Mutter spendet über 2.000 Liter Muttermilch

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Foto: Facebook/Breastfeeding Mama Talk Elisabeth Anderson-Sierra produziert zu viel Muttermilch.

Eine US-Amerikanerin, bei der Hypergalaktie diagnostiziert wurde, spendet ihre überschüssige Muttermilch Müttern, die Probleme beim Stillen haben.

Elisabeth Anderson-Sierra ist 29 Jahre alt, Mutter zweier Kinder und lebt im US-Bundesstaat Oregon. Im Februar dieses Jahres wurde bei der US-Amerikanerin, deren erste Tochter 2014 zur Welt kam, Hypergalaktie diagnostiziert.

Hypergalaktie, was ist das?

Unter Hypergalaktie, auch Hyperlaktation, versteht man eine Mehrproduktion an Muttermilch, mit Milchmengen von bis zu 60 Millilitern pro Stunde oder mehr. Häufig tritt dieses Phänomen zusammen mit einem hyperaktiven Milchspende-Reflex auf, mit dem Resultat, dass nicht nur ein quantitatives Überangebot an Muttermilch für den Säugling vorliegt, sondern zusätzlich das Problem besteht, dass dem Kind die Milch beim Saugen an der Brust beschleunigt entgegenspritzt.

Vielen ist der Begriff der Hypergalaktie unbekannt. Durch die Geschichte von Elisabeth Anderson-Sierra berichten nun zahlreiche Medien darüber, darunter das Magazin People, die Huffington Post und das New York Magazine.

"Arbeit, die ich aus Liebe verrichte"

Bereits nach ihrer ersten Geburt entschloss sich Anderson-Sierra, Teile ihrer Muttermilch zu spenden. Als sich die Milchproduktion auch nach der Geburt ihrer zweiten Tochter im vergangenen Jahr nicht reduzierte, begann sie immer mehr Muttermilch abzupumpen, einzufrieren und anderen Müttern zur Verfügung zu stellen.

Wie die 29-Jährige im Interview mit People erklärt, hat sie bisher über 2.300 Liter Muttermilch abgegeben. "Das ist meine Art in der Gesellschaft aktiv zu sein und den Menschen etwas zurückzugeben, es ist also Arbeit, die ich aus Liebe verrichte", so die Zweifachmutter. Rund die Hälfte der abgepumpten Muttermilch stellt Anderson-Sierra sogenannten Muttermilchbanken zur Verfügung. Von dort aus wird die Milch an Mütter im ganzen Land verteilt. Pro gespendeten Liter erhält sie laut eigenen Angaben einen Dollar als Aufwandsentschädigung. Die übrige Muttermilch gibt Anderson-Sierra direkt an Mütter aus der Umgebung ab.

"Ich war in der gleichen Situation"

Nach der Geburt ihrer ersten Tochter fasste die US-Amerikanerin den Entschluss, ihre Muttermilch zu spenden. Damals konnte sie ihr Kind aufgrund von körperlicher Erschöpfung - Anderson-Sierra lag über 30 Stunden in den Wehen - unmittelbar nach der Niederkunft nicht stillen. Sie sei extrem erleichtert gewesen, als ihrem Neugeborenen Muttermilch von Spenderinnen verabreicht werden konnte. "Mein Körper war so erschöpft, also musste sie (Anderson-Sierras Tochter, Anm. d. Redaktion) in den ersten Tagen mit Muttermilch von einer Spenderin gefüttert werden. Das hat meine Leidenschaft und meinen Wunsch Muttermilch zu spenden befeuert, ich war ja schließlich in der gleichen Situation", erinnert sich die Frau im Interview mit People.

Derzeit nimmt das Abpumpen, Verpacken und Einlagern der Muttermilch viel Zeit in Anspruch. Rund fünf Stunden täglich verbringt die Mutter laut eigenen Angaben damit. Doch das störe sie nicht, denn "wenn jeder diese Einstellung hätte, wäre die Welt ein besserer Ort."

Bekannt wurde Anderson-Sierra übrigens via Facebook. Die Seite "Breastfeeding Mama Talk" teilte die Geschichte der 29-Jährigen, inklusive Fotos. Von dort aus geht ihre Geschichte nun um die Welt.

(kurier / pama) Erstellt am
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