Leben
02.05.2017

FBI-Übersetzerin heiratete IS-Terroristen

Im Jahr 2014 wurde Daniela Greene darauf angesetzt, den früheren Berliner Rapper zu überwachen. Doch dann verliebte sie sich und heiratete ihn in Syrien.

Anfang 2014 erhielt die heute 38-jährige Daniela Greene vom FBI den Auftrag, die Kommunikation des deutschen IS-Terroristen und ehemaligen Rappers Denis Cuspert aka Deso Dogg zu überwachen. Die in Tschechien geborene Greene spricht fließend Deutsch, weil sie in Deutschland aufgewachsen ist. Doch die FBI-Übersetzerin verliebte sich nach nur wenigen Monaten in den einstigen Rapper aus Berlin. Ihre Zuneigung ging sogar so weit, dass sie Cuspert vor der Überwachung durch die US-Behörden warnte und ihn schließlich in Syrien heiratete.

Das berichtet CNN. Dem Bericht zufolge bereute Greene ihre Entscheidung rasch und kehrte nach nur einem Monat in Syrien wieder in die USA zurück. Dort wurde sie im August 2014 verhaftet und wegen Falschaussage im Zusammenhang mit internationalem Terrorismus zu zwei Jahren Haft verurteilt. Das Urteil fiel vermutlich deswegen relativ mild aus, weil die Übersetzerin mit den Behörden kooperierte.

Kritik für peinlichen Vorfall

Für den Vorfall muss sich das FBI nun heftige Kritik gefallen lassen. Als sich Greene nach Syrien aufmachte, behauptete sie gegenüber der US-Bundespolizei, nach München zu ihren Eltern zu reisen. Das FBI schöpfte daraufhin lange keinen Verdacht. Erst fünf Wochen nach ihrer Abreise wurde Daniela Greene zur Fahndung ausgeschrieben. Laut CNN gab das FBI an, die Sicherheitsmaßnahmen in Hinblick der Personalrekrutierung mittlerweile verschärft zu haben.

Unklar ist hingegen das Schicksal von Denis Cuspert. Unter dem Namen Abu Talha al-Almani kämpfte er für den IS. Er wurde bereits mehrfach für tot erklärt, was sich immer wieder als falsch herausstellte. Erst vergangenen August gab es Berichte, dass Cuspert bei einem US-Luftangriff getötet worden sein soll. Die Behauptung wurde später vom Pentagon wieder zurückgenkommen.