Leben
28.12.2017

Im Moonwalk durch den indischen Verkehr

Der Polizist Ranjeet Singh tanzt auf der Kreuzung in Indore und begeistert damit ein großes Publikum.

Der markante Schnurrbart erinnert an den verstorbenen Queen-Sänger Freddie Mercury, die tänzelnden Bewegungen an Michael Jacksons berühmten "Moonwalk": Wenn der Polizist Ranjeet Singh in der indischen Stadt Indore den chaotischen Verkehr regelt, erinnert er an einen Tänzer aus einem Bollywood-Film.

Das hat den Mann zu einiger Berühmtheit verholfen. Fast 50.000 Menschen verfolgen seine Choreografien auf den Kreuzungen der Zwei-Millionen-Einwohner-Stadt über das soziale Netzwerk Facebook.

"Ich bin seit Jahren Fan von Michael Jackson und habe seinen Moonwalk-Schritt vor zwölf Jahren kopiert, um den Verkehr zu stoppen", erzählte Singh. "Anfangs waren die Leute überrascht, aber es hat über die Jahre Wunder gewirkt und ist beliebt geworden." Es sei eine ermüdende Aufgabe, inmitten des Lärms und der verschmutzen Luft den Verkehr zu regeln. "Aber der Moonwalk amüsiert Pendler und Fahrer", sagte Singh, der wie sein Pop-Idol leichtfüßig wie auf einem Laufband rückwärts durch den Verkehr gleitet.

Rücksichtslose Verkehrsteilnehmer

Der Verkehr in Indien ist berüchtigt für seine rücksichtslosen Teilnehmer, Staus, die von Schlaglöchern übersäten Straßen, Unfälle, Lärm und Luftverschmutzung. Mancher junger Fahrer habe seine eigene Rücksichtslosigkeit mit dem Leben bezahlt, sagt Singh. "Ich will, dass die jungen Menschen sicher sind und die Regeln beachten", sagte der tanzende Verkehrspolizist, damit er nicht wie schon mehr als 40 Mal ihre Leichen nach Unfällen bergen und sich dann "schrecklich" fühlen müsse.