Leben
17.11.2017

Frankreich: Schaffnerin für Sexismus entschädigt

Die staatliche französische Eisenbahngesellschaft SNCF muss 120.000 Euro Entschädigung wegen Diskriminierung zahlen.

"Weiber haben im Zug nichts zu suchen" - solche Sprüche musste sich Frankreichs erste weibliche Schaffnerin jahrelang anhören. Nun hat ein Gericht in Marseille der früheren Bahn-Mitarbeiterin eine Entschädigung zugesprochen. Die staatliche französische Eisenbahngesellschaft SNCF muss ihr wegen Diskriminierung insgesamt rund 120.000 Euro zahlen.

Beleidigungen, sexistische Witze und Übergriffe durch Kollegen seien an der Tagesordnung gewesen, als die junge Frau 1980 bei der französischen Bahn anfing, berichtete ein männlicher Zeuge in dem Prozess. Von ihrem Arbeitgeber habe die zunehmend verzweifelte Schaffnerin keinerlei Unterstützung erhalten.

Die Frau selbst sagte aus, sie habe oft Tätigkeiten verrichten müssen, die nicht ihrer Ausbildung entsprochen hätten. Sie habe zudem im Schnitt 700 Euro brutto weniger erhalten als ihre Kollegen und keine Chancen auf eine Versetzung gehabt. Dadurch sei sie depressiv geworden. Die SNCF legte nach Ansicht der Richter in dem Berufungsverfahren keinerlei stichhaltige Begründung für ihr Verhalten vor.