Leben
05.04.2017

Warum Schieder und Lindner Händchen halten

Mit einer Geste zeigen Männer Solidarität mit einem homosexuellen Paar, das in den Niederlanden verprügelt wurde. Bei der Aktion machen auch Spitzenpolitiker mit.

Am vergangenen Wochenende wurden Ronnie und Jasper nach einer Party im niederländischen Arnheim verprügelt. Der Grund: Die beiden Männer haben Händchen gehalten und wurden von einer Gruppe Jugendlicher wegen ihrer Homosexualität beschimpft und schließlich auch angegriffen. Dabei verlor der 31-jährige Ronnie vier Zähne, der 34-jährige Jasper wurde an den Rippen verletzt.

Zeichen gegen Homophobie

Während die niederländische Polizei ermittelt und sich laut niederländischen Medienberichten bereits mehrere Verdächtige gestellt haben, löste der Angriff eine Welle der Solidarität aus. Die niederländische Journalistin Barbara Barend twitterte, dass sie sich wünsche, dass alle niederländischen Männer eine Woche lang Hand in Hand gehen würden.

Viele Männer folgten diesem Aufruf, darunter zwei Spitzenpolitiker. Alexander Pechtold, Parteichef der linksliberalen Partei D66 und sein Kollege Wouter Koolmees marschierten am Montag Hand in Hand zu den Koalitionsgesprächen durch die Stadt um ein Zeichen gegen Homophobie zu setzen. Auch der SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder und Mario Lindner, Bundesrats-Mitglied und Regionalvorsitzender, zeigten sich solidarisch und taten es den beiden gleich.

Unter dem Hashtag #allemannenhandinhand tauchen seitdem auf Twitter und Instagram immer mehr Bilder von Männern auf, die sich an den Händen halten. In New York gingen beispielsweise die UN-Botschafter der Niederlande Hand in Hand über einen Zebrastreifen.