Leben
13.12.2017

Elizabeth Warren wirft Trump "Slut-shaming" vor

Nachdem die Senatorin Kirsten Gillibrand den Rücktritt von Donald Trump gefordert hatte, behauptete dieser, sie würde für Spendengelder alles tun. Die Senatorin Elizabeth Warren, die schon lange als Trump-Kritikerin bekannt ist, unterstützte sie daraufhin via Twitter.

Drei von insgesamt 16 Frauen, die Trump vorwerfen, sie sexuell bedrängt und betatscht zu haben, forderten am Montag bei einer Pressekonferenz in New York den Kongress auf, diese Anschuldigungen gegen den Präsidenten zu untersuchen. Bei den Demokraten fanden sie damit großen Widerhall. 54 Abgeordnete der oppositionellen Demokraten forderten, dass der Kongress die von Frauen erhobenen Beschuldigungen gegen den Präsidenten untersuchen soll. Im Senat verlangen inzwischen fünf Vertreter der Opposition seinen Rücktritt. Der Präsident wehrte sich am Dienstag wütend gegen die Vorwürfe.

Er versuchte, sie als politisches Manöver abzutun. Nachdem die Demokraten vergeblich illegale Verbindungen seines Teams nach Moskau nachzuweisen versucht hätten, wendeten sie sich jetzt den "falschen Anschuldigungen und erfundenen Geschichten" über von ihm begangene Übergriffe gegen Frauen zu, schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er kenne diese Frauen nicht "und/oder habe sie nie getroffen".

Zweideutige Bemerkung Richtung Gillibrand

Die Senatorin Kirsten Gillibrand griff der Präsident persönlich hart an. Sie gehört zu den Oppositionsvertretern, die seinen Rücktritt verlangen. Die Vertreterin des Bundesstaats New York sei ein "Leichtgewicht", twitterte Trump. Vor "nicht so langer Zeit" habe sie bei ihm noch um Wahlkampfspenden "gebettelt". Er verband dies mit der zweideutigen Bemerkung, dass Gillibrand dafür "alles zu tun" bereit gewesen sei.

Die Senatorin wies die Attacke als "sexistische Schmierkampagne" zurück. Der Präsident wolle sie damit zum Schweigen bringen, sagte sie. Doch könne Trump nicht die "Millionen von Frauen" zum Schweigen bringen, welche die von ihm ins Oval Office gebrachte "Schande" anprangerten.

Die Senatorin Elizabeth Warren, die schon lange als Trump-Kritikerin bekannt ist, verteidigte Gillibrand und wandte sich via Twitter direkt an den Präsidenten. Dort stellte sie ihm die Frage, ob er tatsächlich versuche, Gillibrand einzuschüchtern und Slut-shaming zu betreiben. Das bedeutet, dass eine Frau als Schlampe bezeichnet wird und ihr Schamgefühle eingeredet werden. Trump hat das nach Auffassung von Warren insofern versucht, weil er Gillibrand mit der Aussage, dass sie alles für Spendengelder tun würde, unterstellt hätte, auch zu sexuellen Gefälligkeiten bereit zu sein.

Warren stellte Trump außerdem die Frage, ob er wisse, mit wem er sich da anlege und wünschte ihm: "Viel Glück damit!".

Belästigungsvorwürfe gegen Trump

Die Belästigungsvorwürfe gegen Trump waren bereits während des Wahlkampfes aufgekommen. Seit seinem Amtsantritt waren sie aber von der Affäre um mögliche illegale Absprachen zwischen dem Trump-Team und Moskau in den Hintergrund gedrängt worden.

Im Zuge der allgemeinen gesellschaftlichen Debatte um sexuelles Fehlverhalten, die bereits zum Absturz diverser prominenter Figuren aus der Filmbranche, den Medien und der Politik führte, kochten die Belästigungsvorwürfe gegen Trump dann zuletzt wieder hoch.

Der Präsident vertritt jedoch den Standpunkt, dass sich diese Anschuldigungen durch seinen Wahlsieg erledigt hätten. Viel Aufsehen erregte allerdings die UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, die von dieser offiziellen Linie abwich. Jede Frau, die sich als Opfer sexueller Übergriffe bezeichne, "sollte angehört werden", sagte sie. Dies gilt nach ihren Worten auch für Frauen, die Trump solchen Fehlverhaltens bezichtigen (kurier.at berichtete).

Die Anschuldigungen haben Trump nicht daran gehindert, den ebenfalls mit Belästigungsvorwürfen konfrontierten Senatskandidaten Roy Moore zu unterstützen. Der ultrakonservative Republikaner trat an diesem Dienstag im Südstaat Alabama bei einer Nachwahl zu der Kammer des US-Kongresses an. Er ist aber unerwartet gegen den Demokraten Doug Jones gescheitert.

Abgänge in den vergangenen Tagen

In den vergangenen Tagen hatten insgesamt drei Mitglieder von Senat und Repräsentantenhaus infolge von Belästigungsvorwürfen ihren Abgang aus dem Kongress erklärt. Dabei handelt es sich um zwei Demokraten und einen Republikaner.