Leben 25.01.2018

Ist Ivanka Trump keine Feministin mehr?

Ivanka Trump © Bild: AP/Alex Brandon

Ivanka Trump änderte kürzlich den feministischen Beschreibungstext ihres Twitter-Accounts. Frauenrechtlerinnen reagieren erbost.

US-Präsident Donald Trump kommentiert das politische Weltgeschehen oft, gern und ausführlich auf Twitter. Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass auch das Twitter-Profil seiner Tochter Ivanka Trump unter ständiger Beobachtung steht. Auf die jüngste Änderung auf ihrem Account reagieren Feministinnen erbost.

Seit Kurzem steht im Beschreibungstext des Profils der First Daughter, die als enge Beraterin Trumps arbeitet, nicht mehr der Satz "Ehefrau, Mutter, Tochter. Unternehmerin und Anwältin für die Bildung und Ermächtigung von Frauen & Mädchen". Den zweiten Teil der Beschreibung änderte sie auf "Beraterin für POTUS (Abkürzung für Präsident der Vereinigten Staaten, Anm. d. Redaktion) in Jobfragen + wirtschaftlicher Stärkung, Arbeitskraftentwicklung & Unternehmertum".

© Bild: Screenshot/Twitter/Ivanka Trump

Nonverbales Statement?

Die Änderung blieb nicht unbemerkt. Viele fragen sich, ob Ivanka Trump keine "Anwältin" für die Rechte von "Frauen und Mädchen" mehr sei. Das vermeintliche nonverbale Statement spielt vor allem Kritikern der First Daughter in die Karten.

Ivanka Trump wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach für ihr vermeintlich frauenfeindliches Verhalten kritisiert - obwohl sie in Interviews für die Rechte von Frauen eintritt. Beim W20-Gipfel in Berlin sagte sie - um ein Beispiel zu nennen - im April 2017: "Ich bezeichne mich selbst als Feministin". Im Rahmen der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington im Oktober des Vorjahres bewarb sie eine Initiative zur Stärkung von Frauen als Unternehmerinnen auf Twitter. Auch dafür wurde sie abgestraft. Zahlreiche Nutzer merkten hämisch an, dass ihr Engagement für Frauenrechte angesichts der frauenfeindlichen Haltung ihres Vaters unglaubwürdig sei. Gegenüber Frauen äußerte sich dieser in der Vergangenheit wiederholt abschätzig und sexistisch.

Außerdem ging die Änderung rund um den diesjährigen Women's March über die Bühne, der weltweit größten Protestveranstaltung für Demokratie und Frauenrechte. 2017 fand der Marsch erstmals statt, heuer wurde am 20. Jänner demonstriert. Weltweit brachten hunderttausende Frauen ihren Ärger über US-Präsidenten Donald Trump zum Ausdruck. Sie prangerten seine frauenfeindliche und homophobe Politik an.

"Frauenrechte interessieren Sie also nicht mehr?"

Auf Twitter machen zahlreiche User ihrem Ärger über Ivanka Trumps Verhalten Luft. Ihr Feminismus sei "so leer wie ihre Twitter-Beschreibung", schrieb eine Userin. " Frauenrechte interessieren Sie also nicht mehr?" fragte eine andere. "Sie ist wohl endlich ehrlich zu sich selbst", mutmaßt eine Nutzerin zudem.

( kurier.at , pama ) Erstellt am 25.01.2018