion eines deutschen Tierparks werden. Doch bei Filmaufnahmen trat ein Kameramann das Kaninchen tot.

Es war ein tragischer Unfall", sagt Tierparkleiter Uwe Dempewolf. Aber dem Kameramann könne man keine Schuld geben. Der Mann sei wohl selbst am meisten geschockt und betroffen gewesen. Der Tod des kleinen Kaninchen, das vor drei Wochen ohne Ohren auf die Welt gekommen ist, ist in beinahe allen deutschen Medien Thema.

Das junge Tier sollte der Star des Tierparks in Limbach-Oberfrohna werden, denn dass von Natur aus beide Ohren fehlen, "ist schon sehr selten", sagt der Vorsitzende des Landesverbandes Sächsischer Rassekaninchenzüchter, Michael Rockstroh.

"Wir haben uns so darauf gefreut, den kleinen Kerl zu präsentieren und hier aufwachsen zu sehen",so der Tierparkleiter. Doch dann kam der Mann mit den großen Schuhen. Ein Kameramann war zu Filmaufnahmen über den künftigen Tierstar eingetroffen und der Unfall passierte: Der Mann passte nicht auf und zerquetschte es beim Rückwärtsgehen mit seinen Schuhen. "Wir sind alle geschockt und können es kaum fassen", so Dempewolf.

Til, der Keinohrhase

In den kommenden Tagen sollte das Tier „Til“ getauft werden - nach dem Produzenten und Hauptdarsteller der Komödie „Keinohrhasen“, Til Schweiger. Man habe den Schauspieler auch fragen wollen, ob er die Patenschaft für das Kaninchen übernehmen wolle.

„Das ist nun alles hinfällig“, sagte Dempewolf, der kurz nach dem Unfall sichtlich um Fassung rang. Schon nach wenigen Tagen sei das drollige, braun-goldene Kaninchen der Liebling der Tierpark-Mitarbeiter gewesen. Auch zahlreiche Besucher aus ganz Sachsen hätten schon angefragt, ab wann der „Keinohrhase“ zu sehen sein werde. Bisher lag das ohrlose Kaninchen gemeinsam mit seinen fünf Geschwistern in einem Extra-Stall und wurde von der Mutter versorgt.

 

Eingefroren

Jetzt soll das Tier erst einmal eingefroren werden. Wenn sich der erste Schock dann gelegt habe, werde man darüber nachdenken, das Hauskaninchen eventuell zu präparieren, sagte Dempewolf.

Warum es ohne Ohren auf die Welt kam, ist noch nicht endgültig geklärt. Womöglich handelt es sich um einen genetischen Defekt. „Es kann aber auch sein, dass die Mutter dem Kaninchen die Ohren abgeknabbert hat“, sagte Rockstroh. Die Geschwister des toten Tieres haben Ohren. Nach der Geburt werden die Jungen von der Mutter sauber geleckt. „Wenn sie zu sehr zubeißt, kann es passieren, dass das dünne Gewebe verletzt wird.“ Auch bei Rassekaninchen komme es gelegentlich vor, dass ein Ohr fehle oder beide angeknabbert seien.

(dpa / csm) Erstellt am
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