Unsere Erde (links) im Größenvergleich zu dem neu entdeckten Planeten (rechts): Grafische Darstellung der NASA. Um seine Sonne (Bildmitte) zu umrunden, benötigt er 385 Tage.

© APA/EPA/NASA/JPL-Caltech/T. Pyle

Weltall
07/24/2015

"Erde 2.0": Was über den neuen Planeten bekannt ist

Die wichtigsten Fakten zur Entdeckung des "Cousin der Erde".

Von "einem Schritt näher zu einer Entdeckung einer Erde 2.0" spricht NASA-Wissenschafter John Grunsfeld. Der von der US-Raumfahrtbehörde NASA mit dem Weltraumteleskop "Kepler" entdeckte Planet "Kepler 452b" ist der bisher erdähnlichste. Der KURIER hat die wichtigsten Fakten zusammengestellt:

Hinfliegen geht nicht...

Der Exoplanet "Kepler 452b" im Sternbild Schwan ist rund 1400 Lichtjahre von der Erde entfernt. Da das Licht in einem Jahr 9,46 Billionen Kilometer zurücklegt, beträgt die Distanz zu dem Exoplanten (Planet außerhalb unseres Sonnensystems) 13,16 Billionen Kilometer. Zum Vergleich: Zwergplanet Pluto ist "nur" 4,8 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Und schon dorthin benötigte die Sonde "New Horizons" neun Jahre.

Damit beantwortet sich auch die Frage vieler Twitter-Nutzer, ob man denn zu dieser "neuen Erde" hinfliegen könne...

Der Durchmesser von Kepler 452b ist um rund 60 Prozent größer als jener der Erde.

Sein Stern "Kepler-452" ist sechs Milliarden Jahre alt - 1,5 Milliarden Jahre älter als unsere Sonne - und um rund 10 Prozent heller.

Der Planet benötigt 385 Tage, um seine Sonne einmal zu umkreisen.

Der Abstand zwischen dem Planeten und seinem Stern ist vergleichbar mit dem Abstand zwischen der Erde und unserer Sonne (um nur fünf Prozent größer ist die Entfernung).

Das aber bedeutet: Der Planet ist in einer Entfernung von seiner Sonne, die theoretisch Leben möglich macht - dass es also nicht zu heiß ist (jeder Wassertropfen verdampft) und auch nicht zu kalt (dass es also nur Eis gibt).

Gut zum Bräunen

"Wenn dem so wäre, könnten dort auch Pflanzen von der Erde wachsen, wenn es steinigen Untergrund und eine Atmosphäre gibt", wird ein Experte im New Zealand Herald zitiert: "Und wenn Sie auf dem Planeten auf Urlaub wären, könnten Sie dort wahrscheinlich sogar braun werden."

Auch der Umstand, dass der Planet sich seit sechs Milliarden Jahren in der Zone seines Sterns befindet, die Voraussetzungen für Leben überhaupt erst ermöglicht, wird von Experten als "entscheidender Faktor" dafür eingestuft, dass auf dem Planeten Leben existieren könnte.

Viele Fragen noch offen

Doch noch sind viele Fragen offen: "Wir wissen noch nicht, woraus dieser Planet wirklich besteht", sagte etwa der Wissenschafter Don Pollacco von der Warwick University zur BBC: "Er könnte aus Gestein bestehen, aber er könnte auch ein gasartiger Ballon sein oder vielleicht sogar irgendetwas mehr Exotisches."

Skeptisch sind die Experten des Wissenschaftsmagazins spektrum.de: "Kepler 452b ist kein Zwilling der Erde" - und wie erdähnlich er tatsächlich ist, sei auch noch offen.Denn es könnte sich auch um die "Miniaturausgabe eines Gasplaneten ohne feste Oberfläche" handeln.

Doch trotz all dieser Unsicherheiten: "Alles was wir bisher von Kepler 452b gehört haben deutet daraufhin, dass es sich um die erdähnlichsten Bedingungen handelt die wir je auf einem Planeten gefunden haben", wird die Astronomin Suzanne Aigrain von der University of Oxford in der BBC zitiert.

Hier sehen Sie ein Video der NASA zur Entdeckung des neuen Planeten:

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