Leben
17.01.2012

Finstere Mächte

Wenn es in Teilen des Web finster wird, ist das veraltete Urheberrecht der Auslöser.

Gleich vorweg: Ein neues Urheberrecht muss her. Es stammt nämlich aus einer Zeit, in der es noch kein Internet gab und wurde für Verlage, Musik- und Filmindustrie gemacht, um die Rechte der Autoren, Musiker und Filmemacher zu schützen.

Wie unsinnig das Urheberrecht ist, zeigen zwei Beispiele: Es ist legal, eine CD zu kaufen und sie auf eBay zu verkaufen. Wer ein Musikstück, das man um 99 Cent heruntergeladen hat, weiterverkaufen will, wird Probleme mit Anwälten bekommen. Das Gleiche gilt, wenn jemand ein privates Urlaubsvideo auf YouTube stellt, auf dem im Hintergrund ein Popsong zu hören ist.

Das gegenwärtige Urheberrecht führt zu einer „Kultur der Abschottung“, weil praktisch nichts mehr erlaubt ist, aber es sollte den Nutzern zeitgemäße Möglichkeiten zur Teilhabe an der Wissensgesellschaft einräumen.

Verlage, Musik- und Filmindustrie geben Zigmillionen für Lobbying wie etwa für das unsinnige Antipirateriegesetz SOPA aus, das Verwertungsgesellschaften das Recht einräumt, Webseiten, auf denen User Urheberrechtsverstöße begehen, einfach sperren zu lassen. Doch in der Web-2.0-Ära sollten sie die „Macht der Masse“ nicht unterschätzen. Die hat schon Regierungen zu Fall gebracht.