Leben
24.01.2018

Flughafen: Frau beim Muttermilch-Pumpen malträtiert

Auf einem Londoner Flughafen wurde eine Frau beim Abpumpen von Muttermilch vom Personal herabwürdigend behandelt. Der Vorfall zeigt erneut auf, wie problematisch stillenden Müttern im Alltag begegnet wird.

Stillen polarisiert – nicht nur, aber vor allem in der Öffentlichkeit. Diese Erfahrung musste kürzlich auch eine Mutter in Großbritannien machen, und das obwohl sich Sophie McBain zum Abpumpen von Muttermilch zurückzog.

Vorfall am Flughafen

McBain, eine in New York lebende Britin, war gerade am Flughafen London Heathrow, als ihr zehn Monate altes Baby nach einer Mahlzeit verlangte. Die Journalistin erkundigte sich beim Personal nach einem Ort, an dem sie in Ruhe für ihr Baby Muttermilch abpumpen könne. Man lotste sie zum Wickelraum. McBain versperrte die Tür beim Abpumpen hinter sich.

Kaum hatte sie begonnen, Milch für ihr Kind abzupumpen, klopfte es an der Tür und ein männlicher Mitarbeiter des Flughafens entsperrte diese daraufhin von außen. "Ein männlicher Mitarbeiter entsperrte die Tür und während meine nackte Brust noch in der Pumpe steckte, sagte er mir, dass ich das nächste Mal die Tür unversperrt lassen oder draußen am Terminal abpumpen solle", berichtet sie auf Twitter. Sie habe sich ausgeliefert gefühlt – "Kann man als stillende Frau nicht einmal ein Zimmer haben, indem man ungestört und mit Privatsphäre abpumpen kann?"

Nachdem sich McBain via Twitter direkt an den Flughafen wandte und auch offiziell Beschwerde einreichte, bekam sie eine Stellungnahme zugesagt, in der betont wurde, dass es üblich sei, dass Mitarbeiter Türen entsperren, wenn keine Reaktion auf Klopfen erfolgt.

Strukturelles Problem

Damit gab sich McBain nicht zufrieden und schilderte auf Twitter die Gründe, die sie dazu bewogen hatten, die Tür zu versperren. Sie wolle nicht, dass ihr Fremde beim Abpumpen zusehen, außerdem sei der Vorfall symptomatisch für ein strukturelles Problem auf Flughäfen, wie sie im Interview mit der Huffington Post betonte: "Es wurde kein Gedanke an stillende Passagiere verschwendet, wir haben keinen Platz zum Abpumpen oder Stillen und die Mitarbeiter sind ganz offenbar nicht entsprechend geschult." Der Huffington Post sagte sie auch, dass es nicht um das konkrete Verhalten des Mitarbeiters gehe. "Was wirklich wichtig ist, ist, dass es nicht um die seltsame Reaktion eines männlichen Mitarbeiters geht."

Unterstützung für ihren Standpunkt erhielt die Journalistin von anderen Müttern, die sich auf dem Kurznachrichtendienst hinter sie stellten:

Für McBain hatte der Vorfall am Flughafen ein glückliches Ende. Mitarbeiter der Fluglinie British Airways boten der Frau an, in ihrem Aufenthaltsbereich abzupumpen, ein Angebot, dass sie gerne annahm, wie sie auf Twitter schreibt.

Ein Sprecher des Flughafens ließ die Huffington Post außerdem wissen: "Wir entschuldigen uns für die Erfahrung, die Frau McBain kürzlich auf ihrer Reise durch Heathrow machen musste", heißt es darin. Die Bemühungen, die Sicherheit auf dem Gelände zu wahren, sei zulasten der Dame gegangen, bedauert man.