Leben
05.12.2011

Facebook eifert Google+-"Circles" nach

Freunde-Einteilung in "Smart Lists" getestet. Diese sollen Empfänger-Auswahl bei Postings erleichtern.

Was bei Google+ bereits die "Circles", könnten bei Facebook bald Smart Lists sein. Diese, gerade in der Testphase befindliche, Funktion soll die Freunde automatisch drei Kategorien zuordnen: Einer Liste von Arbeitskollegen ("work list"), einer Liste von (ehemaligen) Klassenkameraden und einer Liste von Freunden, die höchstens 50 Meilen vom jeweiligen Nutzer entfernt wohnen. Durch das Listenformat soll die Kommunikation erleichtert werden. So kann etwa in der Liste der in der Nähe wohnenden Freunde nach Partywilligen für den Freitagabend gesucht werden, ohne dass man dafür alle Freunde anschreiben muss.

Die Änderung könnte als Antwort auf die Kreise ("Circles") in Google+ gesehen werden. Im Gegensatz zu den Circles werden Smart Lists aber automatisch zusammengestellt. Durch präziser gerichtete Netzwerk-Botschaften könnte dem News Feed mehr Relevanz verliehen werden. Wann und ob die neue Funktion eingeführt wird, steht noch nicht fest.

Fröhliches Kopieren

Dabei ist "Google+" nicht Vorreiter in Sachen "bestimmte Inhalte nur mit bestimmten Kreisen teilen". Seit 2010 baut eine kleine Gruppe von Leuten über einen Open-Source-Webserver ein verteiltes Netzwerk auf, das "Diaspora" genannt wird, und als Alternative zu zentralisierten Diensten wie Facebook verstanden wird.

Bei "Diaspora" ist es durch "Aspects" möglich, bestimmte Fotos oder Meldungen nur mit einem ausgewählten Kreis von Freuden zu teilen. Das erinnert sehr stark an die Google+-"Circles", die jetzt wiederum von Facebook kopiert werden. Hintergrund dieser Neuerungen ist die Furcht der Nutzer vor zuviel Öffentlichkeit und dass Personen Nachrichten lesen können, die nicht für sie bestimmt sind.

Kurios: Das Projekt "Diaspora", dessen "Aspect"-Funktion "Google+" und darüber auch Facebook kopieren, wurde von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg mit 190.000 Dollar unterstützt - es sei "eine coole Idee".