Leben
05.12.2011

Facebook-Verweigerer "keine Hinterwäldler"

Laut einer neuen Studie unter österreichischen Facebook-Verweigerern wollen 67 Prozent keine persönlichen Dinge im Netz preisgeben.

Das soziale Netzwerk verzeichnet bereits über 800 Millionen Mitglieder weltweit. Täglich werden auf der Plattform 250 Millionen Fotos hochgeladen und für die Freunde, oder manchmal auch die ganze Welt, sichtbar. Doch es gibt sie noch - eine Gruppe von Menschen, die sich dem sozialen Netzwerk verweigern.

Das Marktforschungsinstitut Marketagent.com hat Anfang November diesen Jahres rund 500 web-aktive Personen aus Österreich zwischen 14 und 65 Jahren, befragt, um herauszufinden, warum diese das soziale Netzwerk Facebook nicht nutzen. Raus gekommen dabei ist, dass die meisten Verweigerer keine persönlichen Daten von sich im Netz preisgeben wollen oder keinen Nutzen in der Verwendung des Netzwerks sehen.

Kein gesellschaftlicher Einsiedler

"Der typische Nicht-Facebooker in Österreich ist weder digitaler Außenseiter, der noch nicht fest im Sattel des WWW sitzt, noch gesellschaftlicher Einsiedler oder Hinterwäldler, der mit der Plattform nichts anfangen kann, sondern jemand, der nicht gewillt ist, persönliche Inhalte im Netz zu teilen", erklärte Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com.

Laut dem Studienergebnis meiden 67 Prozent die Online-Plattform ganz bewusst, weil sich nichts Persönliches über sich preisgeben wollen. 60 Prozent der Facebook-Nicht-Nutzer haben zudem Bedenken bezüglich der Datensicherheit auf der Plattform geäußert oder angegeben, dass sie Angst vor Datenklau beziehungsweise der Weitergabe ihrer Daten an Dritte haben.

70 Prozent halten Facebook für unnütz

42 Prozent fürchten sich davor, dass die Einträge, die sie auf Facebook tätigen würden, möglicherweise einmal gegen sie verwendet werden könnten, sei es von Ex-Liebhabern, Arbeitgebern oder sonstigen "Feinden". Für 70 Prozent ist Facebook einfach unnütz, ebenso viele treffen ihre Freunde lieber im realen Leben oder "auf anderen Wegen".

Zum aktuellen Zeitpunkt hält die Mehrheit der Befragten dieses Unterfangen für unvereinbar. Manche der Befragten warfen Facebook vor, "Stasi-Methoden" zu verwenden und den "gläsernen Menschen" zu generieren. "Ob Informationsaustausch und Datenschutz bei Social Media-Plattformen und insbesondere Facebook trotz Intervention von Regulierungsbehörden und Datenschützern jemals vereinbar sein werden, ist fraglich," meint Schwabl.