Das Netz ermöglicht Jugendlichen unzählige Zugänge zu sexuellen Inhalten.

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Nacktfotos
08/17/2015

"Sexting" belebt Beziehungen

Paare, die sich Handynachrichten mit explizitem Inhalt schicken, sind einer Studie zufolge glücklicher.

Acht von zehn Erwachsenen verschicken einer Studie zufolge Handynachrichten mit eindeutig sexuellem Inhalt - dabei spricht man auch von "Sexting" -, ergab eine Studie der Drexel University in Philadelphia. "Die meisten Menschen warnen vor den Gefahren von Sexting und wie es einer Beziehung schaden kann", sagt Studienleiterin Emily Stasko. "Aber der Zusammenhang macht den Unterschied aus."

Sexting werde eindeutig von sehr vielen Menschen betrieben und ihre Erkenntnisse deuten darauf hin, dass es für Beziehungen und die sexuelle Zufriedenheit sogar nützlich sein kann. Der Erhebung sind drei Viertel aller, die Nachrichten mit sexuellem Inhalt verschicken, in einer Beziehung und tauschen diese Sextings mit ihrem Partner aus. Meist werden die expliziten Fotos zuhause gemacht, aber ein Drittel verschickt auch von unterwegs oder vom Arbeitsplatz aus anzügliche Nachrichten. Lediglich zwölf Prozent der befragten gab an, Sexting zu nutzen, um seinen Partner zu betrügen.

Für die Studie wurden 870 Amerikaner zwischen 18 und 82 Jahren befragt - das Durchschnittsalter betrug 35 Jahre. Fast 88 Prozent davon haben bisher schon eine Sexting-Nachricht verschickt oder bekommen, beinahe genauso viele sogar im vergangenen Jahr. Während Männer das eher als leichten Spaßfaktor wahrnehmen, scheint es, sind Frauen eher daran interessiert explizite Nachrichten zu verschicken als sie zu bekommen, berichteten die Forscher bei einem Kongress der American Psychological Association.

Nutzen von Sexting

Je mehr Sexting betrieben wurde, desto größer war die sexuelle Zufriedenheit bei Männern und Frauen, zeigt die Studie - besonders, wenn die Teilnehmer in einer Beziehung waren. Nur bei ganz fixen Beziehungen hat sich Sexting nicht auf die sexuelle Zufriedenheit ausgewirkt - weder positiv noch negativ.

"Sexting wird aus verschiedenen Gründen gemacht", sagt Stasko. "Es ist eine Form von sexueller Kommunikation, aber es ist einfach eine andere Form von Kommunikation, nicht mehr. Und es ist eine, die es einfacher machen könnte über Sex zu reden - besonders für jene, die sich persönlich damit schwer tun."