Aufregend: Neue Schule, neue Klasse!

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freizeit Leben, Liebe & Sex
08/20/2019

Elternratgeber: So wird Ihr Kind fit fürs Gymnasium

Der KURIER-Bildungsbeirat gibt Tipps, wie Eltern den Übergang von der Volksschule in die AHS erleichtern können.

von Ute Brühl

Nicht nur Erstklässler fiebern dem ersten Schultag entgegen. Auch für die Buben und Mädchen, die im September ins Gymnasium oder in die Neue Mittelschule wechseln, ist es eine Art Neustart: neue Lehrer, neue Mitschüler, neues Gebäude und neuer Stundenplan.

Nur logisch, dass die Stimmung bei den Schülern zwischen Nervosität und Vorfreude schwankt. Jetzt sind die Eltern gefragt – mit ihrer Unterstützung klappt der Übergang besser. Wie Väter und Mütter helfen können, wissen Isabella Zins und Michel Fleck vom KURIER-Bildungsbeirat.

  • Nehmen Sie Anteil Der Rat klingt lapidar. Doch besonders zu Beginn der AHS-Zeit ist es wichtig, dass Kinder über ihre Erlebnisse oder die neuen Freunde reden können. Versuchen Sie jetzt, Ihr Kind zu motivieren, und helfen Sie ihm, eine positive Einstellung zur Schule zu bekommen. Sätze wie „Jetzt ist die schöne Volksschulzeit vorbei, jetzt wird es ernst“ sollte man jedenfalls vermeiden.
  • Selbstständig werden An den meisten Standorten werden die Kinder langsam in den neuen Schulalltag eingeführt. Aber schon bald wird von ihnen erwartet, dass sie die Schule selbstständig bewältigen: Hausübungen machen, Schulsachen herrichten und vorausplanen. Eltern dürfen unterstützen und die Aufgaben öfters kontrollieren. Wer sein Kind unter Druck setzt oder ihm jede schwierige Aufgabe abnimmt, gibt ihm nicht die Chance, selbstständig zu werden.
  • Struktur schaffen Lange schlafen und in den Tag hineinleben – das lieben Schüler an den Ferien. Je näher die Schulzeit rückt, desto eher sollte man sich an das neue Leben gewöhnen. Heißt: Früh aufstehen und sich einen Tagesrhythmus einstudieren. Denn in der Schulzeit sollte der Tag möglichst gleich strukturiert sein. Die Nachmittage und Wochenenden werden zudem nicht zu sehr verplant, damit das Kind ausreichend Zeit für die Erholung hat. Denn gerade das erste Jahr im Gymnasium ist für viele Kinder sehr kräfteraubend, weil ja so viel neu für sie ist.
  • In den Ferien lernen Die letzten freien Tage kann man nutzen, um Gelerntes wieder aufzufrischen – das gilt auch für Kinder, die jetzt in eine AHS wechseln. Auch wenn es nur zehn, 15 Minuten sind: Durch die Regelmäßigkeit gewöhnt sich der Schüler an das Lernen und festigt zugleich sein Wissen. Eine gute Übung ist es auch, Bücher zu lesen – das trainiert zwar nicht die Rechtschreibung, hilft aber, ein Sprachgefühl zu entwickeln und neue Wörter kennenzulernen.
  • Schlafen und gesundes Essen Wer unausgeschlafen in die Schule kommt, kann natürlich weniger leisten. Schlafkiller Nummer eins ist das Handy. Eltern sollten deshalb vor allem am Abend den Umgang mit dem Handy und dem Laptop limitieren. Zuckerhaltiges und fettes Essen kann ebenso dazu führen, dass sich Schüler schlecht konzentrieren können. Die gesunde Jause macht nicht nur gesund, sondern auch schlau.
  • Kontakt zur Schule und zum Lehrer Dass man Elternabende besucht, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Aber auch über diesen Abend hinaus empfiehlt es sich, Kontakt zu den Pädagogen zu halten. Denn am besten funktioniert die Schule dort, wo Lehrer und Eltern an einem Strang ziehen und die gleichen Erwartungen an das Kind haben. Da geht es nicht nur um die Fragen des Lernens, sondern auch um die Erziehung – wie stehen die Eltern zu Themen wie Disziplin, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit oder gutes Benehmen? All diese sozialen Tugenden sind für den Schulerfolg mindestens so wichtig wie das Talent des Kindes.
  • Nicht überfordern Damit sind wir schon beim nächsten Thema: Die Leistungsbereitschaft ist zwar wichtig – doch manche Eltern erwarten einfach zu viel und überfordern den Sohn oder die Tochter. Bedenken sollte man, dass das Gymnasium nicht für jeden die richtige Schule ist. Manche Schüler sind nicht leistungsfähig genug, andere von der Struktur einer AHS überfordert und fühlen sich in einer Neuen Mittelschule, wo es oft etwas familiärer zugeht, besser aufgehoben.Sollte Ihr Kind ständig missgelaunt sein oder jeden Tag mit Bauchschmerzen nach Hause kommen, sollte man mit dem Klassenvorstand Kontakt aufnehmen – und über einen Schulwechsel nachdenken. Der Besuch einer Mittelschule heißt nämlich noch lange nicht, dass das Kind später keine Matura machen wird. Es kann immer noch in ein Oberstufengymnasium oder eine berufsbildende Schule wechseln.