Leben
23.09.2017

Frau starb, um Baby das Leben zu schenken

Eine US-Amerikanerin verzichtete zugunsten ihres ungeborenen Kindes auf eine Krebsbehandlung mittels Chemotherapie.

Als bei Carrie DeKlyen im März dieses Jahres Kopfschmerzen einsetzten, dachte sie sich nicht viel dabei, bis sie deshalb regelmäßig zu erbrechen begann. Bei einem Gehirnscan fanden die Ärzte eine Geschwulst – ein bösartiges Lymphom. Nach weiteren Untersuchungen stand rasch fest, dass das Hirnlymphom gut behandelbar sei.

Dann der nächste Schock: Die Mediziner am Universitätskrankenhaus der University of Michigan in Ann Arbor entdeckten ein Glioblastom im Gehirn der 37-jährigen Fünffachmutter. Das Glioblastom ist der häufigste bösartige hirneigene Tumor bei Erwachsenen. Die Prognose für Betroffene ist meist schlecht, wie auch bei Carrie DeKlyen. Die Ärzte errechneten, dass sie im besten Fall noch etwa fünf Jahre zu leben hätte. Im April wurde der Tumor entfernt, nicht einmal ein Monat später kam der Krebs zurück. Im Zuge der Diagnose stellte man auch fest, dass DeKlyen in der achten Schwangerschaftswoche war.

Lebenswichtige Entscheidung

Das behandelnde Ärzteteam bot der werdenden Mutter zwei Optionen an: Man könnte versuchen ihr Leben mittels aggressiver Chemotherapie zu verlängern, was jedoch das Ende ihrer Schwangerschaft bedeuten würde. Oder sie könnte das Kind ohne Behandlung austragen – und die Geburt womöglich selbst nicht mehr erleben.

Für die US-Amerikanerin stand schnell fest, dass das Leben ihres ungeborenen Kindes Vorrang hat: Sie entschied sich gegen die Chemo und für das Baby. Life Lynn DeKlyen erblickte am 6. September in der 24. Schwangerschaftswoche via Kaiserschnitt das Licht der Welt. Ihre Mutter verstarb kurz darauf und wurde sechs Tage später begraben. Carrie DeKlyen erlitt ein Monat vor der Geburt einen Schlaganfall und fiel ins Koma, aus dem sie nicht mehr aufwachte, wie Nick DeKlyen der regionalen Nachrichtenplattform Detroit News erzählte. Nach der Geburt ihres Kindes hätten die Ärzte die lebenserhaltenden Maßnahmen beendet: "Ich bin die ganze Zeit über bei ihr gesessen, ich habe ihre Hand gehalten, sie geküsst und ihr gesagt, dass sie das ganz großartig gemacht hat. Ich habe ihr gesagt, dass ich sie liebe und sie im Himmel wiedersehen werde."

Besonders tragisch: Auch Life Lynn verstarb, nur 14 Tage nach ihrer Geburt, im Krankenhaus. Der Tod des Säuglings wurde auf der Facebookpage des Paaresbekanntgegeben.

"Mit großer Trauer und einen komplett gebrochenen Herzen teile ich euch mit, dass Life Lynn gestern Nacht verstorben ist. Carrie schaukelt ihr kleines Mädchen jetzt in ihren Armen. Ich habe keine Erklärung, warum das passiert ist, aber ich weiß, dass Jesus uns liebt und wir eines Tages wissen werden, warum. Der Kummer, den wir fühlen, ist fast nicht auszuhalten, bitte betet für unsere Familie", steht in dem Posting vom 21. September geschrieben.

Via Facebook gab man auch bekannt, das das Kind zusammen mit ihrer Mutter begraben werde.

Mittels Crowdfunding werden nun Spenden für die sechsköpfige Familie gesammelt. Bisher sind bereits knapp 170.000 Dollar zusammengekommen.