© CNN/Twitter/Screenshot

Katherine Stone
10/28/2016

Die Frau, die ihre Jungfräulichkeit verkauft

Katherine Stone ist 21 Jahre alt und hat noch nie mit einem Mann geschlafen. Ihre Jungfräulichkeit verkauft sie nun an den Höchstbietenden.

"Ich tue das, weil ich meine Familie liebe", antwortet Katherine Stone auf die Frage, warum sie ihre Jungfräulichkeit auf derart bizarre Weise verlieren will. Die 21-Jährige US-Amerikanerin, die unter anderem in der CNN-Reihe "This Is Life" von Journalistin Lisa Ling porträtiert wurde, begab sich kürzlich in die Hände eines Bordellbesitzers. Doch die junge Frau will nicht als Prostituierte arbeiten - sie bietet ihre Jungfräulichkeit gegen Bezahlung zum Kauf an.

Familienhaus zerstört

Doch alles von Anfang an. Im Dezember 2014 wurde Stones Familie von einem Schicksalsschlag heimgesucht. Das Haus der Familie in Seattle im US-Bundesstaat Washington wurde durch einen Elektrobrand teilweise zerstört. Da Stones Eltern keine Versicherung abgeschlossen hatten, musste die Familie weiterhin in dem heruntergekommenen Zuhause leben. Katherine zog zu Verwandten - doch die Lage der Familie blieb prekär. "Eine ganze Weile lang mussten meine Eltern in dem abgebrannten Haus wohnen. Sie hatten wirklich Probleme alles wieder auf die Reihe zu bekommen", so Stone im Interview mit der Washington Post.

Eines Tages wurde Katherine via Facebook auf die Möglichkeit aufmerksam, ihre Jungfräulichkeit zu Geld zu machen. Auf dem sozialen Netzwerk stolperte sie über die Geschichte von Natalie Dylan, die 2008 Berichten zufolge ihr Studium mit dem Verkauf ihrer Jungfräulichkeit finanzierte. "Ich habe mich über Bordelle und das Geld dahinter informiert", so Stone im Gespräch mit CNN. Dann sei ihr die Idee gekommen, um die Geldsorgen ihrer Familie ein für allemal zu lösen.

Prostitution in den USA

Prostitution ist in den USA nicht legal. Bestraft wird sowohl das Angebot als auch die Inanspruchnahme sexueller Dienstleistungen. Eine Ausnahme bildet der US-Bundesstaat Nevada. In Bezirken, sogenannten Countys, mit weniger als 700.000 Einwohnern, darf Prostitution in Bordellen organisiert ablaufen. Während in den 80er-Jahren an die 36 Bordelle geöffnet hatten, sind es einem Bericht der Daily News zufolge derzeit nur mehr 18. Sieben davon gehören Bordell-Tycoon Dennis Hof. An ihn wandte sich auch Katherine Stone. Obwohl er eigenen Angaben zufolge an die zwei bis drei ähnliche Anfragen pro Woche bekommt, willigte er ein. Unter der Bedingung, dass er 50 Prozent des finales Kaufpreises für sich beanspruchen werde. Nachdem die vertraglichen Details geregelt waren, zog Stone im Mai dieses Jahres mit Sack und Pack nach Nevada, auf die Kit Kat Ranch, eines von Hofs legalen Bordellen.

"Keine Selbstachtung"

Stones Entscheidung ihre Jungfräulichkeit für Geld anzubieten wird unterdessen kontrovers diskutiert. Angesprochen auf die breite Kritik an ihrer Entscheidung meint Stone, dass sie teilweise erschüttert über die harschen Worte gewesen sei. "Ich habe online einen Artikel über mich gelesen, der mich zum Weinen gebracht hat", erinnert sich Stone. "Es war eine Christin. Sie sagte, dass ich keine Selbstachtung hätte. Das sehe ich nicht so. Ich meine, ich weiß mich selbst ganz offensichtlich zu schätzen."

400.000 Dollar für eine Nacht

Ende Oktober lag das Höchstgebot für eine Nacht mit der jungen Frau bei 400.000 Dollar, das sind umgerechnet 366.000 Euro. Angenommen hat sie das Angebot CNN zufolge bisher nicht. "Ich warte auf einen Mann mit dem ich eine Verbindung spüre, damit die Erfahrung für uns beide etwas Besonderes wird", so Stone. Ihr ginge es nicht nur ums Geld. Während sie auf "den Richtigen" wartet, arbeitet die 21-Jährige für Bordellbesitzer Hof, der in Summe über 500 Sexarbeiterinnen beschäftigt. Dabei "bietet sie Leistungen für Herren an, die eine spezielle Form der Erfahrung suchen". Sex hat sie laut eigenen Angaben nicht.

Auch nachdem sie ihre Jungfräulichkeit verkauft und das Geld an ihre Familie weitergegeben hat, will sie weiterhin im Bordell arbeiten. Damit wolle sie sich ihr Jus-Studium finanzieren. "Ich habe das Recht zu entscheiden, was ich mit meinen Körper anstelle. Und in dieser turbulenten Wirtschaftslage kann mir das keiner vorwerfen."

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