Leben
18.03.2014

Detektive in Wien unterwegs

Im Kindermuseum in Wien gehen die Besucher auf Spurensuche.

Wie die Kapitel in einem Detektiv-Roman sind die Stationen der neuen Ausstellung aufgeteilt. Recherche, im Dunkeln tappen, Beweisanalyse, Tatort und natürlich der Abschlussbericht zählen zum Alltag eines Detektivs.

Bei der neuen Ausstellung im Zoom Kindermuseum können Besucher wie immer alles selbst ausprobieren. "Detektiv sein heißt auch Forscher sein", erklärt Kurator Thomas Marschall. Es gibt daher auch einen Schwerpunkt auf Wissenschaft. "Der zweite wichtige Teil ist die Fantasie", erzählt Marschall neben Bücherregalen voller Detektiv-Romanen.

Es geht hier nicht darum, einen einzigen Fall zu lösen, sondern immer neue Aspekte des Detektiv-Seins zu erleben. Und sie wollen die Kreativität der Kinder anspornen, erzählt Museums-Chefin Elisabeth Menasse-Wiesbauer: "Wir schreiben auch einen Wettbewerb unter unseren Besuchern aus, wer die spannendste Detektiv-Geschichte erfindet."

Auf Spurensuche

Was beim Ankommen auf den ersten Blick vielleicht wie eine Mini-Ausstellung wirken mag, die „nur“ zum Lesen von Detektivgeschichten in Kinderbüchern einlädt, lässt sich natürlich genau durch die Wand an Büchern „vergrößern“. Es ist nicht der erste Krimi bei dem sich hinterm Regal geheime Räume verbergen. Und ein schönes Symbol – eröffnen sich doch gerade durch Bücher ganze Welten.

„Detektivgeschichten“...

...heißt die neue Ausstellung des Zoom Kindermuseums im Wiener MuseumsQuartier. Gleich hinter der Bücherwand findest du zahlreiche Kostüme, Perücken, Brillen, Pfeifen, Schnurrbärte und andere Gegenstände, mit denen du in die Rolle klassischer bekannter Detektiv_innen schlüpfen kannst. Oder aber verkleidet als großer Mistkübel unbemerkt die Geschehnisse beobachten kannst.

Fingerabdruck, DNA-Analyse

Phantombilder zeichnen, Fingerabdrücke unter stark vergrößernden Lupen betrachten sind weitere Stationen. Bei einer anderen kannst du die in vielen TV-Serien vorkommenden DNA-Analysen (sozusagen ein Fingerabdruck der Gene – Erbinformationen in den Zellen) mit Hilfe eines Geräts nachspielen, das wie eine Miniatur-Waschmaschine aussieht. Dort legst du die Gabel rein, der ururlange Papierstreifen mit Buchstabenkombinationen gibt dir Hinweise, wer von den abgebildeten Personen von der Torte gegessen hat. In einer weiteren Station lernst du berühmte Geheimschriften kennen und entziffern.

Geschicklichkeit

Detektivinnen und Detektive müssen mitunter auch sehr geschickt sein, sich möglichst lautlos bewegen, ohne dass sie entdeckt werden. Zwischen Spiegeln sind viele orangerote Seile gespannt – kreuz und quer. An jeder Schnur hängen Glöckchen. Drunter durch und oben drüber kriechen und steigen – die ersten Kinder, die die Ausstellung testeten (von der „Ätsch, einer der freien Schulen Hofmühlgasse) – waren da sehr geschickt unterwegs. Bei Greta klingelte es kein einziges Mal bis sie am anderen Ende des Parcours ankam.

Einen Mix aus virtueller und realer Verfolgungsjagd lieferten sich die eben Genannte sowie Emil, Franziska, Oskar und Laurin. In Tretautos sitzend gilt es jeweils Figuren (in der Farbe der Autos) in einem Labyrinth über den Bildschirm zu steuern – mit Lenkrad und Pedalen – um einen Verdächtigen zu fangen.

Ganz reale Hinweise sammeln sie später – gemeinsam mit Zoe und Paul am „Tatort“, einem Strand, an dem viele Gegenstände im Sand zu finden waren. Greta betätigt sich vor allem als Puzzlemeisterin – immer wieder bringen ihr Kolleg_innen Teile von Briefen, die sie zusammensetzt.

Total finster

Nicht immer haben’s Detektivinnen und Detektive so einfach. Manchmal tappen sie im Dunkeln. Aber so?! In einem speziellen Raum ist es wirklich absolut finster – hier heißt es, nur mit Händen tastend, vielleicht noch anhand von Gerüchen und Geräuschen durch zu finden ;)

Die meisten der Kinder, die der KiKu begleiten durfte, fanden gerade diese Station „besonders cool, weil man echt gar nichts gesehen hatte und sich durchtasten musste“. Anderen jedoch war’s unheimlich – sie gingen schnell wieder raus. Insgesamt aber freuen sie sich, neugierig Spuren zu suchen, zu forschen. Und nicht alle an einem Fall zu arbeiten, sondern bei verschiedenen Stationen eigene Geschichten zu spinnen.

Krimi-Bewerb

Übrigens: Während der Ausstellung kannst du auch eigene Detektivgeschichten einsenden oder abgeben. Am Ende wird’s eine Preisverleihung für die besten jungen Krimiautor_innen geben. Geplant ist auch, dass Thomas Conrad Brezina, „Vater“ der Knickerbockerbande, von Tom Turbo usw., dabei sein wird, wenn die Top-Texte ausgezeichnet werden.

Detektivgeschichten

Bis 31. August
Zoom Kindermuseum 1070, MuseumsQuartier
Telefon: (01)524 79 08
www.kindermuseum.at