Leben
17.11.2017

Woher kommt eigentlich "I bims"?

Das Internetphänomen wurde soeben zum deutschen Jugendwort des Jahres gekürt. Aber warum?

Seit geraumer Zeit geistert der Begriff durch die sozialen Medien, auch im Alltag hört man ihn immer öfter. Jetzt wurde "I bims" vom Langenscheidt-Verlag sogar zum deutschen Jugendwort des Jahres ernannt - in der unverbindlichen Online-Abstimmung landete es nur auf Platz 10, die 20-köpfige Jury entschied sich dann aber doch für den ungewöhnlichen Neologismus. Aber wann und warum hat sich der gewollte Schreibfehler in die Sprache der Jugendlichen eingeschlichen?

"I bims", eine bewusst falsche Version von "Ich bin's", ist ein Internetphänomen, das auf der satirischen Facebook-Seite „Nachdenkliche Sprüche mit Bilder“ seinen Ursprung nahm. Hier werden Fotos mit Sprüchen veröffentlicht, die absichtlich Schreib- und Grammatikfehler enthalten. So etwa die Zusammensetzung "vong... her" oder das Ersetzen des Artikels "ein" durch die Ziffer "1" - ein Trend, der übrigens dem Rapper Money Boy zugeschrieben wird. "Was ist das für 1 Life?" war ebenfalls unter den 30 Vorschlägen des Verlags zum Jugendwort des Jahres.

Hinter der Seite steckt ein 33-jähriger Deutscher, der sich Willy Nachdenklich nennt. Eines Tages habe er bemerkt, dass das Internet voll ist mit sentimentalen Sinnsprüchen, in die sich Fehler eingeschlichen haben. Genau das wollte er verballhornen - und richtete eben jene Facebook-Seite ein, die mittlerweile 360.000 Fans hat. "I bims", meist in Kombination mit "Hallo" am Anfang eines Satzes gebraucht, hat es von den sozialen Medien in die Werbung geschafft: Große Unternehmen wie Sparkasse oder Vodafone versuchen so, die junge Zielgruppe zu erreichen.

Ob das gelingt, ist fraglich - war es doch bisher so, dass das Jugendwort des Jahres rasch wieder aus dem Wortschatz der Teenies verschwand. An "fly sein", dem Vorjahressieger, erinnern sich wohl nur noch die wenigsten.