Leben 05.12.2011

Fans zerreißen "Star Wars" auf Blu-Ray

© Bild: ap

Durch Regisseur George Lucas veränderte Szenen in Original-Trilogie stoßen auf wenig Gegenliebe.

Auf der IT-Messe Consumer Electronics Show (CES) Anfang Jänner in Las Vegas wurde die Veröffentlichung der Star-Wars-Saga als Blu-Ray-Edition angekündigt. Die nun unmittelbar vor ihrer Veröffentlichung stehende Sammlung der Kult-Film-Trilogie und ihrer drei moderneren Prequels sorgt nun für einen Großaufstand eingefleischter Star-Wars-Fans. Regisseur George Lucas hat es sich offenbar nicht nehmen lassen, die ursprünglichen Filme für die am 16. September startende Version zu überarbeiten - was er nicht zum ersten Mal tat.

Insbesondere eine veränderte Szene ließ Star Wars Fans vor Wut dermaßen hochkochen, dass die Star-Wars Blu-Ray-Edition auf Amazon (wo sie vorbestellt werden kann) bereits mit hunderten negativen Rezensionen überdeckt wurde:
Im dritten Teil der ursprünglichen Star-Wars-Trilogie, "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" (Episode 6), entscheidet sich Bösewicht Darth Vader seinen Sohn Luke Skywalker vor den Fängen des superbösen Imperators zu retten, indem er letzteren wortlos einen Schacht hinunterwirft.

No! Nooo! Noooooo!

In der Blu-Ray-Version wird Darth Vader während dieser schicksalshaften Auflehnung gegen seinen Herrn eine Stimme verliehen, die ihn laut einigen Fans nun als "Weichei" dastehen lässt. Während der die Folterung seines Sohnes durch den Imperator mitansehen muss, wendet sich Vader nun mit einem lautstarken "No! Nooo! Noooooo!" der richtigen Entscheidung zu. Die Szene erhielt auch auf YouTube überwiegend negative Bewertungen und Kommentare.

George Lucas schlagen umso mehr Wut-Wellen ins Gesicht, weil der Star-Wars-Erschaffer selbst für die Unveränderbarkeit von fertigen Kinofilmen eintrat - im Jahr 1988 nämlich, als er eine Rede vor dem US-Kongress hielt. Seinem damaligen Credo wurde Lucas später untreu.

Größere Türen für Jabba

In den Star-Wars-Filmen auf Blu-Ray-Disc wurden nun etwa Ewoks Augenlider verpasst, computeranimierte Figuren in die Szenen eingefügt und Geräusche verändert. Jedi-Meister Yoda wurde grafisch überarbeitet. Im ersten der drei moderneren Prequels von 1999, "Die dunkle Bedrohung", erschien das kleinwüchsige grüne Wesen noch als Puppe. Mit Effekten wurde sein Erscheinungsbild den zwei folgenden Filmen von 2002 und 2005 angepasst, in denen Yoda als Animation erscheint.

Andere Änderungen erscheinen weniger notwendig. So hat beispielsweise der Palast des Gangsters Jabba the Hutt nun größere Türen. Ein knapper, über die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme rätselnder Kommentar auf Amazon dazu: "ok?"

Erstellt am 05.12.2011