Leben
06.10.2017

Sexismus: Football-Star beleidigt Sportreporterin

Während einer Pressekonferenz wurde Sportreporterin Jourdan Rodrigue von Football-Spieler Cam Newton für ihre Fragen belächelt. Im Netz entbrannte daraufhin eine Debatte über Sexismus im Sportjournalismus.

Frauen sind im Sportjournalismus nach wie vor stark unterrepräsentiert. Jene Journalistinnen, die es in die von Männern dominierte Berufssparte geschafft haben, sind nicht selten mit Sexismus konfrontiert. Bestes Beispiel dafür ist ein aktueller Fall, der sich zwischen American-Football-Spieler Cam Newton und Reporterin Jourdan Rodrigue zutrug.

Während einer Pressekonferenz stellte Rodrigue am Mittwoch eine Frage zur Spieltaktik und den Laufwegen der Receiver (auf Englisch: Routes). Anstatt inhaltlich auf die Frage einzugehen, nutze Newton die Fragestellung für einen sexistischen Seitenhieb. Er grinste und antwortete: "Es ist lustig, Frauen über Routen reden zu hören." Um seiner Belustigung noch mehr Ausdruck zu verleihen, wiederholte der NFL-Star den zweiten Teil des Satzes sogar und sagte: "Es ist lustig."

Den frauenfeindlichen Kommentar des Panthers-Quarterbacks ließ die Reporterin nicht auf sich sitzen. Sie twitterte: "Ich bin der Meinung, es ist nicht lustig, wenn Frauen über Routen sprechen. Ich bin der Meinung, das ist mein Job." Auf Twitter schilderte sie auch, dass sie Newton auf seine Verbalentgleisung angesprochen, jedoch eine noch schlimmere Reaktion von ihm erhalten habe. Details darüber gab sie nicht preis.

Auf Twitter stärkte der Großteil der Community Rodrigue nach dem Vorfall den Rücken.

Panthers-Pressesprecher Steven Drummond versuchte nach dem Eklat zu beschwichtigen und versicherte, dass er mit Newton und Rodrigue gesprochen habe: "Ich weiß, sie hatten ein Gespräch, in dem er um Verzeihung gebeten hat, diese Wortwahl getroffen zu haben."

Auch Newton hat sich mittlerweile öffentlich für seine Sager entschuldigt:

Andy Murray entlarvt Sexismus

Der Vorfall erinnert auch an eine Situation, die sich im Juli im Zuge des Tennisturniers in Wimbledon zutrug. In der Pressekonferenz, die unmittelbar nach dem Tennisspiel zwischen Andy Murray und Sam Querrey stattfand, wurde Murray von einem der anwesenden Reporter zur Leistung seines Gegners Sam Querrey befragt.

"Andy, Sam ist seit 2009 der erste US-amerikanische Spieler, der ein Halbfinale bei einem Grand-Slam-Turnier erreicht hat. Wie würdest du die ..." - an diesem Punkt unterbrach Murray den Journalisten und korrigierte seine Aussage mit den Worten "männlicher Spieler". Damit spielte er darauf an, dass Serena Williams, ebenfalls US-Amerikanerin, seit 2009 in Summe zwölf Grand-Slam-Turniere gewonnen hat. Während der Reporter versuchte seinen Fauxpas und die Tatsache, dass er mit seinem Statement die zahlreichen Erfolge der US-Frauen ignoriert hatte, mit einem Lacher zu überspielen, blieb Murrays Miene versteinert (mehr dazu hier).