Leben
05.10.2017

Diese Frau schreibt einen Liebesbrief an ihren Körper

Die Plus-Size-Bloggerin Angela Weisgerber bedankt sich in einem Facebook-Posting bei ihrem Körper, der sie nie im Stich gelassen und sie beschützt hat.

Die meisten Frauen gehen mit ihrem Körper besonders kritisch um. Dass vor allem Frauen dazu neigen, sich auf vermeintliche äußerliche Makel zu konzentrieren, anstatt sich selbst bedingungslos zu lieben und akzeptieren. Dies ist unter anderem auf den gesellschaftlichen Druck zurückzuführen, den eigenen Körper permanent mit Diäten, Sport und kosmetischen Behandlungen zu perfektionieren.

Doch immer mehr Frauen widersetzen sich den stereotypen Vorstellungen von Schönheit und treten für mehr Diversität und Selbstliebe ein. Eine von ihnen ist die in Köln lebende Bloggerin Angela Weisgerber, die im Internet als Anschi Bartolf bekannt ist. Die 25-Jährige sorgte im vergangenen Jahr für Aufsehen, weil sie sich im Internet gegen eine Mobbingattacke wehrte (mehr dazu hier). Weisgerber wurde damals (wieder einmal) aufgrund ihres Körpergewichts beleidigt und machte den Vorfall daraufhin auf Facebook öffentlich.

Wegen der enormen Resonanz auf das Posting berichtet sie seitdem immer wieder aus ihrem Leben und spricht sich regelmäßig gegen Body-Shaming aus. Body-Shaming bezeichnet die herablassende und beschämende Beurteilung eines Körpers und ist als Begrifflichkeit gewissermaßen zum Schlagwort geworden.

Vor wenigen Tagen hat Weisgerber nun neben einem Selbstporträt einen Liebesbrief an ihren Körper in den sozialen Medien veröffentlicht. In diesem bedankt sie sich bei ihrem Körper, dass er sie viele Jahre lang beschützt und sie trotz aller Höhen und Tiefen nie im Stich gelassen hat. Auch wenn sich ihr Körper ein "dickes Fell" zugelegt hat, habe sie ihren Körper immer geliebt und ihn auch vor den Menschen beschützt, die ihn verletzen wollten.

"25 Jahre durch dick und dünn"

Weisgerber hat in den vergangenen zwölf Monaten 20 Kilo abgenommen, wofür sie sich bei ihrem Körper ebenfalls bedankt und ihm versichert, dass sie ihn auch dann noch lieben wird, wenn er anfängt, "überall zu hängen". "Es wird ein Zeichen dafür sein, wie wir in den letzten 25 Jahren buchstäblich durch dick und dünn gegangen sind", schreibt die Bloggerin. Sie prognostiziert weiter, dass es wieder Menschen geben werde, in deren Bild von Ästhetik das nicht reinpassen wird. "Aber diesmal nutzen wir unser Selbstwertgefühl", ist Weisgerber überzeugt.

Gegenüber der Plattform gofeminin.de sagte Weisgerber, dass sie vor drei Wochen aus einer psychosomatischen Reha zurückgekommen sei. In dieser habe sie über sich und darüber, wie sie zu ihrem Körper steht, nachgedacht. Dabei sei ihr bewusst geworden, dass es Gründe gibt, warum sie dick ist und dass sie sich dafür nicht schämen muss.