Leben
16.02.2018

Iran: Fehldiagnose Krebs brachte für Frau Ehe-Aus

Sie zwang ihren Ehemann dazu, eine Freundin von ihr zu heiraten, von der er sich jetzt nicht scheiden lassen will.

Das Schicksal einer persischen Frau und zweifachen Mutter hat im Iran Schlagzeilen in Presse und sozialen Medien gemacht. Mahtab hatte nach einer Krebsdiagnose ihren Mann gegen seinen Willen gezwungen, noch vor ihrem Tod eine Freundin von ihr zu heiraten. Die neue Ehefrau wurde schwanger. Gleichzeitig stellte sich heraus, dass die Krebsdiagnose falsch war.

Ehemann widersetzt sich Scheidung

Nun will sie vor einem Familiengericht erreichen, dass ihr Mann Mohamed sich von seiner neuen Frau scheiden lässt. Sie habe das Beste für ihre Familie gewollt, aber jetzt müsse die neue Frau weg. Doch der Ehemann widersetzt sich. Der Fall der 35-jährigen ist sogar für erfahrene Juristen Neuland.

De Ehemann argumentiert, dass sowohl er als auch seine neue Frau gegen Mathabs Vorschlag waren. Sie habe aber beide gezwungen, ihren letzten Wunsch zu erfüllen. Nun aber könne er seine neue und mit seinem Kind schwangere Frau nicht einfach auf die Straße setzen. Er erklärte sich bereit, für beide zu sorgen und mit beiden zusammenzuleben. Das ist im Iran laut islamischen Gesetzten legal und machbar. Seine erste Frau aber sei dagegen.

Neue Erfahrung

Laut einem Zeitungsbericht weiß auch der zuständige Richter nicht, wie er in dem Fall entscheiden solle. Behrus Mohadscheri habe zwar als Familienrichter jahrzehntelange Erfahrung mit den verrücktesten Fällen, aber dieser Fall sei auch für ihn eine neue Erfahrung. Er habe daher um Zeit gebeten, um ein faires Urteil fällen zu können.