Google bringt Knowledge Graph nach Österreich

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Google bringt Knowledge Graph nach Österreich
12/05/2012

Google bringt Knowledge Graph nach Österreich

Ab sofort zeigt die Google-Suche auch außerhalb der USA Zusatzinformationen zum Suchbegriff an.

Der bereits im Mai dieses Jahres angekündigte Knowledge Graph ist nun erstmals außerhalb der USA und somit zukünftig auch in Österreich nutzbar. Neben Deutsch werden ab sofort Spanisch, Französisch, Portugiesisch, Japanisch, Russisch und Italienisch unterstützt. Die Funktion soll in den nächsten Wochen für alle Nutzer aktiviert werden und Zusatzinformationen zu bestimmten Suchergebnissen anzeigen. So wird beispielsweise bei einer Suche nach "Filmen von Michael Haneke" eine Übersicht zu allen Filmen des österreichischen Regisseurs angezeigt.

Die Funktion solle den Nutzern deutlich schneller die wichtigsten Informationen präsentieren, wie Aaron Brown, Senior Product Manager bei Google Search, im Interview mit der futurezone betont. Der Knowledge Graph könne allerdings nicht deaktiviert werden, auch nicht eingeloggte Nutzer bekommen künftig Zusatzinformationen auf diese Weise präsentiert. Das sei laut Brown jedoch unbedenklich, da sich die Informationen lediglich auf den eingegebenen Begriff, nicht aber auf Kriterien wie Standort oder den Suchverlauf beziehen würden. Auch die umstrittene Social Search, bei der Daten aus den Google+ Aktivitäten von Freunden in die Suche mit einfließen, beeinflusse nicht den Inhalt des Knowledge Graphs.

Aaron Brown, Senior Product Manager für Google Suche, sprach mit der futurezone über die Zukunft des Knowledge Graph in Österreich.Der Knowledge Graph soll auch Hilfeleistung bei der Suche nach Begriffen mit mehreren Bedeutungen liefern. So wird bei der Suche nach dem Begriff "Lolita" beispielsweise neben dem Roman und der Sängerin auch der 1962 gedrehte Film zur Auswahl angeboten. Ein Klick auf die angebotenen Vorschläge liefert deutlich umfangreichere Suchergebnisse zum Begriff. Die Suche wird nicht personalisiert und das solle auch in Zukunft, im Gegensatz zur herkömmlichen Suche, die zahlreiche Parameter miteinbezieht, laut Google so bleiben. Da der Knowledge Graph aber in Zukunft auch vollständige Fragen verstehen soll, könnte sich das noch ändern.

Semantisches Web im Aufbau

So soll beispielsweise in Zukunft eine Suche mit der Frage "Wo kann ich ein Lady Gaga-Konzert bei warmen Außentemperaturen besuchen?" schon bald mit einer verständlichen Antwort statt Links zu Ticket-Shops enden. Dass dieser Traum vom "semantischen Web" bislang erst in einigen Basis-Funktionen erfüllt wurde, lag bisher vor allem an einem Mangel an Daten. Der Knowledge Graph verbindet nun knapp 500 Millionen Elemente wie Personen, Orte und Dinge, die durch mehr als 3,5 Milliarden Eigenschaften miteinander verknüpft sind. Googles Datenbank ist damit allerdings noch vergleichsweise rudimentär und umfasst Daten bekannter Politiker, Musikgruppen, Inseln, Sportmannschaften oder Wolkenkratzer.

"Soziale Dimension" kann dazukommen

Mit dem Ausbau des Sprachraums hat Google nun den ersten wichtigen Schritt in der Verbindung dieser Daten geschafft. Dabei habe man lediglich Inhalte in der Muttersprache eingebunden, bekannte Daten aus der englischsprachigen Datenbank wurden nicht verknüpft. Bei der Verbesserung der Daten verlässt sich Google hingegen voll und ganz auf die Suchen seiner Nutzer, direkte Eingriffe wolle man nicht erlauben. "Es gibt zwar eine Funktion, mit der Fehler gemeldet werden können, direkt dürfen die Nutzer aber nichts verändern", erklärt Brown.

Man wolle allerdings nicht ausschließen, dass in naher Zukunft auch eine "soziale Dimension" hinzukommen könnte. Dazu müsse man allerdings noch die entsprechenden Zusammenhänge verstehen und diese "in der richtigen Menge" in den Suchalgorithmus einbringen. Das Endergebnis davon soll die Vison einer "perfekte Suchmaschine" von Google-Mitbegründer Larry Page sein: "Sie versteht genau das, was man meint, und liefert genau das, was man sucht."

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