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07/07/2015

Hotpants-Verbot an Schule spaltet das Netz

Einer Direktorin waren die kurzen Höschen zu heiß - sie löste heftige Diskussionen aus.

Für die einen sind sie der ultimative Trend des heurigen Sommers, für die anderen zu freizügig: die Hotpants. Für eine deutsche Schule überschreitet dieser Modetrend aber die Grenze des guten Geschmacks: Die Direktorin einer Werkrealschule im Schwarzwald verbat die Shorts mit einem Schreiben an die Eltern: „Wir haben entschlossen, dass wir an unserer Schule keine aufreizende Kleidung dulden wollen.“
Im Internet wird der Vorfall unter dem Hashtag #hotpantsverbot hitzig diskutiert.

Die Lage in Österreich

In Österreich gibt es kein Gesetz, das eine definitive Kleiderverordnung vorschreibt. In den Schulordnungen heißt es in der Regel nur, dass Schüler am Unterricht in einer den jeweiligen Erfordernissen entsprechenden Kleidung teilzunehmen haben. Jede Schule kann selbst eine Regelung vorgeben. So meint zum Beispiel der Direktor der Linzer HAK Auhof, Max Dirisamer: „Bei uns gibt es keine Bekleidungsvorschriften, aber durchaus informelle Standards, die üblicherweise auch respektiert werden.“
Die Direktorin des Christian-Doppler-Gymnasiums in Salzburg, Claudia Dörrich, lacht bei der Frage nach einer Hotpants-Vorschrift: „Bei uns gibt es dieses Verbot nicht. Im Gegenteil: Wir wollten nicht, dass die Schüler immer Hauben aufhaben, aber bei den Hotpants hat es eigentlich nie etwas gegeben.“
In einem ähnlichen Fall in England zeigte sich eine Direktorin über die Länge – oder eher Kürze – der Röcke an ihrer Schule empört und verbannte sie aus den Klassenzimmern. Der Grund für ihre Entscheidung: Die Direktorin sorgte sich um die Aufmerksamkeit der Buben und des männlichen Lehrpersonals – sie könnten durch die knappe Bekleidung der Schülerinnen zu sehr abgelenkt werden.

Die Diskussionen auf Twitter sind zumindest heiß, wie diese Tweets zeigen. Und was meinen Sie zum Hotpantsverbot? Stimmen Sie unten ab!

Verdammt heiß

Stellen wir einfach mal am Anfang klar: In einem Sommer mit Temperaturen bis zu 39 Grad, die sich eher wie die Sahara und nicht wie Wien anfühlen, wage ich es zu bezweifeln, dass Mädchen, die Hotpants tragen, „aufreizend“ wirken wollen. Die meisten tragen diese kurzen Shorts einfach, weil es schon von alleine verdammt heiß ist und man nicht noch durch weiteren Stoff eine zusätzliche Hitzebelastung haben will. Im 21. Jahrhundert sollten wir endlich so weit sein, die Körper von Frauen, oder Frauen generell, nicht in jedem Kontext – so harmlos er auch sein mag – sexualisieren zu müssen.


Nicolin Irk,18, ist Volontärin im Ressort Lebensart.
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